MIT 85 ABBILDUNGEN NACH ORIGINALSKIZZEN VON Dr. FINSCH, GEZEICHNET VON
M. HOFFMANN UND A. von ROESSLER, UND 6 KARTENSKIZZEN.
HIERZU EIN EINZELN KÄUFLICHER
»ETHNOLOGISCHER ATLAS, TYPEN AUS DER STEINZEIT NEU-GUINEAS«,
24 LITHOGR. TAFELN NACH ORIGINALEN GEZEICHNET VON O. UND E. FINSCH.
MIT TEXT VON Dr. O. FINSCH.
LEIPZIG,
FERDINAND HIRT & SOHN.
1888.
ALLE RECHTE VORBEHALTEN.
[Einleitung.]
Nur wenige Jahre sind es her, daß die früher vereinzelten Bestrebungen für Deutschlands Kolonialbesitz immer mehr Anhänger fanden und sich, in den verschiedensten Kreisen der Nation, wie in allen Teilen des Reichs, eine lebhafte und ernstgemeinte Bewegung dafür organisierte. Noch war es nicht ganz zu spät! Und als, wie auf ein gegebenes Zeichen, europäische Großmächte die letzten Reste sogenannten herrenlosen Landes zu verteilen begannen, da ging Deutschland nicht leer aus. Dank der hervorragenden Machtstellung durfte es seine Hand auf gewisse Gebiete legen, in denen der deutsche Handel längst Fuß gefaßt und eine zum Teil dominierende Stellung errungen hatte. Zu diesen Gebieten gehörte auch die Südsee, wo die Plantagen Samoas und zahlreiche Stationen auf meist herrenlosen Inseln beredtes Zeugnis von der Energie deutscher Kaufleute ablegten, die an gar manchen Plätzen im friedlichen Wettstreit der Konkurrenz Sieger geblieben waren und das Feld allein beherrschten. Aber bei dem besten Willen konnte der, mit sich selbst schon zur Genüge beschäftigte, Handel nicht auch zugleich für ausgedehnteren Kolonialerwerb sorgen, sondern mußte sich darauf beschränken, solchen mit anbahnen zu helfen. Wenn daher in dieser Richtung die Lösung der schwierigsten Aufgabe überhaupt versucht wurde, so ist dies vor allem einem Manne zu verdanken, der sich schon längst mit Plänen dafür beschäftigte, dem Geheimen Kommerzienrat Adolph von Hansemann in Berlin, und einigen Gleichgesinnten, die mit für das nationale Unternehmen eintraten.