Chlestakóff. Sagen Sie mal aufrichtig: auch in einer kleinen Stadt läßt es sich wohl ganz hübsch leben?

Postmeister. O gewiß.

Chlestakóff. Ich meine so, was braucht man weiter? Man braucht nur geachtet und geliebt zu sein — nicht wahr?

Postmeister. Sehr richtig bemerkt.

Chlestakóff. Ich bin wirklich recht erfreut, daß Sie so ganz meiner Meinung sind. Ich gelte allerdings für einen Sonderling, aber das ist nun mal meine Charakteranlage. (Sieht ihm in die Augen und spricht für sich.) Ob ich diesen Postmeister wohl anpumpen kann? (Laut.) Was mir da komisches passiert ist! Ich habe mich auf der Reise ganz verausgabt. Könnten Sie mir vielleicht dreihundert Rubel leihen?

Postmeister. Aber sofort! Mit dem größten Vergnügen! Haben Sie die Güte. Stehe bereitwilligst zu Diensten.

Chlestakóff. Sehr verbunden! Offen gestanden, es ist mir in den Tod zuwider, mich auf der Reise einschränken zu sollen; wozu auch? Nicht wahr?

Postmeister. Sehr richtig. (Erhebt sich, in aufrechter Haltung und die Hand am Degen.) Ich wage nicht, Sie länger mit meiner Gegenwart zu belästigen ... Hätten Sie einige Anweisungen hinsichtlich des Postdienstes?

Chlestakóff. Nein, nichts. (Postmeister verneigt sich und geht ab.)

Chlestakóff (eine Zigarre anzündend). Der Postmeister scheint auch ein recht netter Mensch zu sein; zum mindesten sehr gefällig. Solche Leute liebe ich.