Von Padang nach Batavia.

Mit Dampfern des »Rotterdamsche Lloyd« und der »Koninklijke Paketvaart Mij.« über Benkoelen und vorbei an der vulkanischen Insel Krakatau ( Poeloe Rakata ), die bei einem Ausbruch durch eine gewaltige Explosion am 27. Aug. 1883 zum größern Teil vernichtet wurde, während durch die Auswurfmassen die umliegenden Küsten und Fahrwasser verändert, durch eine gewaltige Flutwelle etwa 40000 Menschen getötet, Schiffe hoch ins Land hinein geworfen wurden etc.
Die Explosion war das in seinen Wirkungen am weitesten reichende vulkanische Ereignis, das jemals bekannt geworden ist. Sie wurde wahrscheinlich dadurch hervorgerufen, daß Meerwasser in das Innere des durch vorhergehende Eruptionen teilweise ausgeräumten Magmaherdes Zutritt fand und sich durch die hier herrschende hohe Temperatur in Dampf verwandelte. Die Wirkungen waren furchtbar. Eine in der nähern Umgebung der Explosionsstelle bis zu 30 m hohe Meeresflutwelle verwüstete die Küsten der umliegenden Inseln, namentlich Javas und Sumatras, wurde aber an allen Küsten des Indischen Ozeans und sogar noch an der Westküste Nordamerikas (San Francisco) und stellenweise am Atlantischen Ozean wahrgenommen. Der Schall der Explosion drang bis nach Ceylon, Saigon, Neuguinea und Australien. Ungeheure Massen von Asche (zerstäubte Lava) und Bimsstein wurden ausgeworfen und bedeckten nach dem Niederfallen eine Fläche größer als das Deutsche Reich; die feinsten Staubteilchen wurden bis zu 60 km Höhe emporgeschleudert und von Luftströmungen um die ganze Erde herumgeführt, überall Monate hindurch merkwürdige optische Erscheinungen— Blaufärbung der Sonne, den »Bishopschen Ring« um diese und prachtvolle Dämmerungserscheinungen—hervorrufend. Die durch die Explosion erzeugten Luftwellen umkreisten mehrmals die ganze Erde, wozu sie jedesmal etwa 36 St. brauchten. Jetzt sieht die zersprengte Kraterinsel wie eine Haifischflosse aus, schroff abstürzend nach einer Seite und hier einen prächtigen Durchschnitt durch einen Vulkanberg zeigend, soweit nicht die Vegetation schon wieder davon Besitz genommen hat.
Nach Passieren der Insel Krakatau läuft der Dampfer nun durch die Sundastraße nahe an der Insel Dwars in den Weg vorbei um die NW.-Ecke Javas, die Sankt Nikolaas-Huk, ostwärts längs der Küste und an kleinen grünen Inseln vorbei nach Batavia (S.195 ).

Von Penang nach Singapore.

A. Über See.

Der Dampfer (S.155 ) fährt in Sicht der Küste von Malakka anfangs mit südlichem, dann südöstlichem Kurs vorbei an den kleinen Häfen Port Weld (S.163 ), Telok Anson (S.164 ), Port Swettenham (S.165 ), Port Dickson (S.165 ) und Malacca Town (S.165 ), die alle Bahnanschluß nach dem Innern haben, zur Verschiffung von Gummi und Zinn.—Die Fahrt durch den südlichen, engsten Teil der Malakkastraße, The Straits, führt zwischen Korallenriffen und Koralleninseln vorbei am Kap Tanjong Bulus, dem südlichsten Punkte des asiatischen Festlandes, und nördl. von den größern, zum Teil vulkanischen Riouw-Inseln nach Singapore (S.166 ).

B. Über Land (vgl. die Karte S.162 ).

Eisenbahn. Mit der Federated Malay States Railway tägl. 8 Uhr früh von Penang in 23 St. für I. Kl. $29,83 nach (465 M) Singapore; Schlaf-und Speisewagen (F. 75 c., Tiffin 1, Dinn. $1,50) im Zuge; Freigepäck 133 Pfund engl.; man achte auf richtige Abfertigung des Gepäcks.
Die Bahnfahrt gibt Gelegenheit, die landschaftlich sehr schöne, noch wenig bereiste Halbinsel Malakka mit ihren großartigen Zinngruben und Gummiplantagen kennen zu lernen. Man sollte 10-14 Tage für die lohnende und interessante Tour verwenden. Moskitonetz mitnehmen!
Der Westteil dor Malaiischen Halbinsel ( Malakka ) ist der Typus eines Tropenlandes, reich befeuchtet durch den Südwestmonsun, mit hoher, äußerst gleichmäßiger Temperatur und entsprechend üppigem Pflanzenkleid. Ein dichtbewaldetes Gebirge mit nordsüdl. verlaufenden Bergketten durchzieht die Halbinsel, erreicht aber nicht sehr große Höhen. Als höchste Erhebung gilt der 2172 m hohe Kerbau, den man am 2. Tage der unten beschriebenen Fahrt durch die Halbinsel etwa 50 km östl. läßt. Das Gebirge enthält mit die größten Zinnlagerstätten der Erde. Zinnerz bildet denn auch den Hauptausfuhrgegenstand der Halbinsel, daneben Waldprodukte, vor allem Guttapercha (auch schon aus Pflanzungen gewonnen) und Kopal, sowie Gewürze.—Die Bevölkerung ist, wie in ganz Hinterindien, stark gemischt, doch überwiegt in den heutigen Bewohnern der niedrigem Landesteile der malaiische Einschlag bei weitem, während in den entlegenem Gebirgsgegenden noch Naturvölker hausen, wie vor allem der Stamm der blasrohrbewaffneten Sakei (S.164 ). Die Städte bergen noch zahlreiche Bauwerke, die unter dem Einfluß altindischer, brahmanischer Kultur entstanden sind; umgekehrt findet jetzt in immer stärkerm Maße chinesische Einwanderung statt.—In den unten angeführten malaiischen Ortsnamen bedeutet Bukit Berg, Gunong Gebirge, Kuala Mündung, Pulo Insel.
Zeiteinteilung für 9 Tage: 1. Tag: früh ab Penang, Fahrt unterbrechen (3 St.) in Taiping, dann nach Kuala Kangsar;—2. Tag: nach Ipoh; —3. Tag: nach Kuala Kubu;—4. Tag: nach Kuala Lipis;—5. Tag: nach Kuala Lumpur;—6. Tag: Kuala Lumpur;—7. Tag: über Seremban nach Kuala Pilah und zurück nach Seremban;—8. Tag: nach Port Dickson, zurück über Seremban nach Malacca Town;—9. Tag: nach Singapore.

Von Station Penang (S.156 ) fährt eine Dampfbarkasse der Bahngesellschaft von der Fahrkartenausgabe am Hafen (wo auch Gepäckannahme) in 1 / 2 St. zur Festlandstation Prai. Von hier geht nun die Bahn durch Reisfelder, Zuckerpflanzungen etc. über die englische Grenzstation (25 M) Parit Buntar (Rasthaus, tägl. $1,50, Verpflegung $2,50), durch die künstlich bewässerte, fruchtbare Ebene des Krian-Distrikts im Staat Perak bis (34 M) Bagan Serai (Rasthaus, tägl. $ 1,50, Verpflegung $ 1,50), hier Oktober bis März früh und abends Gelegenheit zur Schnepfenjagd; weiter über Bukit Merah, wo die Bahn durch einen Hügel schneidet und ein Bewässerungs-Staubecken kreuzt, durch hügeliges Land vorbei an den größten (von über 4000 Chinesen bedienten) offenen Zinngruben der Erde, zwischen Krian Road Station und (53 M) Kamunting nach (56 M) Taiping (Rasthaus, tägl. $ 1,50, Verpflegung $ 1,50), einer der malerischsten Malaienstädte, mit schattigen Straßen voller gelb blühender Angsena-Bämne ( Pterocarpus indicus ), einem englischen und einem chinesischen Viertel.

Penang-Singapore. Penang-Singapore.

Auf einem Hügel das Haus des britischen Residenten für Perak, oberhalb der roten Gebäude des Staatsgefängnisses und nicht weit von dem weißen * Museum ( Perak State Museum ) mit sehenswerten zoologischen, geologischen und ethnographischen Sammlungen der Malaiischen Halbinsel. Nahe dem Sportplatz ( Recreation Ground ) mit zwei Klubhäusern ( Perak Club und New Club ) liegt ein sehr schöner öffentlicher Garten mit See, in der Nähe ein schöner Wasserfall. Vom Schießplatz der malaiischen Garnison führt ein guter Weg am Teegarten-Bungalow vorbei durch Dschungeln auf den * Larut-Hügel, mit schönen Ausblicken auf die Perak-Landschaft; auf dem Gipfel sieben Bungalows. —Schwierig und unsicher ist von da der Aufstieg zum Gunong Hijan (1448 m), der weite Aussicht bieten soll (man erkundige sich vorher und nehme Führer mit). Für Ärzte ist das Eingebornen- Krankenhaus beim Bahnhof sehenswert.