Grigori. Brüderchen, von jetzt ab sollst du die Stopferin heißen — wir werden dich alle so nennen!
Der fremde Lakai. Bist du ein Lügner! Nie habe ich einen Strumpf gestopft!
Pjotr. Aber es ist ja bekannt von euch: bis zum Mittag ist ein Diener bei euch Koch, und nach dem Mittag Kutscher, Lakai oder Stiefelflicker.
Der fremde Lakai. Nun und was ist schon dabei? Ein Handwerk steht doch dem andern nicht im Wege. Man kann doch nicht ohne Arbeit herumsitzen! Gewiß, ich bin Lakai und Damenschneider zugleich. Ich nähe für meine Gnädige und auch für Fremde — so bring ich doch noch ein paar Kopeken zusammen. Und ihr, was tut ihr? Ihr tut nichts!
Grigori. Nein Bruder, ein anständiger Herr wird seine Lakaien nicht mit solchen Arbeiten beschäftigen: dafür gibt es Handwerker genug. Der Graf Bulkin hat allein dreißig Diener, und dort, Bruder, dort gibt es nicht so was. „Petruschka, geh mal da und dahin.“ „Nein,“ würde er antworten, „nein, das ist nicht meine Sache. Belieben Sie doch Iwan zu beauftragen!“ Ja, so ist es! So sieht es aus, wenn ein Herr wie ein Herr lebt! Eure Alte, die aus Moskau angekommen ist, hat überhaupt eine Kalesche wie eine geknackte Nuß. Die Schwänze der Pferde sind mit Strippen zusammengebunden. (Alle lachen).
Der fremde Lakai. Nein, was du für ein Spaßvogel bist! — Und was hast du davon, wenn du den ganzen Tag herumliegst? Dabei kommt keine Kopeke heraus!
Grigori. Was brauche ich deine Kopeken? Wozu ist denn der Herr da? Den Lohn zahlt er mir doch aus, ob ich nun arbeite oder nicht. Für das Alter sparen brauche ich nicht. Das wäre ja ein netter Herr, der seinem Diener keine Pension für seine Arbeit aussetzt.
Der fremde Lakai. Übrigens ... die Kollegen wollen einen Ball geben?
Pjotr. Ja. Kommst du?
Der fremde Lakai. Ach, das wird schon ein Ball werden. Bloß dem Namen nach, sonst ...