Und sie antwortet:
»Trink es nicht: es ist Schnaps. Ich habe mich einmal nicht beherrschen können ... gute Menschen hatten es mir gegeben ... Jetzt kann ich ohne den Placon gar nicht leben ... Du aber enthalte dich, solange du kannst, und verurteile mich nicht, wenn ich ein wenig davon sauge, denn es ist mir gar zu weh ums Herz. Du sollst aber noch einen Trost im Leben erfahren: Gott hat ihn schon von der Tyrannei erlöst ...«
Ich schrie auf: »Er ist tot!« und griff mich an die Haare. Ich erkenne meine Haare nicht: ganz weiß sind sie geworden ... Was ist das?
Und sie sagt mir:
»Erschrecke nicht, deine Haare sind dort, als man dich aus deinem Zopf befreite, weiß geworden; er aber lebt und ist von der Tyrannei erlöst: der Graf hat ihm eine Gnade erwiesen, die noch niemand erlebt hat. Wenn die Nacht kommt, werde ich dir alles erzählen, jetzt will ich noch ein wenig an meinem Placon saugen ... Das Herz brennt mir so ...«
Und sie sog solange daran, bis sie einschlief.
Nachts aber, als alle schon schliefen, stand Tantchen Drossida wieder auf, ging, ohne Licht zu machen, ans Fenster, sog wieder am Placon, versteckte ihn und fragte mich leise:
»Schläft der Gram oder schläft er nicht?«
Und ich antwortete:
»Der Gram schläft nicht.«