Ankunft zur See. Von Shimonoseki durch die Binnenlandsee kommend, vgl. S.356; von Schanghai außen herum vgl. S.347. In die Linschotenstraße steuert man mit südlichem Kurs hinein, wobei das hohe Kap Murotosaki und die bergige Landspitze Hi no Misaki (mit Leuchtturm) die besten Landmarken sind. Weiter innen erkennt man bald die scharfen Gipfel von Numashima, Tomagashima und die Kuppe des Takayama, des höchsten Berges im südlichen Teile der Insel Awaji. Durch die mit zwei Inseln besetzte Izumistraße ( Tomagashima suido ) steuert man dann in die Izumi Nada (den Golf von Ōsaka ) ein und ankert nach kaum 2 St. auf der schönen malerischen Reede von Kōbe, hinter deren flachen Küste sich die bis 914 m hohen Berge erheben. Ausschiffung mit Dampfbooten der Schiffsagenturen oder Hotels 1-2stündl. frei oder mit Sampan, etwa 20-50 sen für eine Person je nach Entfernung (Tarif auf Tafel der Landungsbrücke). Zolldurchsicht (S.349 ) für Schiffsreisende, die aus dem Auslande kommen, im Zollamt der East Hatoba (östl. Bootshafen) beim Fremdenviertel.
Gasthöfe: Tor Hotel (deutscher Leiter), Prachtbau I. Ranges, auf dem Hügel schön gelegen, Garten, Pens. von 8 Yen an; sehr zu empfehlen, Auto zur Stadt frei. — Oriental, Kyō-Machi 80 (Neubau am Bund), Pens. von 8 Yen an. — Mikado, in der Nähe des Kōbe-Bahnhofs, 15 Min. Rikschafahrt von der Fremdenniederlassung, II. Ranges; ebenso Pleasanton, California u. a. — Restaurants: Grill Room im Oriental Hotel sowie bei Sannomiya und Kōbe-Station; japanisch: Nishimura, Gotō. — Tokiwa-Kadan, beim Kōbe-Bahnhof, oder Nishi-Tokiwa, beim Suwayama, Teehäuser für japanische Gastmahlzeit mit Tanz (vorauszubestellen, teuer).
Post ( Sannomiya Postoffice ) in der Fremdenniederlassung Nr. 33. — Telegraph neben der Sannomiya-Bahnstation (s. oben). — Rikschas 1 St. 25 sen mit 1 Kuli, 50 sen mit 2 Kulis; jede Stunde mehr 20 sen, für 2 Kulis doppelt; 1 / 2 Tag 1 Yen, 1 Tag 1,50 Yen; bei Dunkelheit 20 Proz., bei Regenwetter 30 Proz. mehr; innerhalb der Stadt kleinere Taxe, für die man an den Bahnhofsausgängen Tickets lösen kann.
Wagen (Mikado Hotel): Einspänner 1 / 2 Tag 3 Yen, 1 Tag 5 Yen; Zweispänner (3-4 Pers.) 1 / 2 Tag 5 Yen, 1 Tag 9 Yen.
Elektrische Stadtbahn vom Bahnhof Hyōgo nach Kōbe am Settlement vorbei; vom Hyōgo-Bahnhof nach Suma, alle 5-10 Min.
Eisenbahnen: Hauptbahnhof am Südende der Stadt, nahe bei Hyōgo; für die Fremdenniederlassung ist der Bahnhof Sannomiya am nächsten, weshalb man Fahrkarte stets nach dieser Station lösen soll. Von Kōbe fährt die Sanyōbahn nach Shimonoseki (S.355 ), die Tōkaidōstaatsbahn nach Tōkyō (S.393 ).
Dampfer: Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd (Agentur H. Ahrens & Co. Nachf., Bund Nr. 10, Tel.-Adresse »Nordlloyd«), 14tägig mit Dampfer der Europa-Linie über Nagasaki oder Tsingtau nach Europa sowie nach Yokohama; mit Dampfer der Austral-Japan-Linie jede 4. Woche nach Australien über Hongkong, Manila und Neuguinea, oder nach Yokohama. — Hamburg-Amerika Linie (Agentur C. Illies & Co.). — Österreichischer Lloyd (Agentur Samuel, Samuel & Co.), monatl. nach Schanghai. — Messageries Maritimes (Agentur G. Abily, Mayemachi Nr. 8), 14tägig nach Yokohama und Europa über Schanghai.

Peninsular & Oriental Co. (Itomachi Nr. 109).— Nippon Yūsen Kaisha (Agentur gegenüber American Hatoba), 14tägig nach Hongkong, zweimal wöchentlich nach Schanghai und Yokohama. — Canadian Pacific R. & O. St. S. (Agentur Mayemachi Nr. 14), 1-2mal monatl. nach Vancouver bzw. nach Schanghai und Hongkong über Nagasaki. — Pacific Mail und Tōyō Kisen Kaisha (Agentur Kyōmachi Nr. 83 u. 81), abwechselnd etwa 3mal monatl. nach Yokohama, Honolulu, San Francisco, Nagasaki, Schanghai, Hongkong und Manila.— Nippon Yūsen Kaisha fährt an der Küste; auch nach Europa, Australien und Seattle (Vereinigte Staaten).— Ōsaka Shōsen Kaisha im japanischen Binnenmeer und nach Formosa und Dalny (Port Arthur).— Agentur der Russischen Freiwilligen Flotte: Samuel, Samuel & Co.
Banken: Deutsch-Asiatische Bank, Kyōmachi 25.— Yokohama Specie Bank, Sakaye Machi 8.— Chartered Bank of India, Australia & China, alle drei Korr. der Deutschen Bank.— Hongkong & Shanghai Bank, Bund 2, Korr. der Allgem. Deutschen Creditanstalt in Leipzig. Alle vier Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft.
Theater: Daikokuza.— Bentenza in Hyōgo auf dem Minatogawa; ebenda Kinematographen und Vergnügungsplätze.
Fremdenführer: Oriental Guides Society, 163 Kitanagasa Nichōme. (Führer tägl. 4 Yen für 1-3 Pers., 1 Yen für jede Person mehr); Kōbe Kaiyūsha, 4 Sannomiya-chō, Nichōme, Preis ebenso.
Deutsches Konsulat: Higashi Machi Nr. 115; Konsul Thiel.— Deutscher Klub Concordia (gutes Lesezimmer), am Ostende der Fremdenniederlassung (Settlement);— Kōbe Club (international), ebenso. Tennis, Cricket, Rowing und Athletic Club. Cricket-u. Tennisplatz. — Deutscher Arzt: Dr. Quosig, Ahashi Machi Nr. 39 in Kōbe; internationales Krankenhaus.—Deutsche Apotheke, Harimamachi Nr. 7 im Kōbe Building.
Polizei am Nordende der Fremdenniederlassung; Hafenpolizei an der American Hatoba.
Buchhandlungen: Thompson & Co., Division Street 3 (für Kelly & Walsh, Schanghai): für deutsche Bücher: Kawase, Motomachi.— Zeitungen (in englischer Sprache): Japan Chronicle; Kōbe Herald.— Photographen: Ichida (für Porträte), Motomachi, 2 chōme.— Tamamura (für Landschaften, Volksszenen), Uramachi, Nordende der Fremdenniederlassung.
Geschäftsadressen. Japan. Kunstsachen: Harishin;— Hamada, beide Motomachi, 2 chōme.—Silbersachen: Nambu und Chodaisha, Motomachi, 2 chōme.—Porzellan: Shintō Kaisha, Motomachi, 2 chōme; Taniguchi u. a., ebendaselbst.—Bambusarbeiten: Iwamoto, nahe beim Nankotempel.—Seide: Matsumoto, Motomachi, 3 chōme.— Lackwaren: Nakamura (roter Loochoo-Lack), Motomachi.
Spediteur: J. A. Christensen & Co., Nakamachi 38, gegenüber der Post.

Kōbe, erster Einfuhrhafen Japans und Hauptstadt des Hyōgo-Ken (Präfektur) in der Provinz Settsu, an der Südküste der Hauptinsel (Hondo), 36 km westl. von Ōsaka, mit dem es durch Eisenbahn sowie durch elektrische Bahn verbunden ist, bildet mit dem westlicher gelegenen Hyōgo eine Doppelstadt von 387915 Einw. Kōbe ist eine neue Stadt mit tiefem, in großartigem Ausbau begriffenem Hafen, an dem entlang das Fremdenviertel ( Settlement ) mit seinen Geschäftshäusern und Villen und 3328 (davon etwa 250 Deutsche und 2000 Asiaten) eingewanderten Fremden sich ausbreitet, die nahen Hügellehnen hinansteigend. Hyōgo, die ältere Stadt, mit rein japanischem Charakter, ist ein sehr alter Seehafen, der schon im 12. Jahrh. blühte. 1868 dem Fremdenhandel eröffnet, hat es seitdem großen Aufschwung genommen, ist Sitz vieler Handelsgesellschaften (122 europäische und amerikanische Firmen, 4 europäische Banken), hat viele Reisschälmühlen, eine große Baumwollspinnerei, viele Zündhölzerfabriken und andre Fabriken.

Plan von Kōbe-Hyōgo. Plan von Kōbe-Hyōgo.

Die Mitsu Bishi Co. besitzt zwei große Docks in Wada bei Hyōgo, die Kawasaki Co. Docks und Schiffsbauanstalt in Kōbe. Die Einfuhr umfaßt Rohbaumwolle, Musselin, Eisenwaren, Maschinen, Petroleum, Zucker, die Ausfuhr Reis, Tee, Baumwollengarn, Seide, Fische, Kampfer, Zündhölzer, Porzellanwaren, Schirme. Die Stadt ist sehr gesund für Europäer, die Umgebung sehr reizvoll. Die deutsche Einfuhr betrug 1910 rund 50 Mill. Mk.— Rundfahrt. Von Kōbe zunächst durch das Fremdenviertel und über den Bund zum * Ikutatempel, oberhalb des Bahnhofs Sannomiya zwischen Kampferbäumen und Kryptomerien versteckt, erbaut im 3. Jahrh. von der Kaiserin Jingō Kōgō nach ihrem Sieg über Korea; von da nach den Wasserfällen Nunobiki (s. unten) und zurück zum Fremdenviertel, dann nach W. durch die Hauptgeschäftsstraße Motomachi nach dem Hauptbahnhof Kōbe zu. Wenig sehenswert ist der Nanko -( Minatogawa -) Tempel nördl. vom Hauptbahnhof, in dessen Nähe ein Aquarium und ein Basar liegen.—Dann fahre man über eine der Brücken nach Hyōgō zum * Nōfukujitempel, berühmt durch den großen Bronzebuddha, japan. Daibutsu, eine riesige Bronzefigur von 16 m Höhe und 26 m Leibumfang (1891 vom Papierfabrikanten Nanjo Shōbei gestiftet); im Innern des 2,5 m langen Gesichts, durch Treppen zugänglich, ein Altar für den Lichtgott Amida; wie im großen Tempel, hängen auch im Innern des Daibutsu viele Metallspiegel, Weihgeschenke frommer Stifter.—In der Nähe der Shinkōjitempel mit künstlerischer Bronzefigur des Amida vor einem Lotosteich. Gegenüber ein Denkmal des Kiyomori aus dem Tairageschlecht, des einst allmächtigen Premierministers (gest. 1181). —In der Nähe liegt der Seifukujitempel, und 10 Min. südl. die Landzunge Wada no Misaki, mit schönem Blick aufs Meer.—Auf der Rückfahrt besichtige man den Shintōtempel Wada no Myōjin.— Auch ein Handelsmuseum ( Shōhin Chinretsujo ) ist in Kōbe neben dem Sannomiyatempel.

Ausflüge: Vom Fremdenviertel nördl. auf der breiten Takemichistraße in 20 Min. zu den beiden hübschen Wasserfällen von Nunobiki, der untere Men-daki (weiblicher Wasserfall), der obere On-daki (männlicher Wasserfall) genannt, beide mit Teehäusern; weiter durch ein Tor in 10 Min. zu einem schönen Stausee. Auch auf dem Hügel Suwayama, 8 Min. westl. vom Tor Hotel, liegt ein Teehaus mit *Aussicht.— 300 m östl. vom obern Fall auf schmalem Bergpfad (schwer zu finden!) oder 20 Min. weiter östl. hinter dem Friedhof Kasugano auf breitem Weg weitergehend, gelangt man in etwa 2 St. zum höchsten Gipfel bei Kōbe, den * Mayasan (750 m), auf dem ein Tempel der Maya (Buddhas Mutter), irrtümlich Mondtempel genannt, steht; prächtige * Fernsicht über den Golf von Ōsaka; Teehäuser beim Tempel. Abstieg in 1 1 / 2 St. bis Kōbe.—Bequemer ist der Aufstieg auf den Bergkamm hinter dem Suwayama (etwa 1 / 2 St.), auch auf Bergpfaden hinter dem Tor Hotel zu erreichen; *Aussicht.—Im Tale westl. vom Suwayama steigt man in etwa 1 St. zum * Futatabi-san (500 m), mit schöner Tempelanlage auf dem Gipfel und vorzüglicher *Aussicht.—Ausflüge nach Akashi (S.360 ), Maiko (S.361 ), Shioya (S.361 ).
Mit Rikscha (2 Mann) in 40 Min. nach Gomotera, dann zu Fuß oder mit Tragstuhl (3 Mann zu je 60 sen) auf den Kamm des Rokkosan (850 m), 8 km lang (Bergrücken westl. hinter Kōbe, oben 60 Sommerhäuser der Fremden, Golfklub und schlechte Teehäuser. Im Sommer auch zu Pferd (1,30 Yen) oder zu Fuß von Oishi (elektr. Bahnstation) über Gomo nach Rokkosan.

Elektr. Eisenbahn über Nishinomiya und dann mit Rikscha; oder Eisenbahn über (26 km) Kanzaki (s. unten), dann Zweigbahn in 3 / 4 St. nach Takarazuka ( Takarazuka Hotel, Tansan Hotel ), Sommerfrische mit vorzüglichen heißen Bädern und dem berühmten Tansanmineralwasser. Von der nächsten Bahnstation Namaze (hübscher, aber beschwerlicher) oder auch von Sanda mit Rikscha in 1 1 / 4 St. nach Arima ( Arima Hotel; einf. Gasthöfe: Sugimoto; Masuda ), Sommerfrische der Fremden von Kōbe, etwa 430 m ü. M., in hübscher Landschaft gelegen; heiße Bäder; Ausflüge zum Takotori mit schöner Aussicht über das japanische Binnenmeer; ferner elektrische Bahn über Nishimomiya zum Kabutoyama (Bismarckhügel genannt wegen vier einsamer auf seinem runden Gipfel aufragender Bäume) und lohnender Fußweg von Oishi (Station der elektr. Bahn) über Gomo nach Rokkosan (s. oben).

Von Kōbe über Ōsaka und Nara nach Kyōto.

Die Tōkaidō- Staatsbahn führt vom Bahnhof Sannomiya in Kōbe über (26 km) Kanzaki durch Flußniederung nach

(33 km) Ōsaka (früher Naniwa ), zweite Stadt des Reiches und mit Tōkyō und Kyōto eine der drei Fu oder großen Hauptstädte, an der Mündung des Yodogawa in die Idzumi Nada (Golf von Ōsaka).