„Schweig doch, Praskowia Ossipowna,“ sagte er, „ich werde sie in ein Stück Leinewand einschlagen und sie in irgend eine Ecke verstecken, wo sie einige Tage liegen bleiben mag. Dann werde ich sie forttragen.“

„Damit bin ich ganz und gar nicht einverstanden. Ich soll zugeben, daß du eine abgeschnittene Nase im Zimmer versteckst? Du gerösteter Zwieback du! Er kann nur sein Rasiermesser abziehen und ist nicht fähig, sein Geschäft schnell und solid auszuführen! Herumstreicher, Strauchdieb! Glaubst du etwa, ich werde mir deinetwegen Scherereien mit der Polizei zuziehen? Ach, du bist ein Taugenichts, ein dummer Klotz bist du! Weg damit! Fort! Da, trag sie weg, wohin du willst. Ich will nichts davon wissen!“

Iwan Jakowlewitsch war völlig zerschmettert. Er überlegte und überlegte ... und wußte im Grunde garnicht was.

„Der Teufel soll wissen, wie das nur möglich ist!“ sagte er endlich, indem er sich mit der Hand über die Ohren fuhr. „Bin ich gestern betrunken nach Hause gekommen oder nicht? Allerdings kann ich das nicht mit Gewißheit sagen. Aber allem Anschein nach handelt es sich hier um einen ganz außergewöhnlichen Vorgang; denn das Brot — das Brot wird doch gebacken, während eine Nase ... Weiß Gott, ich verstehe das nie und nimmer!“

Iwan Jakowlewitsch verstummte. Der Gedanke, ein Polizist könnte diese Nase bei ihm entdecken und ihn zur Rechenschaft ziehen, versetzte ihn in eine vollkommene Niedergeschlagenheit. Es war ihm bereits, als sähe er einen roten, reich mit Silber besetzten Kragen, und einen Degen vor sich ... und er zitterte am ganzen Körper. Endlich zog er seine Beinkleider und Stiefel an, wickelte die Nase schnell unter den peinlichsten Ermahnungen seiner Frau in ein Stück Leinewand und verließ seine Wohnung.

Er hatte die Absicht, die Nase irgendwo an einem Brunnen, unter einer Schwelle niederzulegen oder sie wie absichtslos fallen zu lassen, und dann in eine andere Straße einzubiegen.

Aber unglücklicherweise lief er einem Bekannten in die Arme, der ihn sofort zu fragen anfing:

„Wo gehst du denn hin?“ oder: „Wen willst du denn schon so frühzeitig rasieren?“ sodaß Iwan Jakowlewitsch durchaus keinen günstigen Moment für sein Vorhaben erwischen konnte. In der Folge glückte es ihm zwar einmal, die Nase fallen zu lassen; aber ein Schutzmann machte ihm schon von weitem mit der Hellebarde ein Zeichen und rief ihm zu: „Heb’s doch auf! Du hast da etwas fallen lassen!“ Und Iwan Jakowlewitsch ward so genötigt, die Nase aufzuheben und in seine Tasche zu stecken. Verzweiflung überfiel ihn, und zwar um so heftiger, je mehr sich die Straße bevölkerte und je mehr Läden und Wirtshäuser geöffnet wurden.

Er entschloß sich, auf die Isaaksbrücke zu gehen. Vielleicht würde er dort ein Mittel finden, die Nase unbemerkt in die Newa zu werfen! ...

Aber ich habe einen Fehler begangen, daß ich dem Leser bis jetzt noch nichts über Iwan Jakowlewitsch, eine in mancher Hinsicht bemerkenswerte Persönlichkeit, berichtet habe.