Alle Leute, welche dem Kinde des Dukač alles böse wünschten, bekreuzten sich beim Anblick des sich bildenden Wetters andächtig und waren ganz zufrieden, denn es zeigte sich deutlich und sichtbar, daß Gott an ihrer Seite stehe.

Elftes Kapitel.

Wie ruhig und gelassen sonst Dukač zu sein pflegte, heute empfand er eine gewisse Unruhe, Vorahnung oder ähnliches, denn er war doch nicht vollends befreit von dem herrschenden Aberglauben, und er fing an sich zu fürchten.

Bei dem Sturm, der sich immer mehr und mehr steigerte, konnte es vorkommen, daß etwas Ungeahntes, Unangenehmes, Unerwartetes sich ereignen könne; es konnten ja doch der Pate mit der Patin und dem Kinde in dem eingetretenen Schneesturme, der sich plötzlich erhob, sich verirren, was böse Folgen nach sich ziehen konnte; und der Schneesturm fing an zu wüten gerade zu jener Zeit, als der Schlitten in die Talschlucht einbog, die gegen Peregudi führte.

Dazu war es ihm noch unangenehmer die Vorwürfe seiner Frau hören zu müssen; aus dem Munde eines Weibes, die stets alle Launen ihres Mannes still, ohne Murren hinnahm, ihm geradezu sklavisch diente, und deren Lippen stets geschlossen waren, es war ihm unangenehm hören zu müssen, als ihm seine Frau sagte:

„Auf unsere alten Tage und zu unserer Freude hat uns Gott ein Kind geschenkt und Du hast Dir vorgenommen, es zu töten.“

„Was sagst Du,“ antwortete Dukač, „ich hätte das Kind getötet?“

„Ja wohl, deshalb, weil Du es der Hexe anvertraut hast. — Wo hat man je gehört, daß ein Kasak sein Kind einer Hexe anvertraut, damit es diese taufen lasse?“

„Sicher und gewiß wird sie es taufen lassen.“

„Noch niemals ist etwas derartiges vorgefallen und wird auch nicht vorfallen, Gott wird es nicht zulassen, daß eine so ausgesprochene Hexe ein Kind aus der Taufe hebe.“