Von Hyderabad Rückfahrt mit »Nizam's State Railway« nach (121 M) Wadi (S.98 ), dort umsteigen in den Madraszug der »Great Indian Peninsula Railway«. Man fährt dann durch eine weite Ebene mit Granitblöcken über (385 M von Bombay) Nalwar und auf 1170 m langer Brücke über den Fluß Kistna, südl. von (427 M) Krishna, nach (443 M) Raichur (400 m; Bahnwirtsch., Dâk Bungalow), Stadt aus dem 14. Jahrh., mit sehenswertem Nord-und Westtor; von der hohen Zitadelle *Aussicht. Hier beginnt die »Madras Railway«; sie führt über (486 M) Stat. Adoni, uralte Stadt aus dem 10. Jahrh. v. Chr., mit dem größten Baumwollenmarkt im Dekhan, und über den wichtigen Bahnknotenpunkt (518 M) Guntakal (Bahnwirtschaft), dann vorbei an der Hügelfestung südl. (r.) von (536 M) Gooty (Bahnwirtschaft), ferner über die Stationen (566 M) Tadpatri und (632 M) Cuddapah (beide mit Bahnwirtschaft) nach

(710 M) Renigunta (im Bahnhof Wirtschaft und Schlafzimmer, vorher brieflich beim Station-Master anzumelden!).

Kleinbahn von Renigunta nach (13 km) Tirupati (Dâk Bungalow), Stadt mit 14000 Einw., stets mit Pilgern gefüllt. Etwa 13 km vom Bahnhof steht auf dem siebengipfeligen heiligen Hügel Tirumala (760 m) eine sehr alte Pagode (die heiligste Hügelpagode in Südindien). Der Aufstieg ist schwierig. Der Nordaufstieg führt vom Dorfe Balapilli durch dicke Dschungeln und über Hügel, wo Tiger und Panther vorkommen sollen. Auf dem 7. Gipfel, Sri Venkataramanachellam, erhebt sich die Pagode zwischen Mango-, Tamarinden- und Sandelholzbäumen (Eintritt ist für Europäer nicht erlaubt). Hier auch ein Bungalow für europäische Besucher.

Von Renigunta führt die »Madras Railway« über den Knotenpunkt (751 M) Arkonam (Bahnwirtschaft) nach (793 M, 1278 km) Madras.

Madras.

Vgl. den Plan S.101.

Ankunft zur See. Der auch beim besten Wetter stark brandende flache Strand ist eingefaßt mit europäischen Häusern, die sich vom Grün der Gummibäume, Bananen, Palmen, Banyanbäume malerisch abheben. Die Dampfer ankern im Hafen; die Landung geschieht in flachen Booten, sogen. Masulas; Taxe 2 1 / 2 Rup., für Jollen 1 Rup. Die Boote landen an der Landungsbrücke. Hafengeld für Gepäck 1 Rup. pro Tonne, mindestens 4 annas, Tragelohn für jeden Kuli 2-4 annas. Zollabfertigung im Zollamt am Hafen.
Ankunft am Bahnhof. Von Colombo über Tuticorin kommend, steigt man am Hauptbahnhof der South Indian Railway, Egmore Stat., aus, Bahnwirtschaft; von Bombay kommend, steigt man an der Central Station der Madras and Southern Mahratta Railway aus; beide Bahnhöfe liegen 1,5 km voneinander. Von Calcutta Ankunft auf der Central Station.
Gasthöfe: Hôtel d'Angelis, Mount Road; 40 Z., Pens. 10 Rup., gut, neu eingerichtet, beste Küche.— South Indian Railway Hotel, mit dem Bahnhof verbunden; 80 Z.— Spencer's Hotel, Mount Road; Pens. 10 Rup.— Connemara, mäßig.— Prince of Wales, Pens. 6 Rup., in guter Lage dicht an der Mount Road.— Victoria, Pens. 6 Rup.— Elphinstone Hotel. Elphinstone Branch Hotel (Egmore) u. v. a.— NB. Die Häuser am Hafen in der »George Town« sind nicht zu empfehlen! Tägl. Pens. 5-10 Rup.— Restaurant: D'Angelis, Mount Road, gute Küche, auch Zimmer.
Post. Hauptamt ( General Post Office ) in George Town, nahe dem Hafen; ein andres Amt etwa 1 / 2 km westl. vom Connemara Hotel. NB. Man gebe Briefe eigenhändig am Postamt auf. — Wagen. Wegen der großen Entfernungen auch innerhalb der Stadt miete man für den ganzen Tag.— Straßenbahnen (elektrische) zwischen den Vorstädten und den Hauptpunkten der alten Stadt.
Eisenbahnen: South Indian Railway (Egmore Station) nach Tuticorin (und Colombo); Madras and Southern Mahratta Railway (Central Station u. a.) nach Bangalore, Goa, Poona, Hyderabad, Bombay (S.100 -96); nach Calcutta (S.135 ).

Dampfer: Österreichischer Lloyd, monatl. nach Colombo und Calcutta; Agentur: Volkart Brothers; auch für Messageries Maritimes;—nach Colombo und Calcutta: British India Steam Nav. Co., wöchentl., Agentur: Binny & Co.; nach Rangoon und Singapore dieselbe wöchentl.;—nach Penang und Singapore: British India Steam Nav. Co. alle 14 Tage.—Agent des Norddeutschen Lloyd: Carl Simon Söhne.
Banken: National Bank of India Ltd., I. Line Beach, Korr. der Deutschen Bank und der Allgemeinen Deutschen Creditanstalt in Leipzig.— Chartered Bank of India, Australia & China, Esplanade.— Mercantile Bank of India Ltd., Armenian Street.

Lageplan von Madras. Lageplan von Madras.

Alle drei Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft.— Reisebureau: Binny & Co. Konsulate: Deutsches Reich, Konsul M. Miersch.— Österreich-Ungarn, Konsul E. Steiner.— Polizei: Egmore Police Court, Pantheon Road.
Ärzte: Dr. Niblock; Dr. Giffard; Dr. Robertson.— Zahnärzte: Badcock; P. Furnival.— Apotheken: Smith & Co., Mount Road und Esplanade; Maclure, Mount Road, u. a.— Krankenhaus: General Hospital, nahe Central Station.
Buchhandlungen: Higgenbotham & Co.; Combridge & Co., beide Mount Road.— Photographien: Wiele & Klein; Del Tufo, beide Mount Road.
Geschäftsadressen: Optiker: W. E. Smith & Co.; Lawrence & Mayo, beide Mount Road.—Kleidermacher: Moses & Co.; Smith & André; Oakes & Co., sämtlich Mount Road.—Reiseartikel: Spencer & Co.—Juweliere: Orr & Sons; T. R. Tawker & Sons, beide Mount Road.— Zeitungen: Madras Mail; Madras Times; Hindu; Madras Standard.
Zeiteinteilung. Für die Stadt Madras, Museum, Botanischer Garten und Marina genügt 1-1 1 / 2 Tag. Madras ist aber ein guter Platz, um die südindischen Tempelanlagen in Trivalur, Conjeeveram, Mahabalipuram, Tanjore (S.127 ) sowie die Nilgiri-Berge (S.128 ) zu besuchen.
Geschichte. Fort St. George in Madras wurde 1639 von den Engländern erbaut; die Agentur der Englisch-Ostindischen Kompanie wurde 1653 Präsidentschaft; die Stadt hatte Anfang des 18. Jahrh. schon etwa 300000 Einw., wurde 1746 von La Bourdonnais erobert, fiel aber im Aachener Frieden 1748 wieder an England zurück. In den Kriegen gegen Haidar Ali wurde Madras hart bedrängt, entwickelte sich später aber zur dritten Handelsstadt Ostindiens.
Klima. Im Sommer heiß und trocken, aber ungefährlich, im Winter gesund. März bis Oktober, wo der SW.-Monsun weht, sind heiß und trocken, Regenzeit im NO.-Monsun, Oktober bis Dezember. Das Einsetzen des NO.-Monsuns Mitte Oktober ist meist von heftigen Stürmen begleitet. Heißeste Monate sind Mai und Juni (Mitteltemperatur etwa 31,5° C), kühlste (aber nicht kalt) Dezember bis Februar (Mitteltemperatur etwa 24,3° C).
Hand Man trinke kein Leitungswasser, sondern nur Sodawasser!