Bei den Behörden liefen Klagen über räuberische Spieler ein. Es konnte ihnen wohl in keiner Weise Falschspiel nachgewiesen werden. Aber ihr Glück im Spiel war derart, daß man nicht glauben konnte, es ginge von allein.

Hull kam jetzt durch die Dame aus der Bonbonniere in mehrere Gesellschaften, in denen gespielt wurde. Er hörte viel von dem Spielräuber und von verschiedenen Seiten, denn die Kulissenleute beschäftigten sich gern mit solchen Erscheinungen, die, wie ihr eigenes Leben, den Rahmen des ans Alltägliche Gebundenen sprengten, und waren bedacht, es ins große Phantastische, aus unheimlichen Kräften sich Nährende abzuschieben.

Aber Hull hatte einen kleinen, alltäglich gescheiten Kopf. Er dachte wohl noch immer an die Geschichte seiner 20000 Mark, jedoch mehr von dem heiteren Punkt aus, daß er sie nach einer radikal anderen Richtung untergebracht hatte als derjenigen, zu der sie bestimmt gewesen waren. Er wußte heute, wo er sich gänzlich von dem Vergessen-Spuk befreit hatte und immer mehr zur Überzeugung gekommen war, seine Freunde hätten ihm mit jener Nacht einen konsequenten, aber schlechten Scherz serviert, daß sein Schuldschein und die 20000 Mark erledigt seien, und daß das einzig Anrüchige an der Sache jener Balling gewesen war, der irgendwie mit seinem Spielglück trotz des Dieners Emil sich nicht sicher gefühlt habe.

Um so mehr war er erstaunt, als sich bei ihm eines Tages ein Herr von Wenk meldete und ihm die Geschichte aus jener Nacht neu aufgewärmt auf den Tisch stellte.

Hull verhielt sich ablehnend.

Aber da sagte der andere, er sei Staatsanwalt. Der Herr von Wenk wurde in den höflichsten Formen sogar zudringlich und zog ein Schriftstück hervor. Das sei er gezwungen, in seiner Eigenschaft als Beamter vorzulegen, wie er sagte.

Hätte Hull sich wenigstens mit der Cara Carozza, der Freundin aus der Bonbonniere, besprechen können, statt allein da vor dem Mann zu sitzen und allein nachzugrübeln, was zu sagen oder wegzulassen für seine Bequemlichkeit am zuträglichsten wäre.

Er befand sich wohl in seinem Liebesglück mit Cara Carozza und hielt nicht im mindesten darauf, im Namen der Tugend des Landes von alten Speisen zu essen.

„Sie unterhalten, verübeln Sie mir die Einmischung in so persönliche Verhältnisse nicht, Beziehungen zu Fräulein Cara Carozza von der Bonbonniere,“ sagte nun gar der Besucher.

„Uff, mein Gott!“ seufzte es in Hull.