„Euer Gnaden wollen jetzt gleich weiterreiten?“
„Und warum nicht?“
„Gott bewahre! jetzt würde sogar unsereiner, d. h. ein Hiesiger, sich’s sehr überlegen, ehe er weiterreiten würde. Weißt du, Mosjpane, wir brauchen ja nur noch eine kleine Weile zu fahren, — nicht länger als ein tüchtiger Bauer dazu braucht, eine halbe Fuhre Getreide zu zermahlen, dann hören wir schon die Hunde auf meinem Hofe bellen. Es ist immer besser, in einer warmen Hütte zu schlafen — morgen magst du dann mit Gott weiterreiten.“
Diesen Vorschlag konnte unser Reisender nicht von der Hand weisen, ja es schien fast, als ob er ihn erwartet hätte.
„Und wohin führt Sie der Weg, Mosjpane?“ fragte der Bauer unterwegs seinen zukünftigen Gast.
„Ich reise weit, bis an das andere Ufer der Worskla zu dem Mirgoroder Oberst, Gletschik. Hör’ mal, Landsmann, kennst du ihn vielleicht?“
„Wie sollte ich diesen alten Hund nicht kennen! Und woher kommt ihr?“
„Aus dem großen Lager bei Lochwitza.“
„Wie kommt denn das, Euer Gnaden; wir haben doch gar nicht gehört, daß bei Lochwitza ein Lager aufgeschlagen ist.“
Hierbei durchbohrte er den Fremden mit seinen Augen, als wolle er ihn auf Herz und Nieren prüfen. „Ja, natürlich, wie soll ein Bauer etwas von Kriegssachen verstehen; es sind noch keine Gerüchte bis in unsere Einöde gedrungen.“