Uteschitelny. Ah, wir werden dir’s kreditieren. Du hast ja eine Vollmacht auf die Gelder vom Fiskus. Wir können ja warten. Wenn du sie bekommst, so wirst du uns sofort bezahlen, bis dahin kannst du uns ja einen Wechsel geben. Übrigens, was sage ich da: als ob du unbedingt verlieren müßtest! Du kannst ja sofort einige Tausend in bar gewinnen.

Glow. Wenn ich aber verliere?

Uteschitelny. Schäme dich, was bist du denn für ein Husar! Natürlich, eins von beiden: entweder gewinnst du, oder du verlierst. Aber darin besteht ja die ganze Sache, in dem Risiko liegt ja die Haupttugend. Nicht riskieren kann ja jeder. Aufs Gewisse hin würde auch eine Beamtenseele es wagen und ein Jude eine Festung bestürmen.

Glow. Hol’s der Teufel! Wenn’s so ist, dann spiele ich, was soll ich mir da noch aus dem Vater machen!

Uteschitelny. Bravo, Junker! Kellner! Karten! (Schenkt ihm ein.) Was braucht man denn hauptsächlich? Man braucht Kühnheit, Kraft. Nun gut, meine Herren, ich werde eine kleine Bank von fünfundzwanzig Tausend halten. (Gibt Karten nach rechts und links.) Nun, Husar? Und du, Schwochnew, was setzt du? (Gibt.) Wie sonderbar die Karten fallen! Höchst interessant das zu berechnen! Der Bube ist geschlagen, die Zehn hat gestochen. Was hast du da, sieh mal nach. Auch die Vier hat geschlagen, was? Ah, Husar, Husar! Ist das ein Husar! Bemerkst du, Icharew, wie er schon die Einsätze großartig erhöht? Und das As kommt noch immer nicht heraus. Schwochnew, warum schenkst du ihm nicht ein? Da, da, da ist das As! Da hat Krugel auch schon was geholt, der Deutsche hat immer Schwein! Die Vier hat gewonnen. Ah, bravo, bravo, Husar! Hörst du’s, Schwochnew? Der Husar hat schon beinahe fünftausend gewonnen.

Glow (biegt die Karte um). Hol’s der Teufel! Paroli! Da ist schon wieder die Zehn auf dem Tisch. Die gilt auch, und noch fünfhundert Rubel Einsatz!

Uteschitelny (weitergebend). Ah, bravo, Husar! Die Sieben ist geschla— — ach nein, zum Teufel! Wieder pliez! Wieder pliez! Ah, nun hat der Husar verloren. Na, Liebster, was ist da zu machen? Nicht jeder hat eine Marie zur Frau, das kommt so, wie’s Gott gibt! Krugel, hör doch auf, zu rechnen, setze doch die, welche du gezogen hast. Bravo, da hat der Husar wieder gewonnen. Warum gratuliert ihr ihm nicht? (Alle trinken und gratulieren ihm, indem sie mit den Gläsern anstoßen.) Man sagt, Pique-Dame verrät einen immer, aber ich kann’s nicht behaupten. Erinnerst du dich, Schwochnew? Deine Brünette, die du Pique-Dame genannt hast? Was macht die jetzt, die Liebste? Die ist wohl ganz außer Rand und Band? Krugel, deine ist geschlagen! (Zu Icharew.) Und auch deine ist geschlagen! Schwochnew, deine ist auch geschlagen, der Husar ist auch kaputt.

Glow. Hol’s der Teufel! Va banque!

Uteschitelny. Bravo, Husar! Das ist die richtige Husarenschneidigkeit! Weißt du, Schwochnew, daß das eigentliche Gefühl doch stets herauskommt? Bis jetzt sah man immer schon, daß er einmal ein Husar sein wird, nun aber sieht man, daß er auch schon jetzt ein Husar ist. Das ist so die Natur! Der Husar ist wieder geschlagen!

Glow. Va banque!