Icharew. In welchem Maße darf ich von der Richtigkeit Ihrer Worte überzeugt sein?

Uteschitelny. In diesem Maße: Für Aufrichtigkeit zahlen wir mit Aufrichtigkeit. Wir gestehen Ihnen hier ganz offen, daß wir uns verabredet haben, Sie zu beschwindeln, weil wir Sie für einen gewöhnlichen Menschen gehalten haben. Aber jetzt sehen wir, daß Ihnen die höchsten Geheimnisse bekannt sind. Und nun, wollen Sie unsere Freundschaft annehmen?

Icharew. Zu einem so freundlichen Anerbieten kann ich nicht nein sagen.

Uteschitelny. Also reichen wir einander die Hände. (Alle drücken nacheinander Icharew die Hand.) Von nun ab sei alles gemeinschaftlich, fort mit Verstellung und Zeremonien! Gestatten Sie die Frage, seit wann haben Sie angefangen, die Tiefe der Wissenschaft zu erforschen?

Icharew. Ich muß gestehen, schon seit meiner frühen Jugendzeit war es stets mein Bestreben. Schon in der Schule während der Vorlesungen des Professors habe ich meinen Kommilitonen unter dem Tisch die Bank gehalten.

Uteschitelny. Das dachte ich mir. Eine solche Kunst kann man nicht erwerben ohne eine Praxis in den Jahren der zartesten Jugend. Erinnerst du dich des ungewöhnlichen Knaben, Schwochnew?

Icharew. Welches Knaben?

Uteschitelny. Erzähle mal.

Schwochnew. Eine solche Begebenheit werde ich nie vergessen. Sagt mir da einmal sein Schwager (zeigt auf Uteschitelny) Andréj Iwánowitsch Pjátkin: „Schwochnew, willst du ein Wunder sehen? Ein Junge von elf Jahren, der Sohn von Iwán Micháilowitsch Kubischew, macht solche Kartenkunststücke, wie kein einziger Spieler. Reise mal nach dem Tjetjúschischen Kreis und sieh dir’s an!“ Ich muß gestehen, ich habe mich sofort nach dem Tjetjúschischen Kreis begeben, ich frage nach dem Dorf des Iwan Michailowitsch Kubischew und komme direkt zu ihm. Ich lasse mich anmelden. Es kommt ein Herr gesetzten Alters, ich stelle mich vor und sage: „Entschuldigen Sie bitte, ich habe gehört, daß Gott Ihnen einen ganz ungewöhnlichen Sohn geschenkt hat.“ — „Jawohl, das muß ich zugeben“, sagt er, und was mir gefallen hat, verstehen Sie wohl, ohne irgendwelche Umschweife und Prätentionen — Ja, sagt er, das ist richtig, wenn’s auch einem Vater nicht zukommt, seinen eigenen Sohn zu loben, aber der ist wirklich gewissermaßen ein Wunder. Mischa, sagt er, komm mal her, zeig mal dem Gast deine Kunst. Nun wissen Sie, wie so’n Junge ist, der Junge ist noch ganz Kind, reicht mir kaum bis an die Schulter, und in den Augen ist auch nichts Besonderes zu bemerken. Er fängt an, Karten zu geben, und ich bin ganz baff! Es übersteigt alle Beschreibung!

Icharew. Ist es möglich, daß gar nichts zu bemerken war?