Polizeimeister. Jetzt wird man denn auch, was meinst du Frau, hübsch im Rang in die Höhe klettern können, da er ja mit allen Ministern auf du und du steht und zu Hofe fährt. Er könnte einen dann so nett bugsieren, daß man mit der Zeit auch in den Generalsrock hineinschlüpft. Was meinst du, Frau, ob man das wohl erwischt?

Anna Andréjewna. Und ob! Kleinigkeit!

Polizeimeister. Teufel auch, schön wär’s doch General zu sein, die ganze Brust voller Orden und Ordensbänder. Welches ist dir denn lieber, Frau, das rote oder das blaue?

Anna Andréjewna. Selbstredend das blaue.

Polizeimeister. Ei sieh doch, wie hoch sie hinauswill! Auch das rote ist ganz nett. Sieh, warum wünscht man sich General zu sein? Deshalb, weil, wenn man irgendwo hinreist, immer die Feldjäger und Adjutanten vor einem herfliegen: „Pferde“! Und alle andern müssen auf der Station warten, weil sie keine kriegen, alle diese Titulierten und Hauptleute und Polizeimeister, und nur man selbst ist über alles erhaben. Man speist jedesmal beim Gouverneur, und in der Ecke, sieh doch mal, steht dann so ein Polizeimeister. Hahaha! Kanaillenmäßiger Spaß das! (Lacht, daß ihm die Tränen über die Backen laufen.)

Anna Andréjewna. Dir gefällt auch immer nur das Brutale! Du solltest daran denken, daß sich das Leben bald ganz anders wird gestalten müssen, daß deine Bekannten nicht von dem Schlage sein werden, wie so irgendein „Hetzpeitschen-Kreisrichter“, mit dem du auf die Hasenjagd fährst, oder so ein Semljaníka; im Gegenteil, das werden Leute von feinster Lebensart sein, Grafen und Männer der großen Welt ... Aber ich habe wirklich deinetwegen Angst, dir entschlüpfen nicht selten Ausdrücke und Worte, die man in der guten Gesellschaft nie zu hören bekommt.

Polizeimeister. Ach was, Worte tun einem keinen Schaden.

Anna Andréjewna. Allerdings, so lange du Polizeimeister warst, aber dort ist das Leben ein ganz anderes.

Polizeimeister. Ach freilich, dort soll es ja auch zwei Fische geben, Plötz und Stint, so köstlich, daß einem schon vor dem Essen das Wasser im Munde zusammenläuft.

Anna Andréjewna. Ach du und deine Fische! Ich aber wünsche, daß unser Haus das erste in der Residenz sei und daß in meinem Salon ein solcher Ambraduft schwebt, daß man beim Eintreten vor Entzücken die Augen schließt: (Schließt die Augen und tut, als wenn sie Duft einatmet.) Ah, wie wunderbar!