»Ich rate Ihnen nicht, aber ich denke, daß es für Sie, für ihn und für Ihre Kinder das Beste wäre.«

»Aber warum das Beste? Das heißt doch, es endlos in die Länge ziehen?«

»Darum das Beste, weil durch die Offenheit alles nur schlimmer werden würde, und diese Endlosigkeit würde noch trauriger sein, als jene, von der Sie sprachen.«

»Meine Seele würde durch das Leiden geläutert werden.«

Mir schien, als sähe ich ihre Seele: sie war lebendig und triebhaft, aber keine von jenen, die vom Leide geläutert werden. Deshalb sagte ich nichts mehr über ihre Seele, sondern erwähnte wieder die Kinder.

Sie rang die Hände, daß die Finger knackten, und senkte langsam den Kopf.

»Und was wird das Ende dieses Liedes sein?«

»Ein gutes Ende.«

»Auf was hoffen Sie?«

»Darauf, daß Ihnen dieser Mensch, den Sie lieben, oder, Ihren Worten nach, nicht lieben, aber an den Sie sich gewöhnt haben, von Tag zu Tag verhaßter werden wird.«