Ist also die USA das Sinnbild einer Kultur der Schriftlosigkeit, der Illiteralität? Sie ist es zumindest in dem Maße, in dem sie eine Alternative zu einer Welt darstellt, die ausschließlich durch traditionelle Bildung und Schriftkultur gekennzeichnet ist. Als Verkörperung einer Kultur jenseits der Schriftkultur hat Amerika gezeigt, wie verschiedene Bildungsformen nebeneinander bestehen und sich gegenseitig ergänzen können. Wo immer die Grundprinzipien der Anpassung, der Offenheit, der Erprobung und Überprüfung neuer Modelle und neuer pragmatisch ausgerichteter Institutionen verfolgt werden, ist das Ergebnis eine erhöhte Effizienz. Der Preis, den die Menschen für diese erhöhte Effizienz bezahlen müssen, ist nicht gering: Personalabbau, Arbeitsplatzwechsel und Entwurzelung, Arbeitslosigkeit, ein Verlust des Gefühls der Beständigkeit, nach dem sich letztlich ein jeder sehnt. Ebenso aufgegeben werden muß die Fähigkeit oder der Anspruch, alle in einer bestimmten Situation relevanten Aspekte überblicken und bedenken zu können—die politischen, ökologischen, sozialen, legalen und religiösen. Solche Aspekte gehen über das unmittelbar Erfahrbare hinaus und setzen an Stelle des spezialisierten, auf die eigentliche Aufgabe konzentrierten, bisweilen aber auch kurzsichtigen und engstirnigen Blicks einen breiten Blickwinkel voraus, den die alten Bildungs- und Ausbildungsformen ermöglichten. Andererseits sieht es ganz so aus, als hätten wir gar keine Alternative mehr. Und im großen und ganzen wird sich vermutlich niemand zurücksehnen nach einem Zustand, wie er vor 2000 Jahren herrschte.
Literaturhinweise
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