In Deutschland werden durchschnittlich von Personenzügen 35 km, von Kurierzügen 45–50 km, von Expreßzügen 60 km per Stunde zurückgelegt.
XII. Wichtige Reiseverbindungen[147].
Sonstige bedeutende Reiserouten sind:
| Routen. | Beförderungszeit. | Entfernung. | Preis (I. Kl.). | ||||
| a. in Europa. | |||||||
| Paris-Rom | 36 | Stunden | — | — | |||
| Paris-Konstantinopel | 84½ | „ | — | — | |||
| London-Brindisi | 53 | „ | — | — | |||
| b. außer Europa. | |||||||
| Alexandria-Suez | 10 | „ | 225 | engl. | Meilen | — | |
| Melbourne-Sydney | 20 | „ | 574 | „ | „ | — | |
| Bombay-Calcutta | 45 | „ | 1400 | „ | „ | 280 Mark | |
| New-York-San Francisco | 5½ | Tage | 5259 | km | 131½ Doll. | ||
| New-York-Mejico | 7 | „ | 6023 | „ | — | ||
Der zwischen Paris und Konstantinopel verkehrende Expreßzug führt gewöhnlich den Namen Orient-Expreßzug[148]. Er steht hinsichtlich der Bequemlichkeit und des Komforts den amerikanischen Schnellzügen gleich, wenn er sie nicht noch übertrifft.
Der Orient-Expreß ist stets von einigen Dolmetschern begleitet, hat Betten der vortrefflichsten Art für 50–60 Reisende, ferner einen Speisesalon für 24 Gedecke, eine Küche, ein Rauchzimmer, ein Damenzimmer und ein Toilettenzimmer mit kalter und warmer Douche; überdies sind alle Räume des Zuges telegraphisch miteinander verbunden. Was er freilich nicht hat, ist die auf dem Hauptzuge der Central- und Union-Pacific-Bahn befindliche Zeitungsdruckerei, die den „Transkontinental“ druckt, zu welchem Zweck auf allen Stationen Nachrichten in Bereitschaft gehalten werden. Eines solchen Mittels bedarf aber der Orient-Expreß nicht; denn an jedem Haltpunkt werden den Reisenden Zeitungen angeboten.
Der Zug besteht ein wie das andere Mal aus Lokomotive mit Tender, einem Kopfwagen, zwei oder drei Schlafwagen, je nach der Zahl der angemeldeten Reisenden, einem Restaurationswagen und einem Schlußwagen. Die Lokomotive ist nach dem System Crampton gebaut, hat Triebräder von 2,30 m Durchmesser, die bei jeder Umdrehung 7,25 m zurücklegen. Jeder der Schlafwagen hat 20 Plätze. Die Länge eines solchen ist 20 m, dessen Gewicht 27500 kg. Für die Nacht werden die Sitze in Betten mit Matratzen, Kissen, Leintüchern und Decken verwandelt. Während der kalten Jahreszeit wird in diesen Räumen mittels Dampfheizung eine angenehme, stets sich gleichbleibende Wärme unterhalten. Die Beleuchtung geschieht durch Gas, das jedoch demnächst elektrischer Beleuchtung wird weichen müssen.
Im Speisesalon sind stets 24 Gedecke aufgelegt, die auf acht kleine Tische verteilt sind. Die Reisenden können sich daher nach Belieben gruppieren. Die Einrichtung einer Table d’hôte zu bestimmter Stunde besteht nicht; jeder kann seine Mahlzeiten zu beliebiger Zeit zu sich nehmen, vorausgesetzt natürlich, daß die Tische nicht besetzt sind. An den Salon stößt die Küche, wo zwei Kochkünstler miteinander wetteifern, den verschiedenartigen Geschmack der Reisenden zufriedenzustellen. Unsere Abbildung ([Fig. 93]) liefert einen Begriff von der Einrichtung eines solchen Prachtwagens.
Um die Zollunkosten zu sparen, wird in jedem der durchreisten Länder nur der dort wachsende Wein verabfolgt. Die übrigen Weine bleiben inzwischen, jeder in einer besondern Kiste, unter Verschluß.

