„Wo sind Sie denn heut schon überall gewesen?“ fragte Iwan Iwanowitsch, indem er den Polizeimeister unterbrach, denn er wollte das Gespräch möglichst schnell auf die Ursache seines Besuches lenken. Er hätte sehr gern ohne Umschweife gefragt, was der Polizeimeister ihm mitzuteilen habe, aber seine noble Lebensart führte ihm die ganze Unhöflichkeit dieser Frage vors Gemüt, und Iwan Iwanowitsch mußte sich beherrschen und ruhig die Lösung abwarten, wenngleich sein ungeduldiges Herz heftig pochte.

„Wenn Sie gestatten, will ich Ihnen erzählen, wo ich überall war,“ antwortete der Polizeimeister. „Vor allem kann ich Ihnen melden, daß heute ein herrliches Wetter ist.“

Bei diesen Worten traf Iwan Iwanowitsch fast der Schlag.

„Gestatten Sie,“ fuhr der Polizeimeister fort, „ich komme heute in einer sehr wichtigen Angelegenheit zu Ihnen.“ — Hier nahm der Polizeimeister den gleichen bekümmerten Gesichtsausdruck, die gleiche Miene, und die gleiche Haltung an, wie vorhin, als er die Balkonstufe zu stürmen versuchte. Iwan Iwanowitsch erholte sich ein wenig, obgleich er wie im Fieber zitterte, und stellte scheinbar unbefangen nach seiner Art die Frage: „Was für eine wichtige Angelegenheit ist denn das ... ist sie wirklich so wichtig?“

„Hören Sie ... vor allem erlaube ich mir, Ihnen, verehrter Freund und Gönner Iwan Iwanowitsch, zu bemerken, daß Sie ... d. h. ich meinerseits, verstehen Sie wohl, ich habe nichts ... aber der Standpunkt der Regierung, der Standpunkt der Regierung erheischt es ... Sie haben die Polizeiverordnung verletzt.“

„Was sagen Sie, Peter Feodorowitsch? Ich verstehe kein Wort?“

„Ich bitte Sie, Iwan Iwanowitsch, wie können Sie denn das nicht verstehen! Ihr eigenes Tier hat ein sehr wichtiges amtliches Schriftstück gestohlen, und Sie wollen noch behaupten, Sie verständen kein Wort?“

„Was für ein Tier?“

„Mit Erlaubnis zu sagen: Ihr eigenes braunes Schwein.“

„Ja, bin ich denn schuld daran? Warum lassen die Gerichtsdiener die Tür offen?“