Seitentour: Honolulu-Hawaii.
Dampfer der»Inter Island Steam Navigation Co.«(Queen Street, nahe Fort Street) von Honolulu Di. Mitt. in 22 St. nach Hilo, an Mi. Vorm. 10 Uhr; Lunch im Hotel; Besuch des Wasserfalles.— Eisenbahn ab Hilo 2 1 / 4 Uhr Nm. nach Glenwood; von Glenwood Omnibus ab 4 Uhr Nm. zum Hotel Volkano House, Ankunft 7 Uhr abds.—- Zurück Fr. Vm. nach Glenwood und Hilo; Dampfer nach Honolulu an Sa. Vm.—Rundtour $ 42, dafür I. Klasse Dampfer, Bahn, Omnibus und 2 Nächte und 1 Tag im Hotel Volcano House.
Hawaii, die größte und südöstlichste der Hawaii-Inseln, ist 150 km lang, 120 km breit, 10398 qkm groß und hat 46843 Einw. Die NO.-Küste ist zwar den herrschenden Winden ausgesetzt, besitzt aber in der Hilobucht die beste Reede der Insel. Die Westküste hat leidlich gute Häfen bei Kealakeakua (wo Cook am 14. Febr. 1779 erschlagen wurde, jetzt dort ein Denkmal für ihn), Kailua und Kawaihae. Das völlig vulkanische Inselland steigt vom schmalen Küstensaum schnell zu einer Lavahochebene an, aus der sich fünf vulkanische Bergmassen erheben. Zwei dieser Vulkane können als ganz erloschen gelten: der 1678 m hohe Kohala im N., von dem nur noch Ruinen vorhanden sind, und die höchste Erhebung der Insel, der 4200 m hohe Mauna Kea. Der im W. liegende Hualalei hat 1801 seinen letzten Ausbruch gehabt. Noch heute sind in kurzen Zwischenräumen tätig der 4168 m hohe Mauna Loa und der Kilauea (1231 m), beide im S. der Insel. Was diese Vulkane von allen andern Vulkanen der Erde unterscheidet, ist die Ruhe, mit der ihre Eruptionen vor sich gehen (Seltenheit von Erdbeben), und die große Dünnflüssigkeit ihrer basaltischen Lava sowie das fast völlige Fehlen von Tuffen und Aschen. Die Dünnflüssigkeit der Lava hat zur Folge, daß die Vulkanberge Hawaiis nur flachschildförmig sind im Gegensatz zu den viel steileren Kegelbergen etwa des Fuji-no-yama oder der Vulkane von Java. Indem die Lava sich weit ausbreitete, füllte sie die Zwischenräume zwischen den einzelnen Vulkanen zum Teil aus, so daß das Innere von Hawaii ein einheitliches, etwa 1200 m hohes Tafelland bildet, das nur gegen die Küsten meist steil abfällt. Ebenso sitzt der Kilauea der SW.-Seite des Mauna Loa als schwache Erhebung auf, obgleich seine Ausbrüche mit denen des Loa gar nichts zu tun haben. Die Ausbruchstätigkeit unterscheidet sich beim Mauna Loa und beim Kilauea sehr scharf dadurch, daß ersterer Lavaströme aussendet, letzterer aber nicht. Die Lavaströme des Loa, die an den Seiten des Gipfels austreten, bewegen sich infolge ihrer Dünnflüssigkeit sehr rasch vorwärts, selbst auf ganz schwach geneigter Unterlage, und erreichen bis zu 45 km Länge. Ganz anders ist die Tätigkeit des vielbesuchten Kilauea; er zeichnet sich gerade dadurch aus, daß die vulkanische Tätigkeit sich auf den Raum des Kraters selbst beschränkt, daß (mit geringen Ausnahmen) auch in den Ausbruchsperioden weder Lava nach außen abfließt, noch Asche oder Bomben ausgeworfen werden, so daß die Vorgänge im Krater aus nächster Nähe gefahrlos beobachtet werden können. In dem flachen Gipfel des Kilauea ist ein großer steilwandiger länglicher Krater eingesenkt, die Mündung des in die Tiefe führenden, der flüssigen Lava zum Aufsteigen dienenden Schachtes. Nur selten, in Zeiten starker Tätigkeit, ist ein größerer Teil der Kraterinnenfläche von frisch aufgestiegener, glutflüssiger Lava angefüllt und bildet einen einzigen Glutsee. Für gewöhnlich aber nimmt den Kraterraum eine Erstarrungskruste aus erkalteter Lava ein, die man gefahrlos bis an den Rand der kesselförmigen Vertiefungen (in der Gegenwart nur der 80 m tiefe, 370 m lange und 305 m breite Halemaumau, d. h. Haus des Feuers) begehen kann, in denen die flüssige Lava auf und ab wogt.
Vom niederschlagsreichen NO.-Abhang der Insel ziehen viele Bäche, häufig Wasserfälle bildend, zum Meer; dieser Teil der Insel wie auch die Südküste sind sehr fruchtbar (Kokospalmen, Mangobäume, Bananen, Bambus); die trockne Westküste sowie das mit Lava bedeckte Innere sind unfruchtbar, zum Teil wüstenhaft, doch findet man auch dort viele verwilderte Schweine, Ziegen und Rinder. Große Zucker-, Kaffee- und Orangenpflanzungen bedecken die Küstenlandschaften.
Man fährt von Honolulu längs der Südküste der Inseln Molokai (mit Niederlassung [in Kalaupapa, wo der Dampfer Post abgibt] für Aussätzige, Leprakranke, unter denen ein französischer Priester in freiwilliger Abgeschlossenheit für Lebenszeit wirkt), dann durch die Auaustraße zwischen Molokai und dem Westende von Maui l. und der Nordküste der Insel Lanai r., dann längs der SW.-Küste von Maui und durch die Alakeikistraße zwischen Maui l. und der kleinen Insel Kahoolawe r. nach Upolu Point, dem Nordkap der großen Insel Hawaii, dann längs deren Nord-und NO.-Küste nach der Hafenbucht von Hilo ( Byronbai ), 190 Seem. von Honolulu, die durch vorgelagerte Riffe einigermaßen gegen Seegang geschützt ist.
Hilo ( Hilo Hotel ) ist der Hauptort der Insel Hawaii, mit etwa 4500 Einw. (meist Chinesen und Japaner). In der Umgebung Zuckerrohrbau. Etwa 3 km westl. von Hilo ist der berühmte, 25 m hohe Regenbogenwasserfall des Wailuku.
Ausflüge: Zum Kilauea (1231 m). Man nehme wärmere Wollkleidung (da morgens und abds. kühl), Regenmantel und Schirm mit. Von Hilo (Lunch im Hotel) mit Kleinbahn in 1 St. nördl. über (20 km) Olaa, eine große Zuckerrohrpflanzung. Vom Endpunkte der Bahn, Glenwood, fährt man mit vierspännigem Omnibus durch Baumfarnwälder bergan, mit Ausblicken nach dem 35 km östl. liegenden Vulkan Mauna Loa zum Hotel Volcano House (für längern Aufenthalt geeignet), wo man übernachtet. Das Hotel liegt nahe dem NO.-Ende des Kilaueakraters (vgl. S.421 ), dessen Rand hier nicht mit einem einzigen Steilabsturz, sondern treppenförmig absinkt, so daß die Kraterinnenfläche bequem zu erreichen ist. Von hier zu Fuß (Reitweg; Pferd $ 2, für Damen ratsam) in 1 1 / 4 bis 1 1 / 2 St. nach dem Lavasee Halemaumau. — 1 / 2 St. östl. vom Volcano House liegt der Einsturzkessel Kilauea-iki, mit 230 m hohen, bereits üppig bewachsenen Rändern.— Hand Das Hinabsteigen in den Kilaueakessel ist ohne Führer nicht ratsam! —Lohnend soll ein eintägiger Fußmarsch oder Ritt rings um den Krater sein. Ein Automobilweg (»Jack Atkinson Road«, scherzhaft »Road to Hell« = Höllenweg, genannt) führt vom Volcano House Hotel um den Krater herum bis zum Halemaumau. Dicht beim Hotel liegen die sogen. Schwefelbänke ( Sulphur banks ), wo aus roter Erde flüssiger Schwefelstrom aufquillt und sich an der Luft verdichtet; die Kristalle funkeln seltsam im Sonnenschein. Tagesausflug vom Volcano House nach den Sechs Kratern ( The Twins, Zwillingskrater; Pun Huluhulu mit prächtiger Aussicht auf Mauna Kea und Mauna Loa; Two Orphans, zwei kleine Krater im Wald; * Kamakaopuhi, Aalauge, der interessanteste); Rückweg durch schattigen Wald 12 km nach Volcano House.
Die Besteigung des Mauna Kea (4210 m) und des Mauna Loa (4170 m) erfordert gründliche Vorbereitungen, Anwerbung von Trägern etc., ist daher kostspielig und zeitraubend.
Von Honolulu nach San Francisco.
Die etwa 6tägige Dampferfahrt von Honolulu nach San Francisco, die meist von gutem Wetter begünstigt ist, führt um Diamond Head (S.420 ) herum längs der SW.-Küste der Insel Oahu durch die Kaiwi -Straße zwischen Makapuu Point, dem Ostkap von Oahu, und Kalaau, dem Westkap von Molokai hindurch und dann mit ungefähr onö. Kurs durch den östl. Stillen Ozean auf die 48 km westl. von der San Francisco-Bai gelegenen Farallones-Inseln (»Pfeilerfelsen«) zu, drei granitische Felsen, 81 Hektar groß, Niststätte zahlloser Vögel, deren Eier für den Markt in San Francisco gesammelt werden. Vor den Farallones sichtet man die hohen Berge der kalifornischen Küste des amerikanischen Festlandes bei klarem Wetter schon aus 50 Seem. Abstand vom Lande. An der Nordseite des Golfes ist die Reyes-Huk ein auffälliges Hochland. Ferner erkennt man den 1330 m hohen Helenaberg (30 Seem. landwärts) und den 1180 m hohen Diabloberg (30 Seem. onö. vom Goldenen Tor); vgl. II. Teil, S. 25. Von dem Tamalpais- oder Tafelberg (s. II. Teil, S. 33) erkennt man drei Gipfel, wovon der westliche am höchsten, der mittlere am niedrigsten und der östliche am schärfsten ist. Auch die kegelförmige Insel Südost-Farallon, deren Gipfel ( Sugarloaf = Zuckerhut) 100 m hoch ist und einen 9 m hohen, kegelförmigen Leuchtturm trägt, ist leicht zu erkennen; sie bleibt l., man läuft dann auf das Feuerschiff vor der Barre von San Francisco zu, läßt es r. und steuert durch das berühmte * Goldene Tor ( Golden Gate, II. Teil, S. 25), eine Meerenge (vgl. den Plan II. Teil, S. 26), in die herrliche *Bai von San Francisco (II. Teil, S. 31); l. kahle Berge, r. Cliff House (II. Teil, S. 33) hinter mächtigen Klippen, auf denen sich Seelöwen sonnen. Dann dreht der Dampfer r. in den Hafen von San Francisco (II. Teil, S. 25).
Von Yokohama nach Vancouver laufen Schnelldampfer der Empressklasse der Canadian Pacific Steamship Line (in Montreal; Agent: Karl Flügge, Hamburg, Alsterdamm 8) im Sommer alle drei, im Winter alle vier Wochen in 12 Tagen von Yokohama nach Vancouver (4300 Seem.), vgl. Reichskursbuch Nr. 704, als schnellste Verbindung zwischen Ostasien und Nordamerika und weiter über die Canadian Pacificbahn auch mit Europa. Sofort nach Ankunft der»Empress«-Dampfer von Yokohama fährt der »Overseas Limited«(ein Sonderzug der Canadian Pacific R. R.) mit den Passagieren I. Kl. von Vancouver nach Quebec, im Sommer, oder nach St. John, N. B., im Winter ab, zum Anschluß an die Atlantischen»Empress«-Dampfer, auf denen man Liverpool nach 22 Tagen Fahrt von Yokohama ab erreicht. (Ebenso in umgekehrter Richtung.) Fahrpreise I. Kl. von Yokohama (oder Kobe, Nagasaki, Schanghai, Hongkong, Manila) und über Kanada nach Liverpool (Southampton oder London) £ 71,10 (1480 M); Rückfahrkarte auf 6 Monate I. Kl. £ 120, auf 2 Jahre £ 125; II. Kl. (12 Monate gültig) über Kanada £ 74, über New York £ 78. Eine Reise um die Welt: London, Liverpool oder Southampton nach Quebec, Montreal, New York, Boston, Halifax oder St. John, N. B.: von dort Canad. Pacific R. R. nach Vancouver, Dampfer nach Yokohama, Schanghai oder Hongkong; dann mit Dampfer des Norddeutschen Lioyd oder P & O Line über Colombo und Suezkanal zurück; Preis der Rundreise, 2 Jahre gültig, £ 131,10 ohne, 137,10 mit Verpflegung und Schlafplatz auf der Canadian Pacific R. R.
Von Yokohama nach Seattle, der kürzeste Dampferweg zwischen Japan und Nordamerika, laufen Dampfer der Nippon Yusen Kaisha in Tōkyō 14tägig (Fahrpreise von Yokohama über Kanada nach London I. Kl. £ 56, II. Kl. £ 39; Agent: P. Günther, Hamburg, Mattentwiete 1) und der Great Northern Steamship Co. in St. Paul (Minn.) monatlich (Fahrpreis von Yokohama oder Hongkong etc. nach London I. Kl. £ 71,10; Rückfahrkarte für 6 Monate Landaufenthalt £ 115,10, für 2 Jahre gültig £ 121; Agent wie vorher).—Die Schiffe haben gleichen Kurs wie die nach Vancouver und laufen auch in die San Juan de Fuca-Straße ein, l. die Insel Vancouver, r. der Mount Olympus (2480 m). Dann geht das Schiff nach Vancouver (II. Teil, S. 188) nördl., das nach Seattle (II. Teil, S. 146) durch den Pugetsund südl.; Fahrzeit etwa 15 Tage.—Außerdem die Osaka Shosen Kaisha in Ōsaka, etwa monatlich nach Tacoma (II. Teil, S. 147; Fahrzeit: Hongkong bis Takoma 32-38 Tage! Billige Linie).
Register.
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