Bei den Bltn der Gräser (Fig. [28], [789]) nennt man die kleinen kahnf. Deckblättchen Spelzen. Die Spelze am Grunde eines Ährchens, die etwa die Stelle des fehlenden Kelches einnimmt, ist die Kelchspelze (K.); die beiden darauf folgenden Spelzen, die Staubblätt. und Stempel einhüllen, bezeichnet man als Bltnspelzen. Sie werden als äußere (a.B.) und innere (i.B.) Bltnspelze unterschieden.

Fig. 28.

Die Blütenstände. Sind bei einer Pflanze mehrere Bltn vorhanden, so sind dieselben fast immer in einer gesetzmäßigen Art und Weise zu Bltngemeinschaften od. Bltnständen angeordnet. Den Stengelteil des Bltnstandes, dem die einzelnen bltntragenden Zweige od. die gestielten od. ungestielten Bltn entspringen, bezeichnet man als die Hauptachse desselben. Die aus ihm hervorgehend. Zweige werden Nebenachsen genannt. Man unterscheidet:

1. Traubige Blütenstände. Die Hauptachse ist bis zu einer gewissen Größe verlängert und übertrifft die Nebenachsen an Länge und Stärke. Dazu gehören: Traube, die Hauptachse trägt langgestielte Bltn (Fig. [29a], Maiblume); Doldentraube, eine Traube, bei der alle Bltn fast in gleicher Höhe stehen (Fig. [29b], Rainfarn); Rispe, eine Traube, deren Nebenachsen wieder Trauben bilden (Fig. [29c], Weinstock, Rispengräser); Doldenrispe, eine Rispe, bei der die Endbltn fast in gleicher Höhe stehen (Fig. [29d], Eberesche); Ähre, die Hauptachse trägt ungestielte Bltn (Fig. [29e], Eisenkraut). Bei der zusammengesetzten Ähre (Fig. [29f], Roggen) findet sich an Stelle der Blüte eine kleine Ähre (Ährchen); der Kolben ist eine Ähre mit fleischig verdickter Achse (Fig. [29g], Aronstab), das Kätzchen, eine Ähre mit unscheinbaren Bltn, die später als Ganzes abfällt (Haselnußstrauch). Wenn bei einem Kätzchen Achse und Deckschuppen verholzen, so wird es als Zapfen bezeichnet (die meisten Nadelholzbäume).

Fig. 29.

2. Doldige Blütenstände. Die Hauptachse ist verkürzt (»hört plötzlich auf«), und die Nebenachsen entspringen an einem Punkte. Hierher gehören: Dolde, von der verkürzten Hauptachse erheben sich gestielte Bltn, die zumeist in gleicher Höhe stehen (Fig. [29h], Schlüsselblume); zusammengesetzte Dolde, eine Dolde, bei der jede Nebenachse wieder eine Dolde trägt (Fig. [29i], die meisten Doldenpfl.); Köpfchen, auf der verkürzten Hauptachse stehen dicht gedrängt zahlreiche ungestielte od. ganz kurz gestielte Bltn (Fig. [29k], Grasnelke). Wenn ein Köpfchen von Hüllblätt. umgeben wird (wie bei den Korbblütlern), so nennt man es Blütenkörbchen (Fig. [29l]).