B. Von Marseille nach Colombo.

Messageries Maritimes, jeden 2. So. von Marseille (S.24 ) über (1510 Seem.) Port Saïd und (1597 Seem.) Suez, abwechselnd über (2881 Seem.) Djibouti (S.36 ) oder über Aden nach (5098 Seem.) Colombo in 16 Tagen. Über auswechselbare Rückfahrkarten mit dem Österreichischen Lloyd s. S.22. (Die Dampfer gehen weiter nach Singapore, Hongkong, Schanghai, Yokohama.)
Peninsular and Oriental Co., von Marseille jeden 2. Fr. über Port Saïd und Aden nach Colombo in 15 (von Brindisi in 13) Tagen; Fahrpreis ab Brindisi I. Kl. 48 £. (Die Schiffe gehen weiter nach Australien.)
Orient Line jeden zweiten Do. von Marseille über Neapel, Port Saïd, Suez nach Colombo in 17 Tagen. Fahrpreis ab Neapel I. Kl. 34-48 £ (weiter nach Australien).

C. Von Brindisi nach Colombo.

Expreßdampfer der Peninsular and Oriental Co. (vgl. S.23 ) haben in Port Saïd Anschluß an die von Marseille (s. oben B.) kommenden Dampfer derselben Gesellschaft, mit denen Colombo in 13 Tagen erreicht wird.

D. Von Triest nach Colombo.

Österreichischer Lloyd (vgl. S.22 ), am 12. und 25. jedes Monats über (1305 Seem.) Port Saïd, Suez (2700 Seem.), Aden, dann abwechselnd über Karachi oder Bombay in etwa 30 Tagen nach Colombo. Fahrpreis: Salonklasse 36 oder 32 £, Intermediate Kl. 26 £. Umtauschbare Rückfahrkarten mit den Messageries Maritimes (S.22 ) mit 24 Monaten Gültigkeit.—Diese Lloyddampfer gehen weiter abwechselnd über Madras, Rangoon nach Calcutta oder über Penang, Singapore nach Hongkong, Schanghai, Yokohama, Kobe.

Die Insel Ceylon.

Ceylon (im Sanskrit Singhala[»Löwenwohnort«], bei den Eingebornen Lankadiva, arabisch Serendib ), britische Insel im Indischen Ozean, an der Südspitze von Vorderindien, von dem sie durch den Golf von Manár und die 93 km breite Palkstraße getrennt wird, ist von N. nach S. 445 km (München-Magdeburg) lang, bis 235 km (Ulm-Passau = 250 km) breit und 66000 qkm (Bayern 76000 qkm) groß. Ceylon besteht in seinem südl. Hochland aus denselben alten Gesteinen wie das Dekhan und bildete wohl, bevor das dazwischenliegende Landstück in die Tiefe sank, einen Teil des Kontinents, nach dem jetzt wieder im NW. der Insel die sogen. Adamsbrücke (S.124 ), ein junges Gebilde aus verkittetem Meeressand, hinzieht. Fast das ganze nördliche Drittel der Insel ist eine prächtig bewaldete Ebene; ein breiter Gürtel von Tiefland umgibt auch das Bergland des südl. Teils, das im Durchschnitt 650 m hoch ist. Auf der innern Hochebene Nuwara Elya erheben sich zahlreiche Einzelgipfel, darunter der 2241 m hohe Adam's Peak (S.121 ), der Pedrotallagalla (2538 m), der Kirigalpolla (2387 m), der Totapolla (2353 m). Zwischen den Bergen dehnen sich schöne und fruchtbare Täler aus. Die Nordküste und die mit Kokospalmen bedeckte Westküste sind flach, die Süd-und Ostküste steil und felsig; hier bietet der vorzügliche Hafen von Trincomalí Raum und Schutz für die größte Flotte. Die Flüsse sind nur zur Regenzeit wasserreich, der bedeutendste ist der Mahawelli Ganga, 330 km lang und zur Hälfte schiffbar. Ceylon besteht in seiner Hauptmasse aus archäischen Gesteinen, nur in den ausgedehnten flachen Landstrichen im N. herrschen junge quartäre Bildungen (Meeressand, Madreporenkalk etc.) vor. Berühmt sind die Lager von Edelsteinen (Saphir, Rubin, Zirkon, Spinell, Granat, Turmalin, Katzenaugen etc.), die aus den alten Gesteinen des Berglandes ausgewaschen sind und nun im Schwemmlande der Flüsse gefunden werden. —Die Bevölkerung beträgt (1911) 4,1 Mill. Seelen, darunter 2,7 Mill. Singhalesen und 1 Mill. Tamulen. Daneben zählte man 1904 224719 Mauren (d. h. Indo-Araber), 23312 Eurasier oder Burghers (Mischlinge von Europäern und Singhalesinnen), 11207 Malaien, 9583 Europäer und 21115 Araber, Afghanen etc., dazu wenige Tausend Weddas (S.108 ). Die Herkunft der Singhalesen ist noch ganz unsicher; meist nimmt man an, daß sie arischen Ursprungs, also Verwandte der Hindu und unter Umgehung der ganz Südindien erfüllenden Drawida (Tamulen) auf dem Seewege von Nordwestindien her nach der Insel gekommen seien.

Karte von Ceylon. Karte von Ceylon.

Sie sind mittelgroß, mit feinen, regelmäßigen Zügen und hübsch gebaut, namentlich die Frauen oft überraschend schön. Die Hautfarbe wechselt von Hellbraun oder Olivenfarbe bis ins Schwarze; die Augen sind bisweilen lichtbraun, das Haar (in dem auch die Männer stets Kämme tragen) meist schwarz (selten blond), lang und seidig. Polygamie ist selten. Einfache Kleidung, fast nur vegetabilische Nahrung, Wohnung in Hütten (oft hoch auf Bäumen). Die Toten werden beerdigt. Das Kastenwesen ist hier nie in der Weise wie auf dem Festlande ausgebildet gewesen; an Stelle der dortigen, auf Rassenunterschiede zurückgehenden Kasten bestehen Berufskasten, von den vornehmen Goiwansa bis herab zu den aus jeder sonstigen Gemeinschaft ausgeschlossenen Rodiya. Die Singhalesen haben wohl einst die ganze Insel besessen, sind aber dann von den vom Festlande nachdrängenden südindischen Drawidas (Tamulen) auf den größern Südwestteil beschränkt worden. Der älteste und interessanteste Bevölkerungsteil der Insel sind die Weddas; sie sind noch kleiner als die Singhalesen, doch schlank, haben es nie über einen sehr geringen Grad materieller Kultur hinaus gebracht (sehr geringe Kleidung, mit Bogen und Pfeil bewaffnete Sammler und Jäger), doch haben sie eine verhältnismäßig hochentwickelte Sprache und ein strenges Sittengesetz. Heute sind sie auf wenige tausend Seelen zusammengeschmolzen und von der Regierung in einigen Dörfern im SO. der Insel fest angesiedelt. Herrschende Religion ist der Buddhismus, dem eine glanzvolle Priesterschaft vorsteht; doch ist auch hier die ursprüngliche Lehre Buddhas verloren gegangen. Die Tamulen sind meist Verehrer Schiwas, die Mauren Mohammedaner. 1891 zählte man 1877043 Buddhisten, 615932 Schiwaanbeter, 211995 Mohammedaner, 302127 Christen.