»Gewiß! Alle gingen zum Sarge und nahmen von ihm Abschied ... Auch ich ging hin ... Er war so verändert, daß ich ihn gar nicht wiedererkannt hätte. So blaß und mager war er, — die Leute sagten, er hätte sein ganzes Blut verloren, weil ihn der Mörder um Mitternacht erstochen hat ... So viel Blut hat er verloren ...«
Sie hielt inne und wurde nachdenklich.
»Und Sie,« fragte ich, »wie haben Sie es überstanden?«
Sie erwachte gleichsam aus ihren Träumen und fuhr sich mit der Hand über die Stirn.
»Wie es mir anfangs zumute war, weiß ich nicht mehr, ich weiß auch nicht, wie ich nach Hause kam ... Ich ging ja mit allen zusammen vom Friedhof fort, also hat mich wohl jemand geführt ... Am Abend sagte mir aber Drossida Petrowna:
‚So geht es nicht, du schläfst nicht und liegst wie ein Stein da. Das ist nicht gut! Du mußt weinen, damit das Herz einen Ausfluß hat.‘
‚Ich kann nicht weinen, Tantchen, — mein Herz brennt wie eine Kohle und hat keinen Ausfluß.‘
Und sie antwortet:
‚Also kannst du dem Placon nicht mehr entgehen.‘