Die * Japanische Binnenlandsee ( Seto no uchi[d. h. »Zwischen den Meerengen«] oder Naikai ) wird von den Inseln Hondo (Nippon), Kyūshū und Shikoku umschlossen, steht einerseits durch die Shimonoseki- (oder Van der Kapellen-) Straße mit der Koreastraße, anderseits durch die Bungostraße und den Kiikanal (Linschotenstraße) mit dem Stillen Ozean in Verbindung, ist sehr seicht und mit vielen, meist vulkanischen Inseln besät. Sie ist wahrscheinlich durch Einbruch während der Tertiärzeit entstanden. Die Japaner teilen die Binnensee in fünf offene, durch Inselketten oder Meerengen voneinander geschiedene Seeflächen, die von W. an heißen: Suwō Nada, von der Shimonosekistraße östl. bis zur Insel Iwaishima; Iyo Nada, nö. bis Nakashima; Mishima Nada, nö. bis Oshima; Bingo Nada, nö. bis Shözushima; Harima Nada, östl. bis Awajishima; östl. davon liegt als sechste Teilsee der Golf von Osaka, auch Izumi Nada genannt. Die Inseln der Binnenlandsee sind meist gebirgig und reich bewaldet, ebene Stellen sind mit Städten, Dörfern, Gehöften, Tempeln, Daimyōburgen und Reisfeldern besetzt; viele Berghänge sind urbar gemacht und terrassenförmig bebaut. Unzählige Fischerboote beleben das Inselmeer, oft zu ganzen Flottillen vereint, die den Dampfern die Durchfahrt erschweren; Dschunken treiben lebhafte Küstenfahrt.—Der Dampfer steuert aus der Shimonosekistraße mit SO.-Kurs in die Suwō Nada, wobei man r. die bis 1600 m hohen Gebirge der NO.-Küste von Kyūshū erblickt. Etwa 13 Seem. von Shimonoseki, d. h. etwa nach 1 St., wird der Kurs osö., man läßt Himeshima r. und hält auf Yashima zu. Von der Südspitze dieser Insel (63 Seem. von Shimonoseki) wird der Kurs onö., man gelangt in die Īyo Nada, hat l. viele malerische Inseln in nächster Nähe und erreicht bald (92 Seem. von Shimonoseki) den Ankerplatz von

Mitsugahama, auch Mitsu genannt (Gasthof Kubota, Pens. 5 Yen; Eisenbahn stündl. nach Matsuyama in 1 / 2 St., Dampfer nach Beppu [S.354 ], Oita, Hiroshima [S.359 ], Ōsaka etc.), auf der Insel Shikoku, Hafenplatz für die Antimonausfuhr aus dem nahen Bergwerk von Ichi-no-kawa, während die Kupferausfuhr aus dem alten Bergwerk von Besshi, das jährlich etwa 5000 Tonnen liefert, meist über den kleinen Hafen Niihama geht, der etwa 28 Seem. östl. von Mitsugahama liegt. Nahe östl. von Mitsu liegt der geschütztere Hafen Takahama (Gasthof Yūshinsha ), Endpunkt der Iyobahn. Man fahre mit der kleinen Bahn nach

(5 km) Matsuyama (Gasthöfe: Kidoya, 30 Z. 1, F. 0,50, Lunch 1, Din. 1,50 Yen; Shioya ), stille, alte Hauptstadt der Provinz Īyo der Insel Shikoku, sehr sauber, 37842 Einw. Mitten in der Stadt erhebt sich eine alte * Daimyōburg, 1603 von dem Geschlecht der Hisamatsu erbaut und vorzüglich erhalten; Erlaubnis zum Besuch vorher bei der Präfektur (Kenchō) einholen! Der nur zum Reiten oder Sänfteträgen bestimmte Weg führt steil auf den mit prächtigen Kiefern bewachsenen Burgberg; auf halber Höhe liegt ein schöner Tempel, von dessen Haupteingang eine Prachttreppe zur Stadt hinabführt. Auf dem Berggipfel steht man plötzlich vor einer etwa 15 m hohen schrägen Zyklopenmauer, um die man herumgeht, um den Eingang, etwa fünf im Zickzack hintereinander gelegene Tore, zu finden; hinter jedem Tor ein Vorhof, umschlossen von hohen Mauern. Dann erst gelangt man in den Hofraum der Burg, der in der Höhe der Krone der Umfassungsmauern liegt; im Hofe liegen die Wohngebäude der Samurai, der Vasallen des Daimyō, inmitten von Obstpflanzungen, Gärten und Feldern. An der Südecke erhebt sich auf einer zweiten, gleichhohen Zyklopenmauer der Prachtbau des Daimyōschlosses in mehreren Stockwerken, mit turmartigen Ecken verziert. Prachtvolle *Aussicht vom Schloß auf die Binnenlandsee und die Gebirge von Shikoku.

2 km östl. von Matsuyama liegt das älteste japanische Mineralbad Dōgo (gute Gasthöfe: Funaya; Chakin ) mit hübschem Park und öffentlichen Bädern; man benutze nur das schwächste Mineralbad Ichi-no-yu für Gesunde (die andern sind für Hautkranke). In Dōgo kauft man das hübsche weiße Fayence Tobeyaki.

Von Mitsugahama durch die Meerenge östl. von der Insel Gogo Shima, während der Hauptdampferweg zwischen Shimonoseki und Kōbe durch die Tsuru Shima Seto, eine Enge zwischen Gogo Shima r. und den Insebi Naka, Musuki und Nokotsuna (l.) hindurch in die Mishima Nada führt. Mit nö. Kurs an der Nordwestküste von Shikoku entlang bis Mitarai, einem engen, landschaftlich schönen Schutzhafen zwischen den Inseln Ōsakishima oder Mitarai und Okamura. Von hier mit SO.-Kurs bis zum Kap Ōsumi Bana; dann gelangt man mit sö. und südl. Kurs durch die mit vielen Inseln besetzte Enge Kurushima no Seto in die Bingo Nada, an deren Westende auf Shikoku die Hafenstadt Imabaru oder Imabari (Gasthof Asahiya ) mit altem Schloß (1602 vom Daimyō Tōdō Takatora erbaut) sehr malerisch liegt. Nun führt onö. Kurs zwischen den Inseln Takaikami (l.) und Oki Shima (r.) hindurch und in das dichte Inselgewirr hinein, das am Ostende der Bingo Nada die Fahrt landschaftlich reizvoll, aber nautisch schwierig macht; man fährt dabei dicht unter der Südküste der Insel Hiro Shima (nicht zu verwechseln mit der Stadt Hiroshima, S.359 ) entlang. Hier liegt an der Nordküste von Shikoku r. vom Dampferkurs

Tadotsu (Gasthof Hanabishi; Dampfer tägl. in 2 1 / 2 St. zur Bahnstation Onomichi, S.360 ), lebhafte Hafenstadt; in einigen Stunden erreicht man von hier mit Rikscha Byōbu-ga-Ura, den vermutlichen Geburtsort des berühmten Buddhapriesters Kōbō Daishi (*Aussicht). —Die Eisenbahn führt von Tadotsu nach (13 km) Kotohira oder Kompira (gute Gasthöfe: Toraya; Bizenya Hotel, 12 Z., Pens. 3 Yen), Pilgerstadt mit dem berühmtesten Heiligenschrein von Shikoku und der Goldenen Halle ( Kondō ), von Kōbō Daishi im 9. Jahrh. gegründet, jetzt aber zum Shintōtempel mit dem Namen Asahi no Yashiro (»Schrein der aufgehenden Sonne«) umgetauft, eine großartige Tempelanlage mit vielerlei Sehenswürdigkeiten, das Ziel vieler Wallfahrten. Tempelfeste sind am 8.-10. Sept. (Shiogawa Matsuri) und am 10. und 11. Okt. (Hauptfest, sehr sehenswert), außerdem kleinere am 10. jeden Monats.—Eine zweite Bahnlinie führt von Tadotsu über (5 km) Marugame (Gasthof Tamagawa-rō ), Stadt mit Daimyōburgruine nahe dem Bahnhof und kleinem Seehafen, nach

(32 km) Takamatsu ( Takamatsu Hotel; Dampfer nach vielen Plätzen der Binnenlandsee), Hafenstadt und Hauptstadt der Provinz Sanuki, mit 37430 Einw., Daimyōburgruine am Strand; in der südl. Vorstadt der schöne Landschaftsgarten * Kuri-bayashi Kōen mit phantastischen Kiefern. Lohnender Ausflug auf den * Yashimayama (etwa 4 km) an der Ostseite des Hafens, ein Vorgebirge, wo im 12. Jahrh. eine große Seeschlacht zwischen den Anhängern der Minamoto und Taira geschlagen wurde; eine Dampferfahrt in 1 St. nach der idyllischen Bucht Uchi no Umi auf der Insel Shōzu-(Shōdo-)Shima ist sehr empfehlenswert.

Der Hauptdampferweg führt um die Südküste der Insel Shōzu-Shima herum in die Harima Nada und durch diese mit nö. Kurs durch die Meerenge Akashi no Seto am Nordende der Insel Awaji Shima in den schönen Golf von Ōsaka (Idzumi Nada) und dort längs der Küste von Hondo zur Reede von Kōbe (S.361 ), 234 Seem. von Shimonoseki.

Eisenbahn von Shimonoseki nach Kōbe.

Eisenbahn. Die Sanyōbahn läßt von Shimonoseki nach Kōbe tägl. einen Schnellzug laufen; er legt die Strecke von 350 km in 14 1 / 2 St. zurück; die Durchgangswagen haben elektrisches Licht und Dampfheizung; Speisewagen in den Schnellzügen, Schlafwagen in den Nachtzügen. In jedem Wagen ist ein »Boy« zur Bedienung der Reisenden. —Die Reisenden I. und II. Kl. der Dampfer der Nippon Yūsen Kaisha können diese Bahn ohne Mehrkosten benutzen, wenn sie vorher eine Austauschfahrkarte (interchangeable ticket) lösen. Dasselbe Vorrecht genießen die Reisenden der Great Northern S. S. Co. und Tōyō Kisen Kaisha zwischen Kōbe u. Nagasaki. Hand Man gebe das Gepäck auf für die Sannomiyastation in Kōbe und beachte, ob man richtig verstanden ist!
Die Bahn folgt dem altberühmten Tokkaido, der »alten Heerstraße«, durch das Hügelland des südl. Küstengebiets von Chiogoku, wie die westl. Halbinsel von Hondo heißt. In Chiogoku, das Mittelgebirgscharakter hat, fehlen jungvulkanische Gesteine fast ganz.