„Wünschest Du, daß man ihr Deine Freude mittheile?“

— Nein, ich bitte Dich, sprich ihr nichts davon . . . Ich will sie überraschen . . .

„So sage mir wenigstens, wie Deine Sachen mit ihr stehen?“

Er wurde verwirrt und nachdenkend; er hätte gern ein Bischen aufgeschnitten und sich wichtig gemacht, wenn er sich nicht ein Gewissen daraus gemacht hätte, und doch schämte er sich die Wahrheit zu gestehen.

„Ja, was meinst Du, liebt sie Dich?“

— Ob sie mich liebt? Aber ich bitte Dich, Petschorin, was hast Du für Ideen! . . . Wie könnte das so schnell gehen? . . . Und gesetzt, es wäre dem so, wie könnte ein anständiges Frauenzimmer das sagen! . . .

„Gut! Nach Deiner Meinung soll nun wahrscheinlich ein Mann auch von seiner Leidenschaft schweigen? . . .“

— Ach, Liebster, es kommt nur darauf an, wie man’s anfängt. Vieles spricht man nie aus, sondern läßt es errathen. —

„Das ist schon recht . . . Indessen verpflichtet die Liebe, die wir in den Augen lesen, ein Frauenzimmer durchaus zu nichts, während Worte . . . Nimm Dich in Acht, Gruschnitzki, sie führt Dich an . . .“

— Sie? antwortete er, die Augen zum Himmel erhebend und selbstgefällig lächelnd: Du thust mir leid, Petschorin!