— Peninsular & Oriental S. N. Co. (P. & O.), Agentur: 3 Rampart Row; jeden So. nach Brindisi und London, 14tägig nach Colombo, China, Japan und Australien; ähnlich Ellerman Line und Anchor Line.— Società Nazionale di Servizi Marittimi, Agentur Hornby Road 59, nach Neapel und Genua.— British India S. N. Co., Agentur: Mackinnon, Mackenzie & Co., Ballard Road; wöchentl. nach indischen Küstenhäfen, Calcutta, Karachi, dem Persischen Golf, Birma und der Ostküste von Afrika.— Deutsche Ostafrika-Linie (Hamburg), Agentur A. Strandes, 14tägig nach Ostafrika (Daressalam etc.).—Fahrpläne geben die Tageszeitungen.
Bankgeschäfte: Hongkong and Shanghai Banking Corporation Ltd., Church Gate Street 40;— Chartered Bank of India Australia & China Ltd., Elphinstone Circle, gegenüber Telegraphenamt. — National Bank of India Ltd. (Korr. der Deutschen Bank und der Allgem. Deutschen Creditanstalt in Leipzig), Rampart Row;—Mercantile Bank of India, Esplanade Road; alle Korr. der Berl. Disconto-Gesellschaft.
Sprache. Englisch wird in allen Hotels, auch in den meisten Rasthäusern (Dâk Bungalows) gesprochen. Von den vielen neuindischen Sprachen, die in den verschiedenen Gebieten Vorderindiens gesprochen werden, ist das Hindostani oder Urdu die verbreitetste; es ist ein Hindudialekt mit vielen persischen und arabischen Beimischungen, auch einigen malaiischen, portugiesischen und englischen Wörtern. Grammatik und Wörterbuch von Forbes (London 1855 und 1846) gelten noch jetzt als beste Sprachführer. Zum Gebrauch für Reisende genügt aber der » Hindustani Manual for Beginners « (Times of India-Press, Bombay), der viele Wörter und Sätze enthält; ferner: » Marlborough's Hindustani Self Taught « (2 Rup. 4 annas); » How to speak Hindustani in a Month « (1 Rup.).—Betreffs der Aussprache englisch geschriebener geographischer Namen sei bemerkt, daß u im allgemeinen wie a gesprochen wird: Kalkatta (geschrieben Calcutta), Dschamna (geschrieben Jumna), Lackno (geschrieben Lucknow) etc.
Reisebureaus, Agenten. Norddeutscher Lloyd: Thos. Cook & Son.— Hamburg-Amerika Linie, Volkart Brothers. — Thos. Cook & Son (B4), Esplanade Road 13 (Lesezimmer); geben »Cooks India. Information for Travellers landing at Bombay and Calcutta« mit Angaben über Reisewege und Fahrpreise heraus, ein sehr nützliches Heft. Fahrkarten sind oft für die Bahn billiger und schneller in Cooks Office zu haben als auf den Bahnhöfen. Cook gibt auch Hotelcoupons, für ganz Indien gültig, aus, seine Fahrkarten können getauscht oder zurückgegeben werden. Es empfiehlt sich, Briefe aus der Heimat an Cook schicken zu lassen, der sie dem Reisenden nach Verabredung nachschickt (Deutsch wird aber im Bureau nicht gesprochen!).— Reiseagenten, die Reise-und Geldgeschäfte, auch eingeborne Diener besorgen, Briefe nachsenden etc., sind: Latham & Co. (empfohlen), Apollo Street; King King & Co., Standard Buildings, Hornby Row; Grindlay, Groom & Co., Hornby Road. (Vorsicht ist bei Agenten geboten!)
Konsulate: Deutsches Reich (B5), Konsul Dr. Heyer.— Österreich-Ungarn (B5), Konsul Graf Thurn.
Polizei ( Police Courts; C3) gegenüber dem Victoria-Bahnhof. Polizeiwache neben Apollo Hotel. Polizeipräsidium gegenüber Crawford Market.
Bäder in allen Gasthöfen. Seewasserbäder zum Schwimmen in Back Bay (B5) und Breach Candy (im NW.); Badezeit im Hotel erfragen
Ärzte: Dr. Alphons Mayr (Deutscher), Konsulatsarzt, Roosevelt House, Apollo Reclamation (gegenüber Taj Mahal Hotel), zu empfehlen.—Zahnärzte: Dr. Barr, Mayo Road; Dr. Davison, Landsdowne Road.
Apotheken: Thompson & Taylor, Esplanade Road; Kemp & Co., Elphinstone Circle (C4), Sassoon House und im Taj Mahal Hotel.
Buchhandlungen: Taraporevala, Meadow Street; Thacker & Co.; Esplanade Road (B4);— Combridge & Co., Esplanade Road.— Presse: The Times of India; The Bombay Gazette; Advocate of India (Abendblatt).
Photographien: Metzker (Deutscher, gelobt), Hornby Road, Whiteways Building.— Bourne & Shepherd, Esplanade Road 18, liefern Films und Platten jeder Art;— Clifton & Co. (Mitbesitzer: Schultz), Meadow Street, sprechen Deutsch.
Geschäftsadressen. Indische Kuriositäten: Tarachund, Meadow Street;— Ramswamy, ebenda;— Hurjimuli und in den Läden in der Kalbadevi Road und deren Nebenstraßen. — Reiseausrüstung: Army & Navy Stores; Badham & Pile; Asquith & Co.; Whiteway, Laidlaw & Co.; Hoar & Co.; sämtlich Esplanade Road.
Vergnügungen, Theater (nur zeitweise): Royal Opera House, Queens Road; Gaiety Theatre und Novelty Theatre (BC 3), nahe Victoria-Bahnhof. — Native Theatre (A1), Grant Road.— Öffentliche Musik an bestimmten Tagen im Yacht Club und am »Bandstand« (Musiktempel); Sa. in Byculla, Victoria Gardens; ebenda Botanischer und Zoologischer Garten und Museum.
Klubs, Vereine: Deutscher Klub, Kennedy Sea Face.— Byculla Club, Bellasis Road, Byculla, mit Schlafgelegenheit. Bombay Club, 26 Esplanade.— Yacht Club, Apollo Bandar (C5).— Bombay Gymkhana and Golf Club, Esplanade Road.— Ladies' Gymkhana, The Ridge, Malabar Hill, abds. sehr besucht.
Zeiteinteilung. 1. Tag Vm.: Wagenfahrt Fort, Europäerstadt und Native Town (Eingebornenstadt), bequem in 4-5 St. zu durchfahren; Nm. 2 Uhr: Mit Cooks Dampfer (s. S.61 ) nach Elephanta, zurück 7 Uhr;—2. Tag Vm.: Wagenfahrt nach Malabar Hill zu den Türmen des Schweigens (7 1 / 2 -9) mit Eintrittskarte vom Hotelportier; Nm.: Native Town-Basar »shopping« und Wagenfahrt nach Victoria Gardens und Museum. Abendspaziergang zum Studium des Volkslebens gegen 6 Uhr;—3. und 4. Tag: Ausflug nach Ellora (S.61 );—5. Tag früh: Autofahrt nach Mahim und Vehar Lake. Weitere Ausflüge s. S.62.
Geschichtliches. Bombay wurde 1530 vom Sultan Balladur, dem König von Gujarat, an die Portugiesen abgetreten, die dort eine befestigte Handelsfaktorei einrichteten. Bei der Heirat Karls II. von England mit der portugiesischen Infantin Katharina ging Bombay als Mitgift an die englische Krone über, wurde aber schon 1668 der Ostindischen Kompanie gegen einen Pachtschilling von 10 £ jährlich übergeben. Diese Kompanie verstand die günstige Lage des Platzes zu würdigen und auszunutzen; schon 1686 wurde der Sitz der westlichen indischen Statthalterei aus Surate nach Bombay verlegt, gleichzeitig Postamt und Münze errichtet. Durch geschickte Maßregeln, Zoll-und Religionsfreiheit für die Ansiedler, Ausbau des Hafens entwickelte sich der Platz und übertraf schließlich den alten Handelsplatz Surate bedeutend. Im 19. Jahrh. bewirkte die Steigerung der Baumwollausfuhr infolge des nordamerikanischen Sezessionskrieges schnelles Aufblühen Bombays. Seit Eröffnung des Suezkanals ist Bombay die zweite Handelsstadt Indiens geworden, hat aber seit 1896 durch Mißernten und Pest gelitten.
Das Klima von Bombay ist in der Trockenzeit nicht so heiß wie in andern indischen Plätzen. Der SW.-Monsun (Regenzeit) setzt etwa in der zweiten Juniwoche ein, der Regen dauert regelmäßig bis Ende September. Mai und Oktober sind die heißesten Monate, aber auch dann wird die Hitze durch kühle Seebrise gemildert, anderseits macht sie sich infolge der großen Luftfeuchtigkeit und der geringen nächtlichen Abkühlung oft fühlbarer als im Innern des Landes. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 26,3° C, zwischen 23,6° im Januar und 29,2° im Mai. Die mittlere jährliche Regenmenge beträgt 1880 mm, wovon 1800 mm allein in der Zeit von Juni bis Ende September fallen.
Bombay, nach der Göttin Mumba benannt, wichtigster Seehafen der indischen Westküste und Hauptstadt der gleichnamigen Präsidentschaft des britisch-indischen Kaiserreichs, unter 18° 55' nördl. Br., liegt auf der 55 qkm großen Insel Bombay, die durch einen schmalen Sund von den Inseln Salsette und Trombay getrennt ist; von Bombay führen zwei Eisenbahnbrücken und eine Straßenbrücke ( Sion Causeway ) über diesen Sund. Der Ghodbandar-Fluß trennt die Salsette-Insel vom Festlande. Die Südküste der Bombay-Insel ist tief eingebuchtet; die malerische, aber seichte Back Bay, mit gefährlichen Riffen, begrenzt die eigentliche Stadt Bombay nach W.; Malabar Hill, der SW.-Zipfel der Insel Bombay, schließt die Back Bay nach NW. ab. An der Ostseite der Stadt liegt die Reede mit Ankerplätzen für die größten Schiffe, mit Hafenanlagen, Werften und Trockendocks. Am Apollo Bandar (C5) ist das neue Europäerviertel; dort liegt der Yacht Club. Die Hauptgeschäftsstraße, Esplanade Road (B3, 4), trennt das (östliche) Geschäftsviertel, The Fort (BC3, 4) genannt, von den öffentlichen Gebäuden an der Westseite. Nördl. vom Victoria-Bahnhof (Terminus; C3) dehnt sich bis zu den Fabrikvorstädten Mazagon und Byculla, die dichtbevölkerte Eingebornenstadt ( Native Town A-C1), aus. Nördl. davon liegt der Vorort Parel.—Der gesündeste und malerischste Vorort liegt auf Malabar Hill; dort ist das Villenviertel der Europäer und wohlhabender Eingeborner, in dessen Mitte die Türme des Schweigens (S.60 ) liegen. Nahe der Südspitze von Malabar Hill, auf Malabar Point, steht das Haus des Statthalters ( Government House ) neben dem heiligen Hindutempel von Walkeshwar (S.60 ).—Küstenbefestigungswerke liegen auf Elefanta, auf Oyster Rock östl. von Colaba, auf Middle Ground Shoal, auf Cross Island und auf Colaba Point; ferner im W. der Stadt bei Mahalakschmi und auf Malabar Point (man hüte sich, in der Nähe der Festungswerke zu photographieren). Nö. von Malabar Hill, auf Camballa Hill und an dessen Seeseite, Breach Candy, liegen ebenfalls Villen.
Bombay hatte 1911: 972930 Einw. (davon 20000 Europäer, 50000 Parsen, 2 / 3 Hindu, 1 / 5 Mohammedaner). Die Industrie umfaßt Baumwollfabriken, Kunstgewerbe, Holzschnitzereien. Bombay ist Ausfuhrhafen für die Präsidentschaft Bombay und für das westliche Dekhan; die Ausfuhr umfaßt Baumwolle, Getreide (besonders Weizen) und Hülsenfrüchte, Ölsamen, Opium, Schafwolle, Häute und Felle; die Einfuhr Baumwollwaren, Wollen-und Seidenstoffe, Metallwaren, Glas, Porzellan, Leder, Zucker, rohe Seide, Tee u. a. Im Jahre 1909 liefen 897 Schiffe von 1963000 Registertonnen in den Hafen von Bombay ein.
Rundfahrt (zu Fuß gehen ist für den Europäer gegen die Sitte und wegen der Sonnenhitze gesundheitschädlich, man benutze die billigen Droschken; nur Abendspaziergänge sind üblich und nicht nachteilig). Vor Colaba Point, der Südspitze der Halbinsel, auf der die Stadt Bombay erbaut ist, sieht man auf einem Riff den Prongs-Leuchtturm, der nachts ein weißes Blinkfeuer zeigt, das wichtigste Hafenfeuer für die Einsteuerung in den Hafen bei Nacht. Auf der äußersten Landspitze liegt der alte englische Kirchhof und nördl. von ihm ein Irrenhaus ( Lunatic Asylum ). Neben einem alten Leuchtturm steht östl. vom Kirchhofe das magnetische, astronomische und meteorologische Observatorium. Folgt man der Hauptstraße Colaba Road nördl., so sieht man an beiden Seiten die Kasernen ( Barracks ) der europäischen Besatzungstruppen mit Familienwohnhäusern, Gärten und Schießplätzen; r. liegt eine Landungsbrücke ( Pilots Bandar ) für Lotsenboote sowie der Schuppen für das Rettungsboot. Dicht l. an der Straße folgt dann die hübsche St. John's-Kirche (»Afghan Memorial Church of John the Evangelist«), zum Andenken an den Feldzug in Afghanistan (1838-43) erbaut; der Kirchturm ist zum Teil vom Parsen Cowasjee Jehangir 1864 gestiftet. Eine andre Stiftung der sehr wohltätigen und liberalen Parsen ist das Parsi-Sanatorium l. am schmalsten Teile der Colaba Road, dicht an der Back Bay, mit Palmen umgeben. An dieser Stelle wird die Halbinsel plötzlich breiter; l. breitet sich das neue Villenviertel Colaba Reclamation dicht am Meere aus, das durch die Brücke Wodehouse Bridge mit Queens Road verbunden ist; r. von der Straße liegt das Sassoon Dock, das älteste künstliche Hafenbecken, jetzt fast nur zum Landen von Truppen benutzt. Daneben liegen Baumwollager, in denen die Baumwolle, zur Verschiffung in feste Ballen mit hydraulischen Pressen (bis zu 800 Ton. Druck auf jeden Ballen) zugerichtet, aufgestapelt liegt. Ein Baumwollballen hat über 100 Rup. (etwa 150 M.) Wert. Andre Fabriken und Warenlager liegen in der Nähe des Colaba-Bahnhofs, dessen Gleise bis zum Hafen führen. Colaba Station (B5) ist Endpunkt der Bombay, Baroda & Central Indian Railway (S.53 ).—Nördl. von diesem Bahnhof heißt die Hauptstraße Colaba Causeway; sie führt am Schuppen der Straßenbahn vorbei, wo der sehenswerte Baumwollmarkt (jährlich über 4 Mill. Zentner) abgehalten wird. L. am Nordende des Colaba Causeway stehen das Apollo Hotel (Pl. c) und das Majestic Hotel an einem großen freien Platz mit dem neuen Museum und den Standbildern des Königs Eduard VII. (Pl. 13) und des Königs Georg IV. Unweit davon in Wodehouse Road die römisch-katholische Kathedrale und der Wohnsitz des (deutschen) Erzbischofs Dr. Juergens, S.J.—R. das Royal Alfred Sailor's Home (BC5), Seemannsheim mit Schlafstätten, und einige noch freie Bauplätze, daran schließt sich die Marinewerft (Dockyard, C5), 1767 vom Parsen Lowji Naushir begründet; hier wurden von parsischen Schiffbaumeistern und Zimmerleuten viele vorzügliche große Segellinienschiffe aus Teakholz erbaut; jetzt enthält die Werft 6 Docks und mehrere Schiffbauhelgen.— Eine Seitenstraße führt vom Seemannsheim sö. nach dem Apollo Bandar (C5), Bootsanlegeplatz mit Flutmesserhäuschen, vor dem das Haus des Jachtklubs (C 5) mit Signalmast steht und vor dessen Strand nur Jachten ankern dürfen; an zwei Abenden der Woche versammelt sich dort bei Musik die »Gesellschaft« Bombays.—Vom Seemannsheim führt der Weg um den vorerwähnten Platz zur Rampart Row, an deren SO.-Ende, Ecke der Marine Street, die 1818 erbaute schottische St. Andrew's Kirk (C4) steht. Daneben der ehemalige Eiskeller aus der Zeit, als das Eis noch in Segelschiffen von Nordamerika nach Indien gebracht wurde. Gegenüber der Rampart Row liegt Sassoon's Mechanic's Institute (Pl. 14, B4), eine Gewerbeschule mit guter Bibliothek (auch für Fremde benutzbar), neben Watson's Hotel. Dicht dabei steht Elphinstone College (B4) zur höheren Bildung Eingeborner, nach dem berühmten Gouverneur Sir Mountstuart Elphinstone benannt und hauptsächlich von dem Parsen Sir Cowasjee Jehangir Readymoney gestiftet, mit Freistellen für begabte unbemittelte Schüler. Die Rundfahrt führt um das Südende des Institute of Science in die Mayo Road, wo der erste Prachtbau r. in venezianisch-gotischem Stil das Presidential Secretariat (B 4) ist, der Regierungspalast des Governor und der Members of Council, zugleich die Amtsräume der Finanz-und Rechtsverwaltung. Sw. davon liegt am Strande der Back Bay die Schwimmanstalt (B 5) und die Station für drahtlose Telegraphie; auf dem Platz in der Nähe ist eine Halle für die Musikkapelle, die hier abends spielt. Dahinter einige Sportklubs: Commercial Gymkhana, Princess Victoria Gymkhana, Japanese Club.—Der nächste Prachtbau neben dem Regierungspalast ist die Universität ( University Hall, B 4), auch von Sir Cowasjee Jehangir gestiftet; ihr prächtiger Glockenturm (oben hübsche Rundsicht über Bombay) ist gestiftet vom Parsen Premchand Raichand und zum Andenken an dessen Mutter Rajabai Tower genannt; die Halle neben dem Turm enthält die Universitätsbibliothek. Diese »Universität« ist nur eine Prüfungsanstalt; Vorlesungen werden nicht gehalten; in den hübschen Gartenanlagen zwischen ihr und Esplanade Road sollen große Prüfungshallen erbaut werden.—Der nächste Prachtbau, in englischer Frühgotik, ist der High Court of Justice (höchster Gerichtshof, Pl. 6); hinter ihm liegt an der Esplanade Road der Bombayklub (S.55 ). Der nächste Bau in Mayo Road ist das Public Works Secretariat (Pl. 7), Regierungsamt für öffentliche Arbeiten (in der Nähe Standbilder von Sir Rich. Temple [Pl. 5] und Lord Reay [Pl. 4]), dessen Vorderseite nach der Querstraße Church Gate Street zeigt, an deren Westende dicht am Strande Church Gate Station, Verwaltungsgebäude und Bahnhof der B. B. & C. I.-Bahn, B 4) liegt. Folgt man nördl. der Mayo Road, so passiert man r. das alte Postamt (Post Office, B 4) mit drei weiten Hallen in venezianisch-gotischem Stil (Hauptamt östl. vom Victoria-Bahnhof kürzlich fertiggestellt), dann folgt das modern-gotische Telegraphenamt (Telegraph Office), vor dessen Nordende ein gutes Marmorstandbild der Königin Victoria (B 3 / 4 ) von Noble steht, gestiftet von dem indischen Fürsten Khande Rao Gaekwar.—Nun fahre man die Esplanade Road südl. zurück bis zur Floral-Fontäne (Pl. 8), dann l. in die Church Gate Street bis zu dem Platz Elphinstone Circle (C 4) mit Gartenanlagen, vor der Town Hall (C 4), die große Versammlungsräume enthält, darunter einen für die wissenschaftliche Bombay Asiatic Society, mit großer, 10-5 Uhr auch für Fremde (mit Empfehlungen) geöffneter Bibliothek und Museum mit Gemälden und Standbildern verschiedener Governors. Die Anthropological Society und Bombay Geographical Society sind mit der Bombay Asiatic Society verbunden. Auch Konzerte finden in der Town Hall statt.— Gegenüber der Town Hall liegt die Kathedrale, Cathedral of St. Thomas (Pl. 9, C 4), erbaut 1718; im Schiff historische Gedenksteine: für den Governor Duncan; für Kapitän Hardinge, der 1808 in einem siegreichen Seegefecht fiel; für Oberst Campbell, der die Festung Mangalur monatelang gegen Tippu Sahibs Übermacht hielt; für den Admiral Sir Frederic Maitland, der Napoleon I. auf dem Bellerophon nach St. Helena brachte, u. a.—Nahebei in der Apollo Street Nr. 6 das kleine Museum der Natural History Society. Südl. neben der Town Hall das Zollamt (C 4), wohl das älteste Gebäude Bombays, das 1665 noch portugiesische Kaserne war. Dicht nördl. von der Town Hall die Münze (The Mint, C4); daneben an der Ballard Road ist das Hafenamt (Port Trust, C4) mit Signalmast und vor diesem die alte Landungsbrücke (Ballard Pier, C4); dort werden Sturmsignale und andre Hafensignale gegeben, die am Centre Dock-Signalmast am Victoria Dock wiederholt werden. Nördl. von Ballard Pier wird ein riesiges neues Hafenbecken, Alexandra Docks, ausgeschachtet.—Vor der Münze liegt ein rundes Süßwasserbecken, südl. davon die alte Zitadelle (The Castle, C4), von der nur noch die Seeseite erhalten ist; auf dem Uhrturm fällt täglich 2 Uhr indischer Einheitszeit (Indian Standard Time) der Zeitball zum Uhrvergleich für Schiffe und Stadt. Mit dem Castle verbunden ist ein Arsenal (C4), Zeughaus mit Waffensammlung. Nun zurück durch Church Gate Street zur Floral-Fontäne, dann nördl. in die Straße r., die Hornby Row, bis zum Rathaus (Municipal Buildings, BC3) mit 76 m hohem Turm. Daneben in Cruikshank Road das Polizeigericht (Police Court), dann das Kamahospital (Stiftung von Pestonji Hormusjee Kama, für Frauen und Kinder, von weiblichen Ärzten geleitet), weiter St. Xavier's College (Pl. 1, B3), eine vorzügliche Jesuitenschule; weiterhin folgen Elphinstone High School, eine Hochschule mit 28 Klassen für den Mittelstand der Eingebornen, wo unterrichtet wird in Englisch, Guzerati, Sanskrit, Latein und Parsisch; daneben St. Xavier's High School, von deutschen Patres geleitet, an der Carnac Road.—Weiter das Gokaldas Tejpal-Hospital (nach dem Stifter benannt), für Eingeborne bestimmt, das jährlich an 13000 Kranke behandelt. Das Eckhaus von Carnac und Hornby Road ist das Polizeipräsidium; ihm gegenüber an der Hornby Road liegt der Crawford Market (C2) mit Markthallen, in deren Mitte ein Brunnen, gestiftet von Sir Cowasjee Jehangir Readymoney; sehenswerte Verkaufsstände mit indischen Früchten, Blumen, Gemüsen und Fischen (den Bombay duck [gedörrter Fisch] ißt man zum Curry; sehr gut ist auch der Sargutali oder Pomfret). In derselben Straße folgen die School of Arts (C2), eine 1857 errichtete Kunst-und Kunstgewerbeschule, und daneben, gegenüber dem Victoria-Bahnhof, die Anjuman-i-Islam School (Pl. 3, C3), eine mohammedanische höhere Schule (eröffnet 1893). An der Ostseite der Hornby Road liegt * Victoria Terminus (C3), ein gotisch-indischer Prachtbau; er gibt ein Bild vom Reichtum der Stadt und ist einer der schönsten Bahnhöfe der Erde. Gegenüber vom Bahnhof liegt der Neubau des Hauptpostamts und weiterhin, östl. vom Bahnhof, an der Frere Road, liegt das auch für Reisende empfehlenswerte Krankenhaus St. George's General Hospital, begründet 1889. Rückfahrt über Esplanade Road zum Hotel.
Native Town ( Black Town; A-C1), die Eingebornenstadt, dicht bevölkert, mit meist engen, oft krummen Gassen, beginnt nördl. vom Crawford Market; sehenswerte Basare, allerdings mit viel Trödel, aber mit interessantem Menschengetriebe an Indern (Hindus und Mohammedaner), Parsen, Afghanen, Arabern. Man achte auf die verschiedenen Kopfbedeckungen. Gelegenheit zur Teilnahme an parsischen Hochzeitsfesten oder hinduistischen Götterfesten (z. B. zu Ehren der Glücksspenderin Lakschmi) sollte man ausnutzen, um das Volk kennen zu lernen. Mitten im Eingebornenviertel liegt Pinjrapol (B1/2), ein Tierasyl (sehenswert, aber nichts für schwache Nerven), wo altes Rindvieh, Ziegen, Schafe, Esel, Büffel und Hunde das Gnadenbrot erhalten; als Weihgeschenke sind auch gesunde starke Tiere dort. Verschiedene Wasserbehälter mitten in der Stadt sind mit Tempeln umgeben.—Im nördlichen Teile der Native Town liegt das Grant Medical College (C1), eine medizinische Hochschule zur Ausbildung von Indern zu Ärzten; damit verbunden ist das große Sir Jamsetjee Jeejeebhoy Hospital (für Parsen getrennt, doch auch für Brahmanen und Mohammedaner), ein Hospital für Unheilbare mit Baracken für ansteckende Krankheiten.—An der Queen's Road, 10 Min. nördl. von Marine Lines Station, sind die Leichenverbrennungsstätten (A2, Hindu Burning Ground), längliche Höfe mit Warteräumen, in deren Mitte auf eisernen Gabelständern der Leichnam mit Holz umgeben wird (bei Reichen kostbare Hölzer!); Asche und Knochenreste werden nachher ins Meer geworfen.
Umgebung: 1) Malabar Hill (etwa 6 km von Colaba Station, zu erreichen mit Wagen vom Hotel aus, oder mit Bahn von Colaba bis Grant Road Station, wo man frühmorgens in der Bellasis Road die Araberställe und-pferde besichtige, die von Arabern nach Bombay zum Verkauf gebracht werden, dann mit Wagen) auf der Halbinsel an der Westseite der Back Bay; Fahrweg dahin sehr schön längs des Strandes. Auf der Südspitze der Halbinsel Malabar Point stehen die Villengebäude des Gouverneurs; in ihrer Nähe eine Batterie. Die Spazierfahrt längs der Westseite des Malabar-Hügels bis nach Breach Candy ist eine der schönsten von Bombay und abends von Wagen und Reitern viel besucht. Auf Malabar Hill ist das gesündeste und vornehmste Viertel mit Villen und Gärten. Dicht beim Gouvernements-Bungalow sind die malerischen Tempelanlagen von Walkeshwar, ein berühmtes Hinduheiligtum. Gibbs Road, die nördliche Fortsetzung der Ridge Road, führt nach dem Gipfel des Malabar Hill. Dort nordöstlich der Villenanlage die
* Türme des Schweigens ( Towers of Silence ), die Begräbnisstätte der Parsen, die größte Sehenswürdigkeit Bombays (Eintrittskarten zur Besichtigung [7 1 / 2 -9, 2 1 / 2 -4 1 / 2 Uhr] besorgt der Hotelportier). Der Eingang führt durch ein modernes eisernes Tor, eine steinerne Freitreppe hinauf in einen schönen Garten durch eine innere Mauer; von da nimmt ein Parsi-Priester die Führung. Bei dem steinernen Bethaus, in dem das ewige heilige Feuer brennt, hat man einen prächtigen Rundblick über ganz Bombay und die See. Der Führer zeigt ein Modell der Türme.
Es sind fünf Türme, die Hans Meyer wie folgt beschreibt: » ... sie können besser runde Terrassen genannt werden. Jeder hat nur einen Eingang, der durch einige Stufen von außen zugänglich ist. Nur den die Leiche begleitenden Trägern und Priestern ist der Zutritt zum Turm gestattet. Die innere Einrichtung ist sehr einfach. Der Turm ist in drei konzentrische Ringe geteilt, in deren jedem eine gewisse Anzahl von Mulden ausgehöhlt ist. In die Mulden des äußern Ringes werden die männlichen Leichen, in die des mittlern die weiblichen und in die des innersten die Kinderleichen gelegt. Nach dem Zentrum hin sind die Ringe etwas geneigt.
Dort ist ein runder Schacht in das Mauerwerk eingelassen, in den das Regenwasser abfließt und der später die Gebeine aufnimmt.«Sobald eine Leiche in den Turm gelegt ist, fallen Scharen von Geiern über sie her und fressen in kaum einer Stunde alles Fleisch auf. Beim Ausbruch der Pest mußten mit großen Kosten mehr Geier herbeigeschafft werden. Die Knochen werden in den Schacht geworfen und zerfallen da. Das aus dem Schacht abfließende Regenwasser wird durch eine Kohlenschicht geleitet und desinfiziert, ehe es in See fließt. Der größte Turm hat etwa 7,6 m Höhe und 84 m Umfang.« —Diese Bestattungsweise der Parsi entspricht dem Gebote des Zendavesta, der Bibel der von Zoroaster gegründeten iranischen Nationalreligion, daß die Elemente nicht durch Berührung mit Verwesungsstoffen verunreinigt werden dürfen, und daß im Tode reich und arm sich begegnen müssen.