—Nun, das kommt ihm zustatten in Lebak! Da ist mir gerade etwas passiert, das ... ob der Regent uns auch versteht?
—Ich glaub’s nicht. Doch zeige mir was aus deiner Jagdtasche, dann denkt er, dass wir darüber sprechen.
Duclari nahm seine Jagdtasche, zog ein paar Waldtauben daraus hervor, und, die Vögel befühlend, als spräche er über die Jagd, teilte er Verbrugge mit, dass ihm soeben auf dem Felde ein Javane nachgelaufen sei, der ihn gefragt hätte, ob er nichts thun könne, um den Druck zu erleichtern, unter dem die Bevölkerung seufze.
—Und, fuhr er fort, das ist sehr stark, Verbrugge! Nicht dass ich mich wundere über die Sache selbst. Ich bin lange genug im Bantamschen, um zu wissen, was hier vorfällt, aber dass der geringe Javane, der gewöhnlich so vorsichtig und zurückhaltend ist, wo es sich um seine Häuptlinge handelt, so etwas von jemandem verlangt, der nichts damit zu schaffen hat, das befremdet mich!
—Und was hast du geantwortet, Duclari?
—Nun, dass es mich nichts anginge. Dass er zu dir gehen müsste, oder zu dem neuen Assistent-Residenten, wenn er in Rangkas-Betung angekommen sei, und da seine Klagen vorbringen.
—Jenie apa tuwan-tuwan datang!—d. h.: Da kommen die Herren an!—rief auf einmal der Aufpasser Dongso. Ich sehe einen Mantrie, der mit seinem Tudung schwenkt.
Alle standen auf. Duclari, der nicht durch seine Gegenwart in der Pendoppo den Schein erregen wollte, als sei auch er an den Grenzen zur Bewillkommnung des Assistent-Residenten, der wohl im Range über ihm stand, doch nicht sein Chef und obendrein für ihn »verrückt« war, stieg zu Pferde und ritt, gefolgt von seinem Bedienten, davon.
Der Adhipatti und Verbrugge stellten sich an den Eingang der Pendoppo, und sie sahen einen von vier Pferden gezogenen Reisewagen sich nähern, der alsbald, stark von Schlamm überzogen, bei dem Bambusgebäude stillhielt.
Es würde schwer gefallen sein, zu raten, was der Wagen alles enthalten mochte, bevor Dongso, unterstützt durch die Läufer und eine Anzahl Bedienter, die zum Gefolge des Regenten gehörten, all die Riemen und Knoten losgemacht hatte, die das Fuhrwerk eingeschlossen hielten mit einem schwarzledernen Futteral, das an die Diskretion erinnerte, mit der in früheren Jahren Löwen und Tiger in die Stadt kamen, als die Zoologischen Gärten noch umherziehende Menagerien waren. Nun, Löwen und Tiger waren in diesem Wagen nicht. Man hatte nur alles so sorgfältig geschlossen, weil es Westmūsson war und man also auf Regen gefasst sein musste. Nun ist das Herausklettern aus einem Reisewagen, in dem man eine gute Strecke Wegs hin und her gerüttelt ist, nicht so leicht, wie jemand, der nie oder wenig gereist ist, sich wohl vorstellen mag. Ungefähr wie bei den Sauriern der Urwelt, die durch langes Warten zuletzt einen integrierenden Bestandteil des Thons oder Lehms ausmachen, in den sie anfänglich nicht mit der Absicht gekommen waren, darin zu verbleiben, ist auch bei Reisenden, die ein bisschen eng zusammengepökelt und in gezwungener Haltung zu lange in einem Reisewagen gesessen haben, etwas zu konstatieren, was ich Assimilierung zu nennen vorschlagen möchte. Man weiss schliesslich nicht recht mehr, wo das lederne Wagenkissen aufhört und wo die Ichheit anfängt, ja, mir ist die Vorstellung nicht fremd, dass man in so einem Wagen Zahnschmerz oder Krampf haben kann, den man für Mottenfrass in der Reisedecke hält, oder umgekehrt.