Man war zu jener Zeit allgemein (und nicht allein unter den Juden, sondern unter den Rechtgläubigen und der „hohen“ Gesellschaft in Kiev) davon überzeugt, daß nicht das geschieht, was der Fürst befiehlt, sondern das, was die Fürstin wünscht.


[5] Besitzer von Mietswagen.

[6] Lapserdack ist ein kurzer Rock mit einer genau bestimmten Anzahl von Bändchen und Fransen benäht. Die Talmudisten tragen diese „jüdische Montur“ unter dem oberen langen Rock.

Siebentes Kapitel.

Der jüdische Schneidergeselle, welcher sich anwerben ließ, um Soldat zu werden, war ziemlich gut über die in Kiev herrschenden Verhältnisse unterrichtet.

Diese Kenntnis wollte er nicht nur für seine eigenen Zwecke ausnützen, sondern auch dabei gleichzeitig den Introligator ungestraft zu Grunde richten.

Sein Plan war vorzüglich ausgedacht.

Während der Introligator die bekannte Bittschrift verfasste, in welcher er bat, mit der Einstellung seines Sohnes solange warten zu wollen, bis er mit dem Ersatzmanne ankomme, schrieb der Schneider einen herzbrechenden Klagebrief an die in Kiev allgemein bekannte Baronesse B., welche — nach außen hin — eine außergewöhnliche Frömmigkeit zur Schau trug.

Der listige Jude schilderte in lebhaften Farben, wie er von seinen Stammesgenossen verfolgt werde, was er leiden müsse, daß seine Geduld bereits erschöpft sei und er sich entschloß unter die Soldaten zu gehen; wie er aber plötzlich erleuchtet wurde, wie ihm jene Wohltaten, welche nur hochgeborene Christen auszuüben pflegen, namentlich jenen, die sich entschlossen haben, den wahren Weg des Christentums zu wandeln in Erinnerung gekommen seien; er habe deshalb beschlossen, sich — taufen zu lassen.