»Meine Brüder haben mich verkauft.«
Er weint, und weint, als ob er am Grabe seiner Mutter stehe und singt weiter, und ruft die Erde an zur Weheklage über die Sünde der Brüder.
Diese Worte können einen Menschen immer erregen, mich erregten sie aber jetzt besonders, da ich doch eben von ähnlich streitenden Brüdern weggegangen war. Die Worte hatten mich so gerührt, daß ich selbst aufschluchzte. Lewontij hört es, verstummt und ruft: »Onkel, hör Onkel!«
»Was denn, mein guter Junge?« sage ich.
»Weißt du, wer unsere Mutter ist, von der hier gesungen wird?« fragt er.
»Rahel,« antworte ich.
»Nein,« entgegnet er, »in alter Zeit war es die Rahel, jetzt hat es aber eine andere, geheimnisvolle Bedeutung.«
»Wieso geheimnisvoll?« frage ich.
»Nun, dieses Wort hat einen verwandelten Sinn.«
»Du Kind,« sage ich, »paß auf: ist es nicht gefährlich, was du hier grübelst?«