Glow. Jawohl, richtig, mein Teuerster, bei Gott, das haben Sie sehr weise bemerkt. Gestatten Sie mir eine unbescheidene Frage: Ich habe schon so lange das Vergnügen, Ihre Bekanntschaft zu genießen und bis jetzt ...
Uteschitelny. Welche Frage denn?
Glow. Gestatten Sie mir die Frage, wenn es auch eine kitzlige Sache ist: wie alt sind Sie?
Uteschitelny. Neununddreißig.
Glow. Denken Sie mal, was ist das denn, neununddreißig Jahre? Noch ein ganz junger Mensch. Wenn doch bei uns in Rußland recht viele solche wären wie Sie, die so weise urteilen. Du lieber Himmel, das wäre ja ein goldenes Zeitalter, sozusagen eine Asträa. Wie bin ich dem Schicksal dankbar, daß ich Sie kennen gelernt habe!
Icharew. Glauben Sie mir, ich teile auch ganz dieselbe Ansicht. Ich würde jungen Burschen auch nicht gestatten, Karten in die Hand zu nehmen, aber weshalb sollen denn vernünftige, gesetzte Leute sich nicht etwas amüsieren, z. B. ein älterer Herr, der nicht mehr tanzt, warum nicht?
Glow. Das ist schon richtig, gewiß, aber glauben Sie mir, es gibt im Leben so viele Freuden, sozusagen heilige Pflichten. Ach meine Herren, hören Sie doch auf einen alten Mann. Es gibt für den Menschen keine bessere Bestimmung als das Familienleben, im häuslichen Kreis. Alles was Sie jetzt umgibt, sind ja nichts als Aufregungen, bei Gott, nur Aufregungen, aber das eigentliche Glück haben Sie ja noch nicht genossen. Nehmen Sie mal mich, glauben Sie mir, ich kann die Minuten kaum zählen, bis ich die Meinigen wiedersehe, bei Gott! Wenn ich mir vorstelle, wie mein Töchterlein mir um den Hals fällt: Papachen, liebstes Papachen! Auch mein Sohn ist aus dem Gymnasium gekommen, ich habe ihn ein halbes Jahr lang nicht gesehen. Wahrhaftig, ich kann’s gar nicht aussprechen; bei Gott, so ist es! Nach alledem will man keine Karte mehr ansehen!
Icharew. Aber weshalb soll man denn die väterlichen Gefühle mit den Karten zusammenwerfen? Die väterlichen Gefühle sind etwas für sich, und die Karten sind wieder etwas für sich.
Alexej (tritt ein, zu Glow). Ihr Diener fragt wegen der Koffer: befehlen Sie, sie hinauszutragen? Die Pferde warten schon.
Glow. Ah, sofort. Entschuldigen Sie, meine Herren, daß ich Sie für einen Augenblick verlasse. (Ab.)