Es wird erzählt, daß man diese Schreiber später noch lange fragte, wie es ihnen zumute war, als sie in Farbowanaja »gefarbowalkt« wurden.
Der Kommandeur kam selbst zu Stepan Iwanowitsch nach Farbowanaja gefahren, und wenn er es auch nicht aussprach, so drückte er doch indirekt seine Anerkennung für diese Findigkeit und »die richtige Wendung der Angelegenheit« aus.
VIERZEHNTES KAPITEL
Auch in seinen eigenen Angelegenheiten war Stepan Iwanowitsch weitblickend und verfiel nur dann in Fehler, wenn die Liebesleidenschaft seinen Blick trübte. Die größte Torheit beging er in einem Fall, der mit jener schlanken, zierlichen Gapka Petrunenko zusammenhing, zu deren Füßen wir ihn verlassen haben.
In der Zeit, als Wischnewskij dieses Mädchen liebte, stand der Kirche im Dorfe Farbowanaja ein Priester namens Platon vor. Er hatte die den Russen ziemlich gemeinsame Schwäche, daß er zwar im nüchternen Zustande »zu allem wohlweislich schwieg«, betrunken jedoch gern plauderte und sogar die ungeschminkte Wahrheit sagte.
Als sich Wischnewskij am nächsten Morgen vom Teppich erhoben hatte, teilte er voller Freude Stepanida Wassiljewna eine wichtige Neuigkeit mit.
Gapka spürte in sich ein neues Leben pochen.
»Und was sie gebiert, soll nicht mehr leibeigen, sondern frei sein«, sagte Wischnewskij.
Dies war ein ungewöhnliches Liebesgeschenk seitens Stepan Iwanowitschs, denn die große Menge seiner Kinder war sämtlich unter seine »leibeigenen Seelen« eingetragen worden und arbeitete rechtschaffen auf den Feldern seines Herrengutes.
Auch Gapka freute sich darüber.