Ausflug (sehr lohnend) von Tangkangtzu etwa 16 km östl. von der Bahn zum Kloster * Chienshan ( Tschienschan ) mit etwa 60 sehr alten buddhistischen Tempeln auf felsigen Hügeln in sehr malerischer Landschaft; besonders sehenswert ist die Tempelanlage der Drachenquelle ( Lungtschuankuan ) und der Tempel der Mildtätigkeit ( Wuliangkuan ), beide mitten in Waldeseinsamkeit. Schon der Kaiser Taisung (627-649) der Tang-Dynastie soll die Naturschönheit des Tschienschan bewundert haben.

Weiter nach (288 M) Tashihchiao ( Daschitschau; Bahnwirtschaft). Hier Zweigbahn r. nach (13 1 / 2 M) Yingkou (S.328 ), nur bis ans l. Ufer des Liao, dort übersetzen (bei Eisgang im Winter zuweilen unmöglich) zum Anschluß an die Nordchinesische Bahn.

Die Bahn führt über (306 M) Kaiping ( Kaitschou ), Stadt mit wichtigem Handel in Puppen der wilden Seidenraupe und Seide, tritt nahe an die Küste des Liaotunggolfs und läuft am Westabhang der Gebirge der Liaotunghalbinsel entlang über (326 M) Hsiungyuehcheng (ganz guter japanischer Gasthof; heiße Quellen im Flußbett des Hsiungyueh), weiter, die Halbinsel schräg durchquerend, über (359 M) Teliszu (Niederlage des Generals Stackelberg 15. Juni 1904 gegen General Oku) und (371 M) Wafangtien (Bahnwirtschaft), zur unbedeutenden Hafenbucht (388 M) Pulantien (früher Port Adams) am Liaotunggolf, Grenzort des japanischen Südwestzipfels der Liaotunghalbinsel. —(414 M) Chinchou ( Kintschou ) an der gleichnamigen Bucht am Liaotunggolf, wo 26. Mai 1904 die erste Schlacht stattfand, die Port Arthur vom russischen Heer abschnitt, und weiter über den Isthmus, der zur Kwangtunghalbinsel führt, an der Bucht von Talienwan über (429 m) Choushuitzu, Zweigbahn nach Port Arthur (S.327 ), nach

(436 M) Dairen (früher Dalny ), wichtigem japanischen Handelshafen auf 38° 56' nördl. Br. (wie Kalabrien), an der großen Bucht Talienwan (Dairenwan) der Koreabai, mit etwa 60000 Einw. (die Hälfte Chinesen). Der Platz ist wichtig als Endpunkt der Südmandschurischen Bahn und für den Postdampferverkehr nach China und Japan im unmittelbaren Anschluß an die Expreßzüge der Sibirischen Bahn. Vgl. beifolgendenPlan.

Dairen.

Gasthöfe: Yamato Hotel der Südmandschurischen Bahn, komfortabel, sehr gelobt, Pens. 9-12 Yen; Rioto-Hotel; Iwaki-Hotel u. a.— Post u. Telegraph. Wagen: Droschken, Hotelwagen, Rikschas.
Straßenbahnen (elektr.) durchziehen die ganze Stadt.
Eisenbahnen: Südmandschurische Bahn (S.324 ) nach Mukden und Port Arthur.
Dampfer der Südmandschurischen Bahn ( South Manchurian Railway Co. in Dairen: Tel.-Adr.: »Mantetsu-Dairen«), Anschluß an jeden Expreßzug von Moskau nach Schanghai; Osaka Shosen Kaisha und Nippon Yusen Kaisha, Anschluß nach Korea, Nordchina und Japan mehrmals wöchentlich; Reichspostdampfer der Hamburg-Amerika Linie nach Tsingtau, Schanghai und Tientsin (S.265 ).
Geld wie in Japan s. S.342.— Bank: Zentrale der Yokohama Specie Bank für die Mandschurei.
Deutsches Konsulat geplant.
Klubs: Internationaler Dairen Club; Dairen Golfing Association; Seemannsheim.
Ärzte, tüchtige, Deutsch sprechende japanische Ärzte im modern eingerichteten Central Railway Hospital.

Dairen, von den Russen nach großartigem Plan unter Aufwendung großer Geldmittel, aber erst in den Grundzügen angelegt, ist zwar in den letzten Jahren unter japanischer Verwaltung als Hauptausfuhrhafen für die Südmandschurei stark aufgeblüht, doch macht auch heute noch ein großer Teil des Stadtgebiets mit den breiten, nur mit vereinzelten Häusern besetzten Straßen einen recht öden Eindruck. Nur die vom Hauptplatz ausstrahlenden zehn modernen Straßen sind voll bebaut und belebt. Hauptsächlich werden Kohlen und Bohnen ausgeführt. Schon 1909 führte Dairen etwa die Hälfte der mandschurischen Bohnenernte (geschätzt auf 1 Million Tonnen) aus; die Bohnen und Bohnenkuchen gehen nach Japan, Amerika und England in solchen Mengen, daß der Weltschiffahrtsmarkt der Trampdampfer bereits stark durch die Bohnenausfuhr beeinflußt wird. In Dairen sind die Generaldirektion und Werkstätten der Südmandschurischen Bahn. Die Stadt hat elektrische und Gasbeleuchtung sowie gute Straßen. Der Hafen ist mit Trockendock und modernen Kaianlagen ausgestattet, aber den Nordwinden ausgesetzt und noch nicht genügend ausgebaggert. Zementfabrik und große Bohnenmühlen nahe Choushuitzu, auch andre Fabriken. Mehrere ausländische Firmen, auch einige deutsche, sind in Dairen ansässig. Das Klima ist gesund, im Juli bis 33°, im Januar bis-17°. Außerhalb der eigentlichen Stadt liegen das Chinesenviertel und zwei Vergnügungsplätze für japanischen Geschmack: Fushimipark und Yoshiwara. Die Umgegend von Dairen bietet Seebäder am Gelben Meer im Sommerbadeort Star Beach (Strandhotel der Südmandschurischen Bahn, billig, gelobt), mit Sommerhäusern. Etwa 5 km sö. von Dairen liegt die Sommerfrische Laohutan (Roko-tan), etwa 8 km sw. Kokusekisho (Blackstone Rock), am Fuß des Berges Dairen Fuji, an sehr schönem Strand mit phantastischen Felsformen; gute Fahrwege führen zu diesen Plätzen.

Von Dairen nach Port Arthur führt die Bahn üher (7 M) Choushuitzu u. (15 M) Hsiachiahotzu ( Kakakashi ) mit sehr schönem Badestrand am Tschiligolf.
(39 M) Port Arthur (japanisch Ryōjunkō; Gasthöfe: Yamato Hotel der Südmandschurischen Bahn in der Neustadt, komfortabel, gelobt, Pens. 9-12 Yen;

Astor House; Asahi Hotel; Seirinkan. — Yokohama Specie Bank; Droschken, Hotelwagen, Rikschas zu haben; japanische Dampfer nach Tschifu), starkbefestigter Kriegshafen (Photographieren und Zeichnen in der Nähe von Befestigungen ist streng verboten!) auf der Kwangtunghalbinsel, mit nur noch etwa 15000 Einw., davon 10000 Chinesen, aber fast keine Europäer, vom chinesischen Vizekönig Lihungtschang um 1880 angelegt, vom japanischen Heer unter Oyama am 24. Nov. 1894 erstürmt, dann 1895 an China zurückgegeben, 1898 von Rußland »gepachtet« und durch neue, fast sturmfreie Forts stark befestigt, im russisch-japanischen Krieg von den Japanern unter General Nogi seit 6. Juni 1904 belagert und nach schweren verlustreichen Kämpfen am 2. Jan. 1905 zur Übergabe gezwungen (General v. Stössel war der Führer, General Kondratenko [gefallen 1. Dez. 1904] die Seele der Verteidigung), wobei 546 Geschütze u. 20 Kriegsschiffe (darunter 4 Schlachtschiffe) erbeutet wurden. Jetzt ist die Stadt Sitz des japanischen Generalgouvernements und aller Militär-und Marinebehörden für das Kwangtunggebiet. Port Arthur liegt in einer tiefen Einbuchtung des Gelben Meeres mit nur 300 m breiter Einfahrt, auf 38° 48' nördl. Br. (etwa wie Lissabon). Der 4 qkm große, innere, das ganze Jahr eisfreie Hafen ist von Bergen umgeben, die nach der Seeseite starke Befestigungen tragen; er ist jetzt zum Teil als Handelshafen für Ausfuhr der Fushunkohlen (S.325 ) freigegeben. Die Neustadt mit dem europäischen Stadtteil und Regierungsgebäuden liegt westl. vom Bahnhof (der dicht am Hafen liegt), ist aber jetzt fast völlig verödet, der Handel hat fast aufgehört; die Altstadt, zumeist Chinesenstadt, liegt östl. davon. In den Läden der Altstadt Kriegserinnerungen zu haben. Die Umgebung, insbesondere die Küsten, sind reich an schönen Landschaftsbildern. Die im Krieg von den Japanern erstürmten Befestigungen, besonders das Nordfort des Tungchikuanshan (Osthahnenkamm und der 203 m-Hügel sind sehr sehenswert. Nahe der Stadt ein japanisches Kriegsmuseum mit vielen Modellen und Erinnerungen; westl. davon das japanische Kriegerdenkmal, als Leuchtturm gebaut u. mit Tempel, und weiter nw. jenseit der Bahn das russische Denkmal (englischer Führer mit Karte: Descriptive and historical sketch of Port Arthur im Gasthof zu haben). Die teilweise nicht wieder aufgebaute Hauptlinie der Befestigungen wird, von Militärs aller Länder viel besucht. Nur die Seefront darf nicht besichtigt werden.

Von Charbin nach Peking.