Arina Panteleimonowna. Ist es denn auch wahr, was du da schwatzt?

Kotschkarjow. Du lügst! Das kann nicht sein!

Dunjaschka. Gott helfe mir, sie sind rausgesprungen! Auch der Kaufmann nebenan im Kramladen hat’s gesehen. Eine Droschke für einen Groschen haben sie genommen und sind fortgefahren.

Arina Panteleimonowna (auf Kotschkarjow zugehend). Wie, mein Herr, wollen Sie uns verhöhnen? Wollen Sie Ihren Spott mit uns treiben? ... Uns an den Pranger stellen? ... Bald sechzig bin ich jetzt, aber solche Schande hab’ ich noch nicht erlebt. Wahrhaftig Herr, ich spucke Ihnen ins Gesicht, wenn Sie ein ehrlicher Mensch sind! Ein Schuft sind Sie, wenn Sie ein ehrlicher Mensch sind! Ein armes Mädchen so vor der ganzen Welt zu beschimpfen. Ich bin ja nur eine einfache Frau, aber so was hätte ich niemals fertig gebracht! Und das will noch ein Adliger sein! Aber man sieht, euer Adel reicht auch nur für allerhand Gaunereien und Schweinereien. (Sie geht wütend ab, die Braut hinter sich herziehend.)

Kotschkarjow (steht wie niedergeschmettert da).

Thekla. He, so, so sieht also der Herr aus, der seine Sache so gut versteht? He, wollte eine Heirat zustande bringen ... ohne die Heiratsvermittlerin! Mögen meine Freier sein, wie sie wollen, gerupft und gezupft und weiß Gott wie, aber solche, die zum Fenster hinausspringen, solche findst du bei mir nicht! Haltet zu Gnaden, mein gnädiger Herr.

Kotschkarjow. Aber das ist ja alles Unsinn! Das stimmt ja alles nicht! Ich laufe hin zu ihm und hol’ ihn zurück! (Ab.)

Thekla. Ja, hol ihn nur wieder! ... Du kennst wohl das Heiratsgeschäft nicht ... Wäre er noch zur Türe hinausgelaufen, dann ging’s allenfalls noch an; ... aber wenn der Bräutigam durchs Fenster hoppst ... da ... gesegnete Mahlzeit! ... Alle Achtung, gnädiger Herr! ...

Dramatische Fragmente
und
Einzelne Szenen
(1832-1837)

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