Perim, englische Insel in der Straße Bab el-Mandeb, ist kahl, felsig und vulkanischen Ursprungs; auf dem 65 m hohen Gipfel der Insel am SO.-Ende liegt eine Lloydsignalstelle, die passierende Schiffe telegraphisch nach London meldet; Telegraphenkabel führen von der Insel nach Aden, Suez, Obock, Assab, Massaua und Suakin. Der bequeme natürliche Hafen an der SW.-Seite der Insel ist an die Perim Coal Comp. verpachtet, die ein großes Lager an Kohlen zur Ausrüstung von Dampfern unterhält. Indische Mekkapilger-Schiffe müssen die Insel zur ärztlichen Untersuchung anlaufen. Perim ist strategisch als englischer Flottenstützpunkt wichtig, aber unbefestigt. Zur Brutzeit Schildkrötenfang am Hafen.

Dampfer nach Djibouti laufen westl. von Perim durch die Große Straße Bab el-Mandeb zwischen Râs Sijan, einem 135 m hohen rötlichen Küstenvorsprung, und den Sechs Brüdern ( Djesiret es-Sawahib ), sechs auffälligen Felseninseln, hindurch, steuern dann um Râs el-Bir herum in den Golf von Tadjura, an dessen NO.-Ecke der von Riffen eingeschlossene Hafen von Obock liegt, früher Haupthafen der französischen Somali-Küste, jetzt, weil ungesund, verlassen. Im Innern des Golfs von Tadjura liegen die unwichtigen Handelsplätze Tadjura, Ambabo, Sagallo und das schwer zugängliche Becken Ghubbet Charab. Am SO.-Ausgang des Golfs liegt die Hauptstadt der französischen Kolonie Somali.

Djibouti, Stadt mit ca. 16000 Einw., davon 1800 Europäer, Sitz eines Gouverneurs; zwei deutsche Firmen; Stadt mit steinernen Häusern, gut gebaut. Polizeitruppe von 500 Gallaleuten.

Gasthöfe: Continental (gelobt);— Des Arcades;— De France, Pens. 10-12 Fr.— Cafés am Place du Port und am Place de Menelik.— Dampfer: Messageries Maritimes, 14tägig nach Marseille, Ostasien, Australien, Madagaskar und Mauritius; Küstendampfer der Cie. de l'Afrique Orientale nach Aden, außerdem Dampfer des Österreichischen Lloyd, der Hamburg-Amerika Linie und der Cie. Harraise etwa monatlich einmal.— Post u. Tel. französisch; Telephon nach Harrar und andern abessinischen Orten bis Addis-Abeba. — Eisenbahn bis Diré-Daua (vgl. S.37 ), Fortsetzung bis Addis-Abeba im Bau.— Geld französisch: die Eingebornen nehmen auch indische Rupien und Silber-Annas in Zahlung.
Konsulate: Abessinischer Konsul Ato Joseph, bei dem man vorspreche vor einem Ausflug nach Abessinien zur Ausstellung eines Waffenscheins (gratis). — Bank: Filiale der Banque de l'Indochine.
Geschichtliches: Erste französische Niederlassung 1862 in Obock, gekauft vom Sultan Ibrahim Abu Bekr; Kohlenlager wurden erst 1883 dort eingerichtet; 1896 wurde Djibouti Hauptstadt der Kolonie » Côte Française des Somalis «.

An der Landungsbrücke für Leichter mit Schmalspurbahn liegen die Kohlenlager und Gebäude der Messageries Maritimes. An der kleinern südlichen Landungsbrücke, die dem Bootsverkehr zum Dampfer dient, das Regierungsgebäude. Krankenhaus für Europäer. Trotz der Hitze sind die Gesundheitsverhältnisse für Europäer gut, nur Sonnenstich kommt häufig vor. Größte Hitze im Juli, August und September. Man trage stets Tropenhelm!—Trinkwasser aus Wasserleitung ist nicht einwandfrei, Darmkatarrhe treten häufig auf. Lebhafter Handel mit Elfenbein, Kaffee, Gold und Häuten; Waffenausfuhr nach der arabischen Küste. Handelshäuser am Place du Port und Place de Menelik.

Eisenbahn Djibouti-Diré-Daua, 310 km in 16 St., zweimal wöchentl. Personenverkehr für I. 180, II. 62, III. (nur Eingeborne) 15,50 Fr., Rückfahrkarten mit 8 Tagen Gültigkeit I. 220, II. 75 Fr. Spurweite der Bahn 1 m. Die Bahn durchläuft die wasserarme, hügelige Küstenebene und fährt dann in Trockentälern in das innere Gebirgsland hinein. Nachdem bei (89 km) Ali Sabiet in 734 m Höhe der französische Grenzposten passiert ist, kommt man durch besonders schöne Gebirgslandschaften hindurch. In 831 m Höhe bei (106 km) Daouanlé ein Bahnhofsgasthaus. Das Gebirgsland endet bei (132 km) Adelé, die Bahn tritt auf eine unabsehbare, mit einzelnen Büschen und Bäumen besetzte Hochebene, erreicht (190 km) Col du Harr (887 m) und, zuletzt wieder durch Bergland, den vorläufigen Endpunkt in (310 km) Diré-Daua (1100 m), 1905 gegründeter Stadt mit 15000 Einw., darunter 500 Europäer. Gasthöfe: Continental; De France; Vigier; Hermelides; Michaelides. Geld: Mariatheresientaler und Meneliktaler (Bör) = 12-16 Mahalek (abessinische Silbermünze, etwa 12-13 Piaster [Girsch]). Französisches Geld wird in Zahlung genommen.
Ausflug von Diré-Daua nach Harar, 60 km in 1-2 Tagen auf Kamelen, Pferden, Mauleseln oder Eseln; Preis für ein Tier 3-5 Taler. Die gebahnte Straße führt am See Hiramaya (abessinisches Wirtshaus zum Übernachten) vorbei, überschreitet einen Bergpaß von 2030 m Höhe und senkt sich dann nach der Stadt Harar ( Hôt. Universel, Pens. 15 Fr.), die 1856 m ü. M. auf einem Berge liegt und 50000 Einw. hat, davon 8-10000 Abessinier, an 7000 Galla und Somali, Rest Fremde (Araber, Türken, Armenier, Hindus und Griechen). Harar ist alte Handelsstadt, 1886 von Menelik erobert, Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, Sitz eines Gouverneurs. Die fünf Tore der Stadt werden bei beginnender Dunkelheit geschlossen und unter keiner Bedingung vor dem nächsten Morgen geöffnet; vor der Stadt ist keine Unterkunft, das Kampieren im Freien ist wegen des Geheuls der Hyänen und Schakale unangenehm. Die Stadt, mit Mauern umgeben, inmitten von Bananenpflanzungen und Kaffeegärten reizvoll gelegen, hat typisch orientalisches Gepräge. Sehr gesundes Klima, gute Wasserleitung. Bank: Bank of Abyssinia, eine Filiale der gleichnamigen Bank in Addis-Abeba. Münzwesen s. unter Diré-Daua; PT, Telephon nach Djibouti und Addis-Abeba. Konsulate: England, Italien sind vertreten. Französisches Hospital.
Lebhafter Handel, besonders in Kaffee und Häuten; der Markt wird tägl. von etwa 10000 Angehörigen der Stämme dieser Provinz besucht. Die Umgegend ist sehr fruchtbar, das Klima mild. Etwa 4 St. von Harar Jagd auf Wildschweine etc.
Das eigentliche Abessinien ( Habesch, Äthiopien ), das man bei diesem Ausfluge nicht berührt, umfaßt ein wildzerklüftetes Alpenland mit wald-und wildreichem Tafelland im Innern, mit gesundem europäischen Hochgebirgsklima, geeinigt 1889 vom Negus Negesti (König der Könige = Kaiser) Menelik, der infolge schwerer Krankheit im Jahr 1911 von der Regierung zurücktrat. Seitdem ist der (1896 geborne) Enkel Meneliks, Lidji Jeassu, König von Abessinien. Die südl. Provinzen werden künftig mit der Bahn erreichbar, die von Diré-Daua westwärts 470 km weiter bis zur Hauptstadt Meneliks, Addis-Abeba, im Bau ist. Addis-Abeba, etwa 2400 m ü. M. von Bergen umgeben in der Landschaft Schoa gelegen, zählt ca. 50000 Einw.; etwa 60 km westlicher liegt die zeitweilige Residenz Addis-Alam des Königs. Schoa hat in den Höhenlagen sehr gesundes Klima, doch tropische Regenzeit vom Juni bis September.
Jagdgelegenheit bei Addis-Abeba am Hawasch-Fluß und an den Robi-Seen auf Nilpferde, Krokodile, Warrans, Löwen, Leoparden, Büffel und Antilopen sowie auf Federwild, wie Marabus, Kuhreiher etc.; zur Jagd sind Empfehlungen und Regierungserlaubnis erforderlich.

Aden.

Vgl. den untenstehenden Lageplan.

Lageplan von Aden. Lageplan von Aden.

Ankunft. Östl. und westl. von Aden ist die Küste niedrig und sandig, so daß sich die drei Halbinseln Râs Amran, Djebel Hassan und Aden scharf hervorheben; die Halbinsel Aden hat viel Ähnlichkeit mit Gibraltar, ihr turmartiger, 541 m hoher Gipfel Djebel Schamschan kommt bei klarem Wetter schon auf 40 Seem. Abstand in Sicht. Die aus dem Roten Meere kommenden Dampfer halten geradeswegs auf die Leuchtbake auf Elephants Back und die Leuchttonnen bei Steamer Point zu. Die Dampfer des Norddeutschen Lloyd ankern meist sw. von den äußern Leuchttonnen im Außenhafen, nur während des stärksten Südwestmonsuns, im Juni, Juli und August, gehen sie des hohen Seegangs wegen in den innern Hafen (oder nehmen in Perim Kohlen). Alle übrigen (kleinern) Dampfer suchen stets den Binnenhafen auf.— Die meisten Dampfer haben nur 3-6 St. Aufenthalt, man erkundige sich genau nach der Abfahrtszeit, ehe man an Land fährt, und bleibe bei starkem Seegang besser an Bord, weil dann die Bootfahrt nach Steamer Point zeitraubend u. schwierig und rechtzeitige Rückkehr unsicher ist. Der äußere Ankerplatz liegt etwa 2 km vom Lande, die Überfahrt kann 1 St. dauern. Am Landungsplatz hängt ein Bootstarif (in Deutsch, Englisch und Französisch) mit allen Gebühren für Personen und Gepäck. Ein Bootsinspektor ist am Landungsplatz zu finden. —Aden ist Freihafen, Waffen und Munition dürfen nicht eingeführt werden, Weine und Spirituosen zahlen hohen Zoll.
Gasthöfe: Grand Hôtel de l'Univers (15 Z. 6-10, F. 2, Dîn. 3 sh.);— De l'Europe (Z. 4, F. 1, Déj. 3, Dîn. 4, Pens. 10 sh.) sind die besten Gebäude am Strand von Steamer Point, gut mit Veranden geschützt und bequem eingerichtet; Pens. etwa 8 Rup. tägl.