Iwan Petrowitsch (seufzend). Jawohl! Mit Schweiß und Blut! Aber was soll ich machen, ich habe nun einmal so einen Charakter! Was wäre ich nicht alles geworden, wenn ich mich nur darum bemüht hätte! Auf meiner Brust wäre kein Platz mehr für die Orden! Aber was soll ich machen? Ich kann nun einmal nicht anders handeln. So nebenbei werde ich ja schon ein paar Andeutungen und Anspielungen fallen lassen, aber geradeheraus etwas fordern, unmittelbar etwas für mich erbitten — nein, das ist meine Sache nicht! Andere steigen fortwährend im Rang — ich dagegen habe nun einmal so einen Charakter: zu allem kann ich mich herbeilassen, aber niemals zu einer Ungerechtigkeit! (Seufzt.) Nur eins möchte ich jetzt: wenn ich doch einen kleinen Orden ins Knopfloch kriegen könnte! Nicht, weil ich ein besonderes Interesse daran hätte, sondern nur darum, damit man merkt, daß meine Vorgesetzten mir einige Aufmerksamkeit schenken. Ich möchte Sie bitten, Alexander Iwanowitsch, seien Sie so hochherzig, machen Sie doch bei Gelegenheit, natürlich so ganz nebenbei, Sr. Exzellenz gegenüber eine Anspielung, daß bei Barsukow in der Kanzlei eine Ordnung herrscht, wie Sie sie selten gefunden haben, oder doch irgend etwas ähnliches.
Alexander Iwanowitsch. Mit dem größten Vergnügen, sowie sich eine Gelegenheit bietet ...
5. Auftritt
Die Vorigen und Katerina Alexandrowna. Iwan Petrowitschs Frau.
Katerina Alexandrowna (erblickt Alexander Iwanowitsch). Ah! Alexander Iwanowitsch! Mein Gott, wie lange wir uns nicht gesehen haben! Sie haben mich ganz vergessen! Wie geht es Natalia Fominischna!
Alexander Iwanowitsch. Gottseidank! Übrigens kränkelt sie seit einer Woche.
Katerina Alexandrowna. Aeh!
Alexander Iwanowitsch. Sie leidet an Stichen und Beklemmungen in der Magengrube. Der Arzt hat ihr ein Abführungsmittel und heiße Kompressen von Kamillentee und Salmiakgeist verschrieben.
Katerina Alexandrowna. Versuchen Sie es doch mit einem homöopathischen Mittel.
Iwan Petrowitsch. Da du gerade von Homöopathie sprichst — es ist wirklich merkwürdig, wenn man bedenkt, wie weit man es jetzt mit der Aufklärung gebracht hat, Katerina Alexandrowna. Ich war vor kurzem in einer Vorstellung. Und was glauben Sie? Ein Bengel, wie soll ich euch sagen, so groß (zeigt mit der Hand) und etwa drei Jahr alt, nicht mehr — ihr hättet sehen müssen, wie der auf einem ganz dünnen Seil tanzte! Ich versichere Ihnen, im Ernst, der Atem stockte einem vor Angst!