„Ich hätte sie bei Gott nicht verloren. Wahrhaftig nicht. Hätte ich damals keine Dummheit gemacht, so besäße ich sie noch jetzt.
Hätte ich nach dem Paroli der verdammten Sieben keine Ecke geschlagen, ich hätte die ganze Bank sprengen können.“
„Du hast sie doch aber nicht gesprengt,“ sagte der Blonde.
„Natürlich nicht, weil ich eben die Ecke nicht zur rechten Zeit geschlagen habe. Du glaubst wohl, daß dein Major sehr schön spielt?“
„Schön oder nicht schön, er hat dich doch gerupft.“
„Auch was Großes,“ sagte Nosdrjow.
„So hätte ich ihn auch reinlegen können. Er sollte mal versuchen, Doublet zu spielen, dann wollen wir mal sehen, was der Kerl kann. Dafür haben wir aber auch die letzten Tage fein durchgebummelt, Freund Tschitschikow. Nein wirklich, die Messe war großartig. Selbst die Kaufleute sagen, daß es noch niemals so ein Leben gab. Wir haben alles, was von meinem Gut kam, zu den höchsten Preisen losgeschlagen. Ach, Freund, wie wir gezecht haben. Wenn ich jetzt noch daran denke, Teufel .... es ist doch schade, daß du nicht dabei warst. Stell dir vor, drei Werst vor der Stadt stand ein Dragonerregiment und denk dir nur, sämtliche Offiziere, soviel überhaupt da waren, ich glaube, an die vierzig Mann hoch, kamen in die Stadt, und als dann erst das Saufen losging ...... der Stabsrittmeister Patzelujeff, das ist doch ein famoser Mensch; — hat der einen Schnurrbart, — — — so groß. Statt Kognak sagt er einfach Jäckchen. ‚Bring mir doch schnell ein Jäckchen,‘ ruft er dem Kellner zu. Leutnant Kufschinnikow ... Weißt du, Freund, ein zu netter Mensch! Ein richtiger Zechbruder, das kann man wohl sagen. Wir waren immer zusammen. Und was uns der Ponomarjow für einen Wein vorgesetzt hat! Der ist nämlich ein Gauner, mußt du wissen. Bei dem darf man nichts kaufen. Der Teufel mag wissen, womit der den Wein vermengt. Der Kerl färbt ihn mit Sandelholz, gebranntem Kork und Holundermark; wenn man ihm aber aus dem letzten Zimmer, das er sein Allerheiligstes nennt, eine Flasche herausschmuggelt, wahrhaftig Freund, dann glaubt man sich gleich im siebenten Himmel. Einen Champagner hatten wir, sage ich dir! ... Dagegen ist der des Gouverneurs das reinste Weißbier. Stell dir vor, nicht Cliquot, sondern irgend ein Cliquot-Matradura, gewissermaßen ein potenziertes Cliquot. Und dann holte ich noch eine Flasche französischen Wein, Marke Bonbon. Na, der Geruch — ff., wie Rosenknospen und sonst noch alles, was dein Herz begehrt .. Donner, haben wir gezecht! .. Nach uns kam noch ein Fürst hin. Der ließ nach Champagner schicken. — Denk dir, in der ganzen Stadt keine Flasche aufzutreiben: die Offiziere hatten den ganzen Sekt ausgetrunken. Du kannst mir’s glauben, ich allein hab während des Diners siebzehn Flaschen hinter die Binde gegossen!“
„Na, na! siebzehn Flaschen, das bringst du denn doch nicht fertig,“ bemerkte der Blonde.
„So wahr ich ein ehrlicher Mann bin, ich hab sie doch ausgetrunken.“
„Du magst reden was du willst. Ich sage dir, du kannst nicht einmal zehn bewältigen.“