4. Begräbniß. Bezüglich der Leichenbegängnisse sind uns keine eigenthümlichen Gebräuche mitgetheilt worden. Denn die folgenden sind allgemein verbreitet: 855. Der Schulmeister begiebt sich mit der erwachsenen Schuljugend, deren Einer das Kreuz vorträgt, unter dem Geläute Einer Glocke zur bestimmten Stunde, gewöhnlich Nachmittags 1 Uhr, in das Trauerhaus. Dort werden einige Lieder aus dem „Sterbebüchel“ und zuletzt eine Arie gesungen. Dann setzt sich der Zug nach dem Gottesacker in Bewegung (Geiersdorf). — 856. Ist der Sarg in das Grab gelassen, so werfen die Angehörigen je drei Hände voll Erde darauf (allg.). — 857. Beim Begräbniß eines Soldaten, der einen Feldzug mitgemacht hat, wird von den begleitenden Kameraden über das Grab geschossen (Marienberg). — Ueber Leichenbegängniß und Begräbniß in Annaberg vgl. der Gottesacker zu Annaberg (Annaberg, 1860), S. 140 ff.

Anhang.

§ 99. Lieder und Reime im obererzgebirgischen Volksdialekt.

1. Weihnachten.

Folgende zwei Weihnachtsgedichte erläutern vielfach das oben §§ 5 und 6, sowie 49 und 50 Angeführte. Beide sind Volkslieder. Vergl. auch: Simrock, deutsche Weihnachtslieder, Leipzig, 1859.

858. Weihnachts heiliger Ohmd[3].

’n Hammer sei Liedel.
(Aus Marienberg mitgetheilt.)

Schwenze lenz! heut’ bi ig fruh

’s wor mer lange Zeit net suh!

Will heut Döbes[4] machen!