Herr Jenner, dessn Fuß wider gut is, wahr gestern abens hir, Elsbett besuchn; er sagte er muß morgn in der Schtadt zurick, aber er wird widerkommen. Elsbett wisplte mir zu, es ist schon Zeit zu Bedt zu gehn un so sagte ich: »Gute Nacht Herr Jenner!« un ging so ruig henaus wi ein Lamm, schlich aber dann zurik ins fordre Zimmer un legte mich aufs Sofa, weil ich noch so wach wahr, wi ein Habich un herte Elsbett sagn: »Bleibn sie bis Freitag Herr Jenner; Donnerstag soll eine Iberraschungsgesellschaff feranschaltet wern un ohne sie wolln wir nich gehn. Ich mechte den kleinen Schorschi nicht um der Welt hir habn — ich firchte, er wirde wider was anschtelln — das is der Grund, weshalb ich es ihnen nich sagte, bis er zu Bedt war. Er soll bei Richter Bell sein un wir werdn uns sehr gut unterhaltn.«

Er sagte, er wirde ihr zulib bleibn un drikte ihre Hand wi wenn sie eine Oransche wer. Es muß wahr sein was Betty sagt, sie werdn gewiß heiratn. Ich wollte eine Papirkugl auf ihnen schmeißn, aber ich dachte es is besser wenn ichs nich thu, damit Elsbett nicht denkt ich hab fon der Iberraschungsgesellschaff gehert un lag ganz ruig.

Er fragte sie, ob sie mit Herrn Slokum ferlobt is. Sie sagte sie wirde ihm nich heiratn un wenn er der einziger Mann auf der Welt wer, weil sie nich gut genug is fir die Frau fon einen Predger. Dann fragte er, ob sie filleich gut genug is, um seine Frau zu wern? Ich weiß nich was sie sagte, sie redete so leise, aber er aß sie beina auf, wie wenn si fon Zucker wer un ich schlif ein.

Alles wahr finster, wi ich aufkam un ich schlich so leise hinauf als ich konnte, aber die Schtige krachte un Papa schtirzte heraus un feierte die Pestole ab. Die Kugl riß mir ein kleines Schtick fon meinen rechtn Ohr henunter un machte mich di Treppn henunterfalln so das Papa glaubte er hat dem Einbrecher erschossn. Er nahm die Lampe un Susi un Elsbett schperrtn ihre Thirn zu un schrien inwendig un er un Mamma kamen herunter wo ich ganz zusammgerollt lag un sie rif:

»Oh Gott es is unser liber kleiner Schorschi! Oh mein Sohn mein Sohn!«

Papa seifzte, wi wenn er getroffn gewesn wer, Mamma sah das Blut auf meinen Gesicht un schrie: »Er is tot!«

Aber ich wahr nur ferwundet wi ein Soldat un schprang auf un sagte: »Es is mir nichs geschehn« un dann hadte Mamma wider hesterische Kremfe. Nein so was! Mein Ohr wurde ferbundn un ich wurde zubedt gelegt, wi es schon licht war. Betty brachte mir mein Frihschtik aber nich eimal ihr erzehlte ich fon der Iberraschungsgesellschaff.

Mamma weinte wider ein bischen, wi sie zu mir kam, um nachzusehn. Ich quelte sie, bis sie mich aufschtehn liß. Wi ich angezogn wahr, schlipfte ich unbemerkt henaus lif zu Richter Bell hiniber, fragte nach Fräuln Anna un erzehlte ihr, es keme heut Abens eine große Gesellschaff zu ihnen un sie sollte nur so iberrascht wi meglich sein. Sie lachte un sagte, sie wollte — sie war froh das ichs ihr erzehlte, weil sie jetz ihre Haarwikl nich herausnehmen wollte bis abens un di Polsterdekn aufbreitn un dem Medchen sagn sie soll unter den Bedtn herforkehrn.

Dann ging ich un ladete Frau Tuckins ein, die in Tagarbeit geht un Willi Giles der Weichnwerter bei der Eisnbahn, is mit nur 1 Bein un die Wittwe Robinson di immer unsre Kiche anschtreicht un die zwei Grünmedchen die Schneiderinnen sind — oh, eine ganze Menge Leute, wi im neun Testerment schteht, das man einladn soll, wenn man Gesellschaff gibt — un sie warn alle froh un ferschprachn zu kommen un den ganzn Tag nichs auszuplauschn.