Mehr aber sprach er nicht, und er hatte auch keine Zeit mit irgendwem zu sprechen, weil der Kaiser befahl, schon sogleich dieses behufte »Nymphusorium« einzupacken und nach England zurückzuschicken — in der Art eines Geschenkes, damit man dort verstehe, daß uns dies nicht erstaunlich sei. Und es befahl der Kaiser, daß ein besonderer Kurier, der alle Sprachen versteht, den Floh bringen, und daß sich der Linkser bei ihm befinden solle, damit er selber den Engländern die Arbeit zeigen könne, und was es für Meister bei uns in Tula gibt.
Platow bekreuzte ihn:
»Möge« — spricht er — »über dir Segen sein, auf den Weg aber werde ich dir meinen eigenen Bittern senden. Trinke nicht viel und nicht wenig, trinke vielmehr mittelmäßig!«
So tat er auch — er schickte ihm seinen Bittern.
Graf Kiselwrode aber befahl, daß man den Linkser in den Tuljakowschen öffentlichen Bädern bade, ihm beim Barbier die Haare schneide und ihm einen Paradekaftan von einem Hofsänger anziehe, damit es so aussehe, als habe er irgend einen besondern Rang.
Als sie ihn auf diese Weise umgebildet und zur Reise mit Tee und Platowschem Bittern getränkt hatten, zogen sie ihm den Gürtelriemen möglichst eng, damit die Därme nicht schlotterten, und führten ihn nach London. Von daher bekam der Linkser auch ausländische »Ansichten« zu schauen.
XV
Die Kuriere mit dem Linkser reisten sehr rasch, so daß sie von Petersburg bis London nirgends Rast machten, vielmehr zogen sie auf jeder Station den Gürtel noch um ein Loch enger, damit sich die Gedärme nicht mit den Lungen vermengen sollten. Da aber dem Linkser nach der Vorstellung beim Kaiser auf Befehl Platows auf Kronskosten eine Schnapsportion nach Gutdünken bewilligt war, so hielt er sich ohne zu essen damit allein aufrecht und sang durch ganz Europa hindurch russische Lieder, nur den Kehrreim sang er auf ausländische Weise: — »ai — ljuli — ssee tree schuli.«
Der Kurier brachte ihn nach London, zeigte sich, bei wem es nötig war, gab die Schatulle ab, führte den Linkser in ein Gasthaus und mietete für ihn ein Zimmer. Dem aber ward es dort bald langweilig, und ihn verlangte es zu essen. Er pochte an die Türe und deutete sich vor dem Aufwartenden auf den Mund. Der aber führte ihn sogleich schon in das Speisenempfangszimmer.
Der Linkser setzt sich dort an den Tisch und sitzt da. Irgend etwas auf englisch zu fragen — versteht er aber nicht. Darauf erriet er es: wiederum pocht er einfach mit dem Finger auf den Tisch und zeigt sich auf den Mund — die Engländer erraten und tragen auf, nur nicht immer das, was nötig ist. Er nimmt aber das nicht an, was ihm nicht paßt. Man gab nach ihrer Zubereitung heißen Pudding »im Feuer«. Er spricht: »ich weiß nicht, daß man so etwas essen kann« — und aß auch nicht. Sie tauschten es ihm um und gaben ihm ein anderes Gericht. Ebenso wollte er nicht ihren Schnaps trinken, weil er grün war — als sei er mit Grünspan angesetzt. Er wählte vielmehr das Allernatürlichste und erwartete den Kurier gemütlich hinter einem Fläschchen.