Thea lachte gedämpft. »So stellte er sich nicht vor?« —

»Nein! Ich glaube nicht, daß der Einsiedler aus dem Hinterwald schon Knigges Umgang mit Menschen studiert hat!«

»Vorzüglich! Du bist fabelhaft amüsant, Gabriele! Und sehr gut warst du nie auf diesen Bär zu sprechen! Weißt du noch, wie du damals — hier an derselben Stelle — einen feierlichen Eid schwurst, den taten- und ruhmlosen Grafen nie zu erhören, und wenn er zehnmal dir zu Füßen liegen sollte?«

»Nein, diesen Schwur vergaß ich nicht und gedenke ihn auch unter allen Umständen zu halten!« spottete Fräulein von Sprendlingen mit demselben verächtlichen Zucken um die Lippen wie am Abend zuvor im Theater. —

»Wenn du gehofft hast, der Schlittenunfall sei das erste Kapitel zu einem Roman gewesen, so irrst du gewaltig!«

Theas Augen schillerten, sie rückte eifrig näher und verschlang die Hände um das Knie.

»Ich bezweifle es nicht! Ein Charakter wie du wechselt nicht die Ansichten wie die Handschuhe, — das wäre erbärmlich! Es wäre nur recht bedauerlich, wenn der arme Parzival sein Herz ernstlich an dich verlöre!«

»Warum nennt ihr alle diesen Herrn im Frack und Zylinder ›Parzival‹? Verzeih' die Offenheit, aber ich finde es als eine grobe Geschmacksverirrung!«

»Warum das? — Stimmt das Schicksal des Hohen-Esp nicht genau mit dem von König Gamurets Sohn überein?«

»Das ich nicht wüßte!«