Erstes Kapitel
„Dreh dich mal um, Junge! Siehst du aber komisch aus! Was tragt ihr denn da für Talare? Geht ihr auf der Akademie alle so angezogen?“
Mit diesen Worten begrüßte der alte Bulba seine beiden Söhne, die im Seminar von Kiew studiert hatten und nun in das väterliche Haus zurückkamen.
Die jungen Leute waren eben vom Pferde gestiegen. Das waren zwei derbe Burschen, ernst und mißtrauisch dreinschauend wie alle, die das Seminar erst eben verlassen haben. Auf ihren frischen, wetterfesten Gesichtern keimte schon der erste Flaum, den noch kein Rasiermesser berührt hatte. Sie waren ganz verblüfft über den Empfang, den ihr Vater ihnen bereitet hatte, und standen mit unbeweglich zur Erde gesenkten Augen da.
„Halt, so laßt euch doch erst mal gründlich ansehen,“ fuhr er fort, indem er sie hin- und herschob und sie von allen Seiten betrachtete.
„Herrgott, habt ihr lange Kittel an! So etwas gibt es ja gar nicht wieder! Lauft doch mal ein bißchen herum. Ich will doch mal sehen, ob ihr nicht über eure eigenen Rockschöße stolpert und hinfallt.“
„Vater, hör doch auf und laß die Scherze,“ sagte endlich der Ältere.
„So ein stolzer Bursche! Und warum soll man denn nicht einmal lachen können?“
„Weil es mir nicht gefällt. Du bist zwar mein Vater, aber wenn du dich über mich lustig machst — bei Gott, so prügle ich dich durch!“
„Na, du bist ja ein netter Sohn! Was sagst du? Mich verprügeln?“ rief Taraß Bulba und trat vor Erstaunen einige Schritte zurück.