Mit diesem Bescheid ging Wenk zum Direktor zurück. Der Direktor sagte, das sei ganz ausgeschlossen, und begleitete Wenk selber zu dem Bureau mit den beiden Damen. Er schaute zusammen mit ihnen nach und fand nichts.
Aber während der Direktor sich so vergeblich über die Listen beugte, kam Wenk ein Einfall.
Als der Direktor ihm meldete, ein Dr. Mabuse sei im Laufe dieses Jahres überhaupt nicht in München angeschlossen gewesen, bat Wenk, dann nachzuschauen, unter welcher Nummer und Adresse ein Mann namens Poldringer eingetragen sei. Da sah er, wie die ältere der Frauen aufzuckte und sich gleich wieder beherrschte. Doch einen Augenblick später sagte sie ihm grob, Poldringer gebe es viele in München, und ohne Vornamen und genaue Adresse könne sie nichts sagen.
Wenk wandte sich an den Direktor: „Herr Direktor, es tut mir leid, Ihnen die Unannehmlichkeit bereiten zu müssen: ich verhafte diese beiden Damen!“
Er trat gleich zwischen die Frauen und die Weckapparate. „Bitte nehmen Sie Platz auf diesen beiden Stühlen, bis die Beamten kommen. Sie hier, Fräulein, Sie dort!“
Das eine der Mädchen wurde kreideweiß. Das andere errötete zuerst und begann dann zu weinen.
Wenk sagte, mehr zu ihm gewandt: „Es ist nur eine Formalität. Sie werden mir durch Ihr Benehmen ermöglichen, die Angelegenheit ohne Aufsehen sich entwickeln zu lassen, und es ist wahrscheinlich, daß Sie nicht lange ohne Aufklärung bleiben!“ Dann rief er die Kriminalpolizei an und erbat sich drei Beamte.
Der Direktor sah die Listen nach Poldringer durch. Unter diesem Namen waren mehrere Eintragungen. Die meisten waren Geschäftsleute. Ein anderer ohne nähere Bezeichnung wohnte Xenienstraße und ein zweiter ohne Berufsangabe Ludwigstraße.
Die Mädchen wurden fortgeführt. Wenk ging zur Ludwigstraße. Er kam in ein Mietshaus, sah sich die Umgebung und das innere Haus an und ging weiter zur Xenienstraße.
Ihm blieb das Herz stehen, als er in der Xenienstraße an dem Haus, dessen Nummer unter dem Namen Poldringer im Telephonamt angegeben worden war, das Marmorschild sah: