Karte der Umgebung und Lageplan von Manila. Karte der Umgebung und Lageplan von Manila.
Geld: 1 Peso = 1 / 2 $ Gold (Vereinigte Staaten, II. Teil, S. 2) = 2,10 M.— Banken: Hongkong & Shanghai Banking Corporation und Chartered Bank of India, Australia & China; beide Korrespondenten der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank; International Banking Corporation; Banco Español Filipino.
Sprache. Mit Englisch kommt man gut aus.
Vergnügungen: Militärkonzerte an der Luneta (Reede), Hahnenkämpfe etc.
Konsulate: Deutsches Reich, Dr. Zitelmann, Calle Real 346, Malate etc. — Österreich-Ungarn, Konsul Peter Krafft.
Deutscher Klub: General Solano 402, San Miguel, im Villenviertel; von seiner Terrasse *Aussicht.
Die Polizei ist gut; die amerikanischen Polizisten geben höflich Auskunft und zeigen den Weg.
Deutscher Arzt: Dr. Bartels, Calle Marina 67, Ermita.
Deutsche Apotheken: Stahl & Rümcker, Escolta 83; Santos & Jährling, Plaza Goiti.
Zeitungen. Englisch: Manila Times, Abendzeitung; Cablenews American, Daily Bulletin, Morgenzeitungen. Spanisch: El Comercio, El Mercantil.
Sehenswürdigkeiten: Kathedrale und die alten Kirchen in Intramuros, Museen, alte Festungswälle in Cavite, Bilibid Prison.
Geschäftsadressen. Viele deutsche Kaufleute leben in Manila; man frage im Gasthof nach dem »Directory«.
Zeiteinteilung. Für Manila genügen einige Tage; für Ausflüge nach Baguio 4 Tage, nach den Majayjay-Fällen 3 Tage, zur Insel und dem Vulkan Taal 4 Tage, nach Sibul Springs 3 Tage, nach Los Baños 1 1 / 2 Tag.
Geschichtliches. Manila wurde 1572 begründet, 1590 als Festung ausgebaut; 1643 wurde es von den Holländern, später von asiatischen Piraten und aufständischen Eingebornen bedroht, aber nie eingenommen. Am 1. Mai 1898 erzwang der amerikanische Admiral Dewey die Einfahrt in die Bucht von Manila, zerstörte in der Bucht von Cavite das aus kleinen, alten Schiffen bestehende spanische Geschwader und blockierte Manila von der Seeseite, während die verbündeten Filipinos sie von der Landseite einschlossen, so daß die spanische Besatzung 13. Aug. 1898 kapitulieren mußte. Auch während der Kämpfe, die bald zwischen den Amerikanern und den Filipinos ausbrachen, wurde Manila wiederholt von letztern angegriffen.
Manila, Hauptstadt und Haupthandelshafen der Philippinen, liegt im Südteile der größten, nördlichsten Insel des Archipels, Luzon, am Ostufer der prächtigen Bai von Manila, unter 14° 35' nördl. Br., hat 234409 Einw. (Tagalen, Mestizen, Spanier und etwa 30000 Ausländer, meist Chinesen), macht den Eindruck einer südeuropäischen Stadt. Die meisten Häuser sind wegen der Erdbeben aus Holz (nur das Erdgeschoß aus Stein), aber darum den Wirkungen der Wirbelstürme preisgegeben; der letzte Zyklon (1882) verwüstete in einer Stunde die halbe Stadt. Manila besteht aus der alten, von moosbewachsenen Ringmauern umgebenen innern Stadt ( Intramuros ) und den durch eine Stein-und drei eiserne Brücken mit dieser verbundenen Vorstädten ( Extramuros ). Erstere, am l. Ufer der Pasig, hat gerade Straßen, Palast des Erzbischofs, Rathaus, 10 reichgeschmückte Kirchen, viele Klöster, Hospitäler, Kasernen, Observatorium (von dem berühmten Meteorologen und Taifunspezialisten Jesuitenpater José Algué, Verfasser des Werks »The Cyclones of the Far East«, vorzüglich geleitet). Die innere Stadt, an die sich die Vororte Ermita, Paco und Malate und das Fort Santiago eng anschließen, ist Sitz des Zivilgouverneurs und des obersten Gerichtshofs und hat nur etwa 20000 Einw.
Manila, Plan der Innern Stadt. Manila, Plan der Innern Stadt.
Die Vorstädte Binondo und Santa Cruz am r. Pasigufer sind Sitze des europäischen, amerikanischen und chinesischen Handelsverkehrs, dagegen blüht in dem von Mestizen und Fremden bewohnten Tondo der Kleinhandel. Hauptindustrie ist Zigarrenfabrikation und Verarbeitung von Manilahanf; daneben Verfertigung von Nanking, Flechtarbeiten, Teppichen, Goldschmiedearbeiten und andern Metallwaren; durch europäische und amerikanische Unternehmer sind Zuckerraffinerie, Maschinenfabriken, Brennereien und Zündhölzchenfabrik entstanden. Der Handel liegt meist in den Händen von Engländern, Deutschen und Amerikanern. Die Einfuhr umfaßt Baumwollengewebe, Eisenwaren, Petroleum, Seiden- und Wollwaren, Papier, Kohlen, Kupfer, Reis, Wein, Schirme etc., Ausfuhr Zucker, Hanf, Tabak, Zigarren, Kopra, Kokosnußöl u.a. Der Handel richtet sich größtenteils nach den Vereinigten Staaten und England. Von Unterrichtsanstalten besitzt Manila eine Universität, höhere Schulen, Lehrerseminar für Eingeborne, Sternwarte, bürgerliches und militärisches Hospital. Das Klima ist trotz Feuchtigkeit gesund (Durchschnittstemperatur 27°, Januar 25°, Mai 28,6°), Cholera und Pest aber haben zahlreiche Opfer gefordert. Zyklone und Erdbeben haben die Stadt wiederholt schwer heimgesucht. — Rundfahrt. Man besuche die Geschäftsstraße La Escolta; sie ist Hauptsitz des Handels-und Schiffsverkehrs, lebhafter Verkehr bei Geschäftsschluß an der großen Pasigbrücke, Puente de España; von dort wandert man zum Strande. Der Bagumbayan und die Luneta, wo Militärmusik spielt, sind beliebte Spaziergänge. Auf der Plaza steht das Standbild Isabellas II., in der Nähe der alten Festung, bei der Brücke, die Magalhães-Säule und vor dem frühern erzbischöflichen Palast, jetzt Sitz des amerikanischen Truppenbefehlshabers, das Denkmal Karls IV. Sehenswert sind die Zigarrenfabriken und die Barbierläden sowie die Vororte der Eingebornen, die Tabakpflanzungen, Bambushaine und Kokospalmenhaine in der Umgebung.
Ausflüge: Lohnend ist ein Ausflug nach dem Kratersee Laguna encantada (bezauberter See) und nach dem Wasserfall in der prächtigen Schlucht bei Santa Cruz (bequem mit Auto, die Stunde 4-6 Pesos), ferner nach dem Kriegshafen Cavite mit Bahn in 1 3 / 4 St., zurück mit Fährdampfer 1 St.; mit Bahn westl. nach Laguna de Bay zum Kurort Los Baños (gutes Hotel) mit heißen Quellen; in die Berge von San Mateo, Montalbani und Antipolo. Hand Vor größern Ausflügen ziehe man Erkundigungen über den Reiseweg ein.
Ausflug nach Baguio (4 Tage erforderlich): Mit Frühzug der Dagupan Railway nordwärts Manila durch die Provinzen Rizal, Bulacan, Pampanga, Tarlac und Pangasinan, gut angebautes, ebenes Land mit Reis-und Zuckerrohrfeldern, dann durch Wälder von Nipa-Palmen und sandige Moore mit 5-8 m hohem Cogan-Gras. Hinter Dagupan steigt die Bahn etwa 100 m zum vorläufigen Endpunkt Camp One; hier beginnt das Gebirgsland der Provinz Benguet (man fährt ab Camp One mit staatlichen Gebirgsautomobilen); die Benguet-Landstraße steigt in der Talschlucht des Bued-Flusses durchschnittlich 1: 25 etwa 40 km in prächtigem Alpenpanorama empor; erste Haltestelle (20 km) Twin Peaks (Bungalow mit Erfrischungen). Von da in 2 St. auf großartigem Weg zum Gebirgskamm (eine der schönsten Landschaften der Erde); halbwegs hört die Tropenflora auf, Myrten und Nadelholz beginnen, die Luft wird kühl. Man sieht r. einen Durchhau nach Camp John Hay und erreicht 100 m weiter Hill Side (*Aussicht) und bald darauf * Baguio ( Hotel Pines, gelobt, in prächtiger Lage), die Sommerresidenz der amerikanischen Beamten mit frischem, gesundem Bergklima, 1456 m ü. M., in schönster Landschaft gelegen, als Kurort sehr beliebt. Die höchste in 4 Jahren beobachtete Temperatur beträgt nur 26,4°, die niedrigste 6,8°, die Niederschlagsmenge aber nicht weniger als 4000 mm, der meiste Regen fällt im Mai-Oktober, Dezember-März sind ganz trocken.—Etwa 5 km weiter liegt Gibraltar und weiter l. Topside, die Residenz des Zivilgouverneurs mit Park und Sportplatz. L. vom Hotel liegt der Bezirk Brook Side.
12. Von Hongkong nach Schanghai. Die Yangtse-Fahrt.
Vgl. die Karte S.214.
Dampfer (Österr. Lloyd, Messageries Maritimes und P. & O. Line) in 3-4 Tagen von Hongkong nach Schanghai, vgl. S.221.—Die Reichspostdampfer (s. S.245 B.) gehen von Hongkong in 3 Tagen nach (870 Seem.) Schanghai und laufen auf der Rückreise zur Teezeit Futschou an. Fahrpreise Hongkong-Schanghai I. Kl. $ 66, II. Kl. $ 44.—Außerdem Pacific Mail Steamship Co., Canadian Pacific Steamship Co., Toyo Kisen Kaisha und Nippon Yusen Kaisha.—Nach Formosa gehen Dampfer der Osaka Shosen Kaisha über Swatau, Amoy und Futschou nach (930 Seem.) Schanghai in 7 Tagen.— Küstendampfer (s. unten A.), darunter die Deutsche Reederei M. Jebsen, die Douglas Steamship Co., die Indo-China Steam Nav. u. a., berühren Swatau, Amoy, Futschou und Ningpo. Näheres in den Tageszeitungen in Hongkong.
A. Die Küstenfahrt zwischen Hongkong und der Yangtse-Mündung wird nur von kleinen Dampfern ausgeführt, da der große Bogen der südchinesischen Küste zwar außerordentlich viele Buchten besitzt und zum Teil in Inselscharen aufgelöst ist, aber wenige tiefe Häfen besitzt. Die Buchten sind entstanden, indem das Land sich senkte und das Meer in die Täler des bisherigen Küstenlandes eindrang; nachträglich sind sie zum Teil durch Sinkstoffe der Flüsse wieder verschlammt worden. So bestehen auf der ganzen langen Strecke nur drei bedeutendere Hafenorte, bei denen wie bei Kanton Flußmündungen die Stelle von Häfen vertreten: Swatau, Amoy und Futschou. Sie alle haben es nicht zu größerer Bedeutung bringen können, weil ihre Hinterländer zwar sehr reich und mit guten Wasserwegen ausgestattet, aber nicht allzusehr ausgedehnt, sondern gegen das Innere durch eine höhere Gebirgsschranke abgeschlossen sind. Kleinere, dem Fremdenhandel zugängliche Häfen sind Santuao, Funing, Wentschou.—Man verläßt Hongkong durch den Lyemun-Paß, läuft zwischen den Küsteninseln und nahe unter Land bis zum Kap Gute Hoffnung ( Good Hope Cape ), 50 m hoch, mit kleinem weißen Leuchtturm an der Mündung des Han-Flusses; zwischen Inseln und Klippen steuert man durch das Zuckerhut-Fahrwasser ( Sugarloaf Channel ) über die Barre in den mit Fischerbuhnen besetzten Fluß und gelangt nach 1 St. Fahrt nach