8. Von Colombo über Penang nach Singapore. Sumatra.

Vgl. beifolgende Karte»Hinterindien«.

Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd alle 14 Tage von Colombo in 6 Tagen über Penang (etwa 5 St. Aufenthalt) nach Singapore. Fahrpreise: Colombo-Penang I. Kl. 214 1 / 2, II. 165 Rup., Colombo-Singapore I. Kl. 274 1 / 2, II. 181 1 / 2 Rup. Rückfahrkarte 1 1 / 2 facher Preis.— Österreichischer Lloyd einmal monatl. von Colombo über Penang in 8 Tagen nach Singapore. Fahrpreise: Colombo-Penang Salonklasse 110 Rup., Colombo-Singapore Salonklasse 132 Rup.— Messageries Maritimes alle 14 Tage von Colombo direkt nach Singapore; Peninsular and Oriental Steam Nav. Co., ebenso. Stoomvaart-Maatschappij Nederland alle 14 Tage von Suez (in 14 Tagen) über Sabang (in 3 Tagen) nach Singapore (in 17 Tagen von Suez).— British India Steam Nav. Co. von Calcutta (S.134 ), Madras (S.100 ) und Rangoon (S.145 ) über Penang nach Singapore.

Von Colombo (S.110 ) geht der Dampfer zunächst an der Südküste von Ceylon entlang, nahe an Point de Galle (S.125 ) vorbei, läuft dann an der Südseite des Golfs von Bengalen, auf 6° nördl. Br. entlang, östl. auf Atchin Head (seemännischer Name der Nordspitze der Insel Sumatra) zu, wobei auch die südlichste Insel der Nikobaren, Groß-Nikobar, meist nicht in Sicht kommt. Auf der kleinen Insel Poeloe Weh, die einen guten Leuchtturm trägt und dichtbewaldete Hügel zeigt, liegt mitten in tropischem Urwald der wichtige niederländische Kohlenhafen Sabang (S.158 ), der von mehreren niederländischen Dampferlinien regelmäßig besucht wird; in der Nähe sind noch mehrere kleinere Inseln dem gebirgigen Nordende Sumatras vorgelagert, dessen 1726 m hoher kegelförmiger Goldberg (Seulawai Agam) weithin sichtbar ist.—Der Kurs bleibt auch weiterhin östl., bis die Insel Penang in Sicht kommt, die auf etwa 5 1 / 2 ° nördl. Br. 5 km vor der Küste der Halbinsel Malakka liegt und den Nordeingang in die Malakkastraße bezeichnet; sie liegt 1268 Seem. von Colombo, 360 Seem. von Singapore.

Straits Settlements sind die englischen Niederlassungen an der Straße von Malakka, die eine Kronkolonie mit etwa 1 Mill. Einw. bilden; es sind: Penang mit Wellesley, Dindings, Malacca und Singapore; dazu eine Anzahl malaiische Schutzstaaten ( the Federated Malay States ), nämlich Perak, Selángor, Negri Sembilan und Pahang, deren Sultane durch englische Residenten überwacht werden, sowie fünf andre Malaienstaaten: Kedah, Kelantan, Trengganu, Johor und Perlis, deren Sultane durch englische Ratgeber (Adviser) beeinflußt werden. Sehr viele Chinesen wandern in die »Straits« ein, um sich als fleißige Arbeiter und tüchtige Geschäftsleute meist schnell zu bereichern.
Gewonnen wird Kaffee, Zucker, Pfeffer, Zinn und Zinnerz, Bauholz, Tapioka, Sago, Rohgummi, Kopra, Gold etc., Gesamthandel 1909: 14,3 Mill. £. Regierungseinnahmen 2,9 Mill. £

Hinterindien. Hinterindien.

Penang (Georgetown).

Ankunft zur See. Die schöne, mit Wald und Palmen bewachsene, bis 834 m hohe Insel Penang ( Prince of Wales Island ) umsteuert der Dampfer, um zwischen der Insel und dem Festland auf der Reede zu ankern oder, während der Sumatra-Tabakernte (Dezember bis März), am Kai festzumachen. An der Malakkaküste ist flacher Strand mit Palmenwald, dahinter erheben sich mehrere Bergketten, darunter der Kedah Peak; dieses Gebiet ist die ebenfalls englische Provinz Wellesley und der Malaienstaat Kedah. Die Dampfer halten meist nur 5 St., im Dezember bis März länger (bis 12); man erkundige sich genau nach der Abfahrtszeit, ehe man mit dem Tender des Nordd. Lloyd (Überfahrt frei) oder mit Sampan an Land fährt (einfache Fahrt 10 cents). Penang ist Freihafen, daher keine Zollbelästigung; Spirituosen einzuführen ist verboten.
Gasthöfe: Eastern and Oriental Hotel, in guter Lage am Strande, Farqhar Street 10.— Raffles Hotel, mit Restaurant;— Crag Hotel; Sea View Hotel; Hôtel de l'Europe; Runnymede Hotel; in allen Pens. von 8 Rup. an.— Post u. Tel. —Kabel nach Medan, Madras, Bangkok und Singapore.— Wagen: Tikka gharries oder Hackney Carriages.— Rikschas. Elektrische Straßenbahn.
Dampfer (vgl. S.155 ): Norddeutscher Lloyd (Agent: Behn, Meyer & Co. Ltd., Tel.-Adresse: Nordlloyd Penang). — Österreichischer Lloyd (Agent: Schmidt, Küstermann & Co., Tel.-Adr.: »Lloydiano Penang«).— Stoomvaart Mij. Nederland und Koninkl. Paketvaart Mij. (Agent: Hüttenbach, Liebert & Co.); Messageries Maritimes (Agent: Boustead & Co.); Peninsular & Oriental Co. (Agent: Gilfillan, Wood & Co.); British India Steam Nav. Co. (Agent: Hüttenbach, Liebert & Co.). — Ortszeit. Penang rechnet nach der Zeit von Singapore.
Eisenbahn s. S.161.
Geld: vgl. S.167.— Banken: Hongkong & Shanghai Banking Corporation; Nederlandsche Handels-Maatschappij. Beide Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft. — Chartered Bank of India, Australia & China. Beide letztere Korrespondenten der Deutschen Bank.— Sprache: vgl. S.167.— Konsulate: Deutsches Reich, Vizekonsulat (Behn, Meyer & Co.) in der Office des Nordd. Lloyd.— Zeitungen: » Pinang Gazette «; » Straits Echo «.
Das Klima ist tropisch heiß, im Mittel etwa 27° C, doch bis 33° und mehr, morgens kühl bis 16°; auf den Bergen im Mittel 21° C. Der Niederschlag ist groß, Dezember bis März sind verhältnismäßig trocken, im Sommer zwei Regenzeiten, die kleinere im Mai, die Hauptregenzeit von August bis Oktober.

Penang ( Pulu Pinang = Insel der Betelpalme), von den Engländern Georgetown getauft, Stadt mit etwa 150000 Einw. (meist Chinesen, Klings [Arbeiter aus Vorderindien] und Malaien), gehört seit 1785 den Engländern, liegt auf 5° 25' nördl. Br., hat saubere Straßen, auch im Chinesenviertel, und ein feines europäisches Villenviertel mit prächtigen Gärten am Race Course und am Hafen; dort liegt das Postamt mit großer Halle sowie das alte Fort mit Signalstation. Sehenswert sind die Markthallen und Beach Street; in Chulia Street und Campbell Street sind Teehäuser und ein chinesisches Theater. Penang hat lebhaften Handel und starke Zinn-und Sago-Ausfuhr. 1910 liefen 2355 Schiffe mit 2956000 Reg.-Ton. in den Hafen ein.— Rundfahrt nach dem *Botanischen Garten mit Wagen von Downing Street l. an der Schule vorbei durch schattige Straßen des Villenviertels zur Northam Road, dann am Rennplatz vorbei, durch M'calister Road, Sepoy Lines zum Eingang des Gartens, der zwar klein, aber vorzüglich gepflegt und mit seltenen, üppigen Pflanzen bestellt ist. Er liegt etwa 5 km vom Hafen in einem von hohen Felsen umgebenen Talkessel; ein hoher Wasserfall bewässert ihn. In reizvollen Gruppen findet man zahlreiche seltene Tropenpflanzen, insbesondere prächtige Orchideen, Gewürznelkenbäume ( Caryophyllus aromaticus ), Farne, Ravenala (Baum der Reisenden aus Madagaskar) u. a.—Neben dem Eingange zum Garten führt ein teilweise steiler Weg auf den *Crag Hill, von dessen Gipfel (834 m) *Aussicht über die Insel, den Hafen und das Meer; der Weg ist bis zum Fuße des Hügels 5 km, der Aufstieg 7 km lang; Tragstühle erhält man am Fuß des Hügels; Auf-und Abstieg im Tragstuhl 4 St. (eine Bahn hinauf ist im Bau). Auf dem Gipfel das Crag Sanitarium (Hotel; kleine Zimmer, gute Verpflegung). Man sollte den Aufstieg, wenn man irgend Zeit hat, nicht unterlassen.—Auch ein Besuch des *Großen chinesischen Tempels in Ayer Itam (am Endpunkte der elektrischen Straßenbahn) ist sehr zu empfehlen; Führung durch den Priester, der auch Erfrischungen anbietet; man gebe Tempelspende (1 $). Ein längerer Aufenthalt (etwa eine Woche) auf der landschaftlich sehr schönen Insel Penang, die etwa halb so groß ist wie der Bodensee, ist sehr genußreich.— Fortsetzung der Route s. S.160.

Seitentour Penang-Sumatra.