Über den Hof ging aus der Scheune in die Küche, den Schafspelz über die Schultern geworfen, gähnend und sich bekreuzigend, der alte Verwalter.

Katerina Lwowna schloß leise den Fensterladen und warf einen durchdringenden Blick auf Ssergej, als wollte sie ihm in die Tiefe seiner Seele blicken.

»Nun bist du Kaufmann,« sagte sie, ihm ihre weißen Hände auf die Schultern legend.

Ssergej erwiderte nichts.

Er zitterte wie im Fieber. Katerina Lwowna fühlte nur Kälte um die Lippen.

Nach zwei Tagen hatte Ssergej an beiden Händen Schwielen, die vom Brecheisen und dem schweren Spaten herrührten. Sinowij Borissowitsch war dafür so gut verwahrt, daß ihn vor der allgemeinen Auferstehung wohl niemand ohne Beihilfe Katerina Lwownas und ihres Geliebten finden würde.

IX

Ssergej trug ein rotes wollenes Halstuch und klagte über Halsschmerzen. Ehe aber die Male von den Zähnen Sinowij Borissowitschs auf seinem Halse vernarbt waren, fiel den Leuten die allzu lange Abwesenheit des Hausherrn auf. Ssergej selbst sprach am häufigsten von ihm. Wenn er abends mit den anderen Burschen auf der Bank vor dem Tore saß, brachte er oft die Rede auf ihn: »Was bleibt unser Herr so lange aus?«

Auch die Burschen wunderten sich.

Von der Mühle kam aber die Nachricht, daß Sinowij Borissowitsch schon längst einen Wagen gedungen hatte und nach Hause abgereist war. Der Kutscher, der ihn gefahren hatte, berichtete, daß Sinowij Borissowitsch in einer seltsamen Aufregung gewesen sei; am Kloster, etwa drei Werst vor der Stadt, sei er mit seiner Reisetasche aus dem Wagen gestiegen und hätte den Kutscher entlassen. Als die Leute diesen Bericht hörten, staunten sie noch mehr.