Er blieb jedoch nicht lange im eigenen Heim, sondern kehrte in jenes Kloster zurück, in welchem er Buße getan, nahm jedoch den nicht zu kleinen Topf mit Goldfüchsen gefüllt, die lange, lange Jahre vergraben waren, mit zu dem Zwecke, daß für dessen Inhalt Gebete abgehalten werden für drei lebende und tote Seelen.
Wer diese drei lebenden und toten Seelen sein sollten, war selbst dem alten Dukač nicht ganz klar, aber Kerasivna meinte, er — Dukač — habe durch seinen fürchterlichen Charakter, seinen Hochmut und Eigensinn nicht allein den Agap getötet, sondern noch zwei andere Seelen zu Grunde gerichtet, und zwar Seelen, die nur Gott und ihr — Kerasivna — bekannt seien, die sie aber, so lange sie lebe, Niemandem verraten werde.
So blieb auch dieses ein Rätsel, das selbst die Goldfüchse des Topfes nicht zu lösen vermochten.
Das Kind, mit dessen Erscheinen auf die Welt so großartige Umwälzungen und Vorfälle verknüpft waren, wuchs indessen gesund heran.
Von der Mutter, einer einfachen, frommen, herzensguten, zartfühlenden Frau erzogen, freute es sich dieser Güte und Liebe, welche sie ihm täglich, ja stündlich entgegenbrachte.
Ich erinnere daran, daß als die Dukačin das Kind wieder in ihren Händen haben und an ihre Brust drücken konnte, sie ein Gelübde tat, den Knaben dem Dienste Gottes zu widmen, ihn also zum Geistlichen erziehen zu lassen.
Derartige Gelübde und Opferungen waren und sind auch heutigen Tages nichts seltenes unter den Kleinrussen und werden strengstens eingehalten, besonders wenn die Kinder selbst keinen Widerstand leisten, was in den seltensten Fällen vorzukommen pflegt, denn schon von ihrer Jugend an erhalten sie nach der Richtung hin entsprechende Erziehung.
Hat das Kind ein gewisses Alter erreicht und wurde es in dem Geiste und dem Charakter des gemachten Gelübdes erzogen, so bildet das Gelöbnis für das Kind kein Opfer, sondern es hat sich selbst in die Überzeugung eingelebt, daß dieses Gelöbnis der Eltern ausgeführt werden müsse, wozu auch das anerzogene Gefühl des Gehorsams gegen seine Eltern viel beiträgt, und das nur dort zu finden ist, wo wahrer Glaube und Liebe zu Gott noch vorhanden ist und herrscht.
Sava Dukač wurde von seiner Mutter in dem wahren Glauben und Liebe zu Gott erzogen, und schon als Kind stand in ihm fest, und war er sich darüber klar und bewußt, daß das Gelöbnis seiner Mutter erfüllt werden müsse.
Zart und schwach an Körper, besaß Sava große Geistesgaben und namentlich was Gottesfurcht und Religiosität anbelangt, da unterschied er sich vorteilhaft von allen seinen Altersgenossen.