Figur Seite
1. Telegraph von Claude Chappe [2]
2. Optische preußische Telegraphenstation [3]
3. Karl Fr. Gauß [4]
4. Wilhelm Weber [4]
5. Karl Aug. Steinheil [5]
6. Samuel F. B. Morse [5]
7. Das Morse-Alphabet [7]
8. Deutsches siebenadriges Erdkabel [17]
9. Zweites transatlantisches Kabel von 1865 [24]
10. Malta-Alexandria-Kabel [24]
11. Die unterseeischen Verbindungen zwischen Europa und Nordamerika [30]
12. Teredo norvegica[38]
13. Limnoria lignorum[38]
14. Der internationale Telegraphenverein (Tonbild) [44]
15. Philipp Reis [54]
16. Hemerodrom [62]
17. Die Staatspost unter den römischen Kaisern [64]
18. Gipsabguß eines Denksteins mit der Darstellung einer Rheda [69]
19. Postbotenfigur aus dem 14. Jahrhundert [71]
20. Briefbote mit dem deutschen Reichsadler aus dem 15. Jahrhundert [72]
21. Nürnberger Postbote aus dem 18. Jahrhundert [72]
22. Breslauer Postbote aus dem 16. Jahrhundert [73]
23. Die Landkutschen und Haudererwagen im 15. und 16. Jahrhundert [79]
24. Preußischer Personenpostwagen ohne Verdeck aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts [87]
25. Dänischer Kugelpostwagen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts [88]
26. Englische Mail Coach am Schlusse des 18. Jahrhunderts [88]
27. Staatssekretär Dr. von Stephan [91]
28. Der Weltpostverein (Tonbild) [94]
29. Japanesische Landpostbeförderung [95]
30. Chinesischer Depeschenträger [95]
31. Marokkanischer Postbote [96]
32. Französischer Landbriefträger [97]
33. Siamesischer Kurier [98]
34. Kamelpostreiter [100]
35. Russische Schlittenpost [101]
36. Chinesisches Postboot [103]
37. Die Gebrüder Montgolfier [109]
38. Ballon des Marquis d’Arlandes [111]
39. Luftschiff Blanchards [112]
40. Henri Giffards lenkbarer Luftballon mit zweiflügeliger Schiffsschraube und Dampfmaschine [115]
41. Luftschiffahrten von Renard und Krebs [116]
42. Luftballon, getrieben durch den elektrischen Strom (Tonbild) [116]
43. Das Centralpostgebäude in Berlin [138]
44. Das Postamt auf der Booby-Insel [139]
45. Quipu (Knotenschrift) [148]
46. Palmblattbrief [150]
47. Der Dampfwagen Cugnots [167]
48. Dampfwagen, konstruiert von Trevithick [168]
49. Georg Stephenson [169]
50. Eröffnung der Stockton-Darlington-Eisenbahn [171]
51. Stephensons „Rocket“ [172]
52. Verbindungen mit dem Kontinent [175]
53. Die von Berlin auslaufenden Bahnen [177]
54. Die von Wien auslaufenden Bahnen [178]
55. Die wichtigsten Bahnen Italiens [182]
56. Die Bahnen der Balkanhalbinsel [183]
57. Die wichtigsten Bahnen Rußlands [185]
58. Alpen-Querbahnen [187]
59. Weinzettelwand [187]
60. Viadukt über die „Kalte Rinne“ [188]
61. Wassertunnel bei Gossensaß [189]
62. Österreichische Alpenbahnen [190]
63. Louis Favre [193]
64. Die Zugangslinien des Gotthardtunnels [194]
65. Gotthard-Bohrmaschine [195]
66. Brücke über die Maderanerschlucht bei Amsteg [196]
67. Trisanna-Viadukt [199]
68. Gießbachbahn [201]
69. Vesuvbahn [202]
70. Lokomotive und Waggon der Bahn Vitznau-Rigi [203]
71. Schnurtobelbrücke [204]
72. Die Hauptbahnlinien Europas (Tonbild) [205]
73. Thomé de Gamond [207]
74. Die projektierten Tunnellinien zwischen Frankreich und England [209]
75. Felspartie an der Kandy-Bahn [212]
76. Die Bahnen Asiens [214]
77. Die Pacific-Bahnen Nordamerikas (Tonbild) [222]
78. Dale-Creek-Viadukt [226]
79. Eisenbahnkarte von Panama [234]
80. Station an der Eisenbahn von Panama [235]
81. Eisenbahn auf der Panama-Landenge [236]
82. Tunnel zwischen S. Mateo und Anchi [237]
83. Kurven der Bahn beim Überschreiten des Rimac [238]
84. Brücke über los infernillos[239]
85. Eisenbahn in den Cordilleren (Tonbild) [239]
86. Die Geleis-Verknotungen der Londoner Stadtbahnen bei der Clapham Junction [245]
87. Front der Pancras-Station in London [246]
88. Unterirdische Eisenbahn Londons nebst den wichtigsten Bahnstationen der Stadt [247]
89. Der Bahnhof von Baker Street [248]
90. Die Pfeiler-Eisenbahn in New-York [249]
91. Übersicht der Berliner Stadt- und Ringbahn [251]
92. Übergang am Bahnhof „Friedrichstraße“ in Berlin [252]
93. Elektrische Eisenbahn bei Charlottenburg [254]
94. Speisesaal im Orient-Expreßzug [267]
95. Die New-York-Brooklyner Hängebrücke [276]
96. Wege über die East-River-Brücke [277]
97. Amerikanische Lokomotive der Neuzeit [281]
98. Äußeres eines Pullmanschen Schlafwaggons [284]
99. Inneres eines Pullmanschen Palastwaggons [285]
100. Schmalspurige Eisenbahn im Arkansas Cañon [289]
101. Rindenkahn der Australier [292]
102. Eskimo im Kajak [293]
103. Doppelpirogue der Fidschi-Insulaner [295]
104. Altes Nilboot [298]
105. Querschnitt einer griechischen Quinquereme [299]
106. Griechische Pentereme [300]
107. Staatsschiff des Hiero von Syrakus [301]
108. Drache [302]
109. Venetianische Galeere [302]
110. Schiff des Kolumbus [303]
111. Robert Fulton [309]
112. Älterer transatlantischer Raddampfer [312]
113. Skizze zur Darstellung der Schraube und des Steuers [313]
114. Verteilung der Land- und Wassermassen [315]
115. Schlick oder Tiefseeschlamm [317]
116. Die Bewegung der Wellen [318]
117. Darstellung von Ebbe und Flut [319]
118. Isorachien [321]
119. Meeresströmungen [322]
120. Beispiel von Felsauswaschungen [324]
121. Cyklonale Bewegung um ein Luftdruckminimum und Anticyklonale Bewegung um ein Luftdruckmaximum [326]
122. Windverteilung auf der Erde [328]
123. Wechsel in der Windrichtung bei einem Cyklon [330]
124. Sturmbahnen der tropischen Cyklone [331]
125. Schiffskompaß in Cardanischer Aufhängung [332]
126. Brookes Apparat zum Messen großer Meerestiefen [337]
127. Schleppnetz [338]
128. Taucher bei der Arbeit [339]
129. Das Log [340]
130. Zeitballsäule [341]
131. Wetterkärtchen [349]
132. Wetter-Signal-Apparat [351]
133. Sturmsignale [352]
134. Dienstgebäude der deutschen Seewarte [354]
135. Schnelldampfer „Ems“ [361]
136. Dampfer „Elbe“ (Tonbild) [365]
137. Ferdinand von Lesseps [367]
138. Der Suezkanal [370]
139. Der Panamakanal [378]
140. Der Nordostseekanal [382]
141. Die Tilbury-Docks [393]
142. Schwimmdock bei Steinwärder [394]
143. Eddystone [405]
144. Leuchtschiff mit Bake [407]
145. Rettungsboot mit Transportwagen [413]
146. Raketenapparat [413]
147. Rettungsleine mit Hosenboje [414]
148. Korkjacke und Korkring [415]
149. Linien zwischen Europa und Asien (Tonbild) [431]
150. Linien zwischen Europa und Afrika [434]
151. Linien zwischen Europa und Australien [435]
152. Linien zwischen Europa und Nordamerika [436]
153. Linien zwischen Europa und Südamerika [438]
154. Linien zwischen Europa einerseits und Mittelamerika und Westindien andererseits (Tonbild) [439]

Lithographierte Karte: [Die wichtigsten Telegraphenverbindungen der Erde] (zu [S. 33]).

Der Weltverkehr.


I.
Telegraphie.

Erstes Kapitel.
Geschichte der Telegraphie[1].

Schon in den ältesten Zeiten fühlte man das Bedürfnis, wichtige Nachrichten möglichst schnell nach entfernten Orten zu befördern. Diesem Zwecke dienten zunächst optische Signale, wie Feuer, Fackeln, Rauchsäulen u. s. w. So soll die schnellste Nachricht vom Falle Trojas durch Feuerzeichen (Fanale) nach Griechenland gelangt sein. Apulejus erzählt von den Persern, daß sie ausgestellte Posten hatten, welche durch Fackeln die Signale bis zur Residenz des Königs vermittelten. Nach Herodot meldete der persische Feldherr Mardonius dem noch in Sardes befindlichen Könige die Nachricht von der Besetzung des verlassenen Athen durch Feuerzeichen. So heißt es auch bei Thucydides: „Gegen die Nacht wurden die Peloponnesier durch Feuerzeichen benachrichtigt, daß 60 athenische Schiffe von Leukas im Anzuge seien.“ Von den desfallsigen Kommunikationen der Macedonier erwähnt Curtius: Observabatur ignis noctu, fumus interdiu (nachts wurde Feuer, bei Tage Rauch wahrgenommen), und Cäsar ließ seinen bedrängten Legaten durch weithin sichtbaren Rauch den Anmarsch der zur Hilfe anrückenden Legionen verkünden. Aus dem Periplus des Hanno ersehen wir an mehreren Stellen, daß auch bei den afrikanischen Völkern ein ähnlicher Gebrauch bestand. Ebenso besaß China in früherer Zeit eine Art optischer Telegraphie mittels Feuerzeichen. — Für die Kommunikation der Seeschiffe wurden bei Tage Flaggensignale verwendet. In der Seeschlacht bei Cyzicus machten z. B. auf ein Flaggensignal des Admirals (Alcibiades) sämtliche Dreiruder ein plötzliches und entscheidendes Manöver; ebenso in der Schlacht bei Mytilenä auf ein vom Admiral (Konon) mit der purpurnen Flagge gegebenes Zeichen. — Im Mittelalter wurde von optischen Telegraphensignalen (Flaggen, Raketen) wenig Gebrauch gemacht. An eine sichere und ausgedehnte Anwendung des Lichtes war in früheren Zeiten überhaupt nicht zu denken, da man selbst auf kurze Entfernungen zur Übermittlung von Nachrichten zu viel Zwischenstellen nötig hatte, wodurch die getreue Wiedergabe einer Nachricht erheblich beeinträchtigt wurde. An eine größere Verwendung des Lichtes konnte erst nach Erfindung des Fernrohrs (um das Jahr 1600) gedacht werden, weil es dadurch ermöglicht wurde, auch kleine Lichtquellen auf bedeutende Entfernungen dem Auge noch wahrnehmbar zu machen. Die Folge dieser Erfindung war, daß man außer mit dem Lichte auch mit beweglichen hölzernen Armen, die auf erhöhten Punkten standen und durch einen Mechanismus bewegt werden konnten, optische Signale zu geben im stande war. Robert Hooke, ein englischer Mathematiker, machte 1684 einen derartigen Vorschlag; derselbe kam jedoch, wie mehrere andere aus derselben Zeit, nicht zur dauernden praktischen Verwendung; erst dem französischen Ingenieur Claude Chappe (1792) gelang es nach mehrjährigen, von seinen Brüdern unterstützten Versuchen, brauchbare optische Telegraphen herzustellen. Das Wesen derselben bestand darin, daß drei Balken an einem weithin sichtbaren Orte an ein Gestelle derartig befestigt waren, daß sie, in vielfachen Kombinationen zusammengestellt, eine große Zahl bestimmter Zeichen geben konnten. Die Beobachtung und Nachbildung eines Zeichens erforderte unter günstigen Umständen 20 Sekunden. Von Toulon nach Paris (etwa 800 km) brauchte ein Zeichen 20 Minuten. Die erste derartige Linie wurde 1794 zwischen Paris und Lille vollendet. Nach und nach aber wurden in Frankreich Linien von 5000 km Länge hergestellt, die sämtlich in Paris zusammenliefen. Andere Länder folgten bald mit ähnlichen Einrichtungen, so England, Schweden, Dänemark, Preußen u. s. w. Die bedeutendste derartige Telegraphenlinie in Deutschland war die von Berlin nach Köln.

Fig. 1.
Telegraph von Claude Chappe.

(Nach Ternant, Les télégr.)