[58] padie: Reis in der Hülse.

[58] dessah: Dorf. Anderswo: negrie. Auch: kampong. Der inländische Ursprung der beiden letzteren Wörter steht nicht ausser allem Zweifel.

[61] alūn-alūn: ein grosser Platz vor der Gruppe von Gebäuden, die die Wohnung eines Regenten bilden. Gewöhnlich stehen auf solchem Platz zwei stattliche waringi-Bäume, aus deren Alter sich erweist, dass nicht sie auf den alūn-alūn gepflanzt sind, sondern dass die Regentenwohnung in ihrer Nähe, und wahrscheinlich gerade wegen ihrer Nähe an dieser Stelle errichtet worden ist.

[62] mantrie: ein inländischer Beamter, dessen Stellung ungefähr als die eines „Aufsehers“ bezeichnet werden kann.

VI. Kapitel.

[66] sarong: das auf Java allgemein getragene Gewand. Siehe genaueres über die Indische Kleidung unter sarong in den Erläuterungen zu Kap. XVII.

[66] sirie, pinang, gambier: die Bestandteile, die zusammen mit Tabak und Kalk den für den Javanen unentbehrlichen Betel-Kautabak bilden. Auch die Frauen sind fast ohne Ausnahme dem Betelgenuss ergeben. Der braune Saft des Tabaks, noch etwas mehr rot gefärbt durch die gambier, färbt aller Lippen und Zähne. Schön steht dies gerade nicht, doch für sehr mundsäubernd wird das Betelkauen gehalten. Der Genuss von sirie mit seinen Zuthaten ist so verbreitet, dass der europäische Begriff „Trinkgeld“ durch das Wort wang sirih, d. h. Siriegeld, ausgedrückt wird.—Die sirie ist das Blatt eines Rankengewächses, das nicht viel stärker ist als unsere Erbse und dem Pfefferbaum so ähnlich ist, dass der Uneingeweihte diese beiden Gewächse schwer unterscheidet. Es ist verwunderlich, dass man die sirie so wenig in der Zahnheilkunde anwendet, da sie doch eine säubernde, zusammenziehende Wirkung übt und der Geschmack nicht unangenehm ist. Die gambier hat, wie es scheint, eine Bedeutung erlangt in der Arzneibereitungslehre, von der pinang oder areka weiss ich nichts Sicheres hieraufbezüglich anzugeben. Die pinang oder areka ist eine Nuss, ähnlich einer Muskatnuss. Doch der Baum, auf dem sie wächst, ist eine Palmenart.

[66] slamat: Gruss, und in diesem Fall das sehr eigenartige Kompliment—Zusammenfaltung—das in dem Text beschrieben wird. Frage: besteht ein Zusammenhang zwischen dem malayischen slamat, selamat und dem Wörtchen Sela, das so oft in den Psalmen vorkommt? Man weiss, dass nach den Riten des Orients gottesdienstliche Übungen bestehen aus Gebeten und Gesängen, mehrfach unterbrochen durch vielerlei Geberden und Komplimente im ursprünglichen Sinne des thatsächlichen Zusammenklappens, des Sich-Zusammenfaltens. So etwas geschah vielleicht auch beim Vortragen der Psalmen, und diese Vermutung wird verstärkt durch die Beachtung der vermutlich näheren Bedeutung des Wortes slamat oder selamat. In Zusammenhang gebracht mit Slam oder Islam—durch Buchstabenversetzung verwandt mit mosl, muzl = Muselmann—würde vielleicht als ursprünglicher Sinn sich herausstellen: der feierliche, ceremonielle oder rituelle Gruss, und das würde vollkommen der Bedeutung entsprechen, die das Wort Sela in den Psalmen füglich gehabt haben kann. Doch will ich einer anderen Belehrung gern zugänglich sein.

[68] kidang: eine Art Hirsch mittlerer Grösse. Viel kleiner, nicht grösser wie ein mittelmässiger Hund, sind die kandjiels, Hirschchen, die sich durch ausserordentliche Behendigkeit und durch Lieblichkeit auszeichnen. Man behauptet, dass sie im Zustande der Gefangenschaft nicht am Leben erhalten werden können. Der kidang jedoch scheint, ebenso wie die meisten Arten unserer Hirsche, sich leicht anzupassen.

[71] tudung: die in Form einer grossen, runden Schüssel geflochtene Kopfbedeckung der Javanen; der Tudung schützt sowohl vor Sonne wie vor Regen, vor dem der Inländer eine lächerliche Furcht hat. Man hat in Europa schon Gartenhüte gehabt, die den Tudungs ähnlich sind.