3. Das Blatt.
Das Blatt tritt uns in sehr verschiedener Gestalt entgegen. Die als »Blätter« schlechtweg bezeichneten grünen Gebilde der Pfl. sind die Laubblätter, während die dem Bltnstande angehörigen, am Grunde des Bltnstiels oder in der Nähe der Blüte stehend. Blätt. Deck- oder Hüllblätter genannt werden. Sie gleichen zuweilen den Laubblätt. (Lippenblütler), sind aber meist von ihnen durch Größe, Gestalt und Färbung verschieden (Hülle und Hüllchen der Doldengewächse, Hüllkelch der Korbblütler).
1. Die Teile eines vollständigen Blattes sind: 1. Blattfläche oder Blattspreite, der ausgebreitete Teil desselben; 2. Blattstiel, der stielartige Träger der Blattfläche; 3. Blattscheide, der unt., den Stengel röhrenf. umschließende Teil des Blattes (Gräser). Nebenblätter sind rechts und links am Grunde des Blattstiels sitzende blattart. Anhängsel, die zuweilen der Blattfläche gleichen, meist aber kleiner und anders gestaltet sind (vgl. Fig. [544]). Bei den Gräsern findet sich an der Grenze zwischen Blattscheide und Blattfläche ein häutiges Anhängsel, das Blatthäutchen.
2. Nach ihrer Stellung sind die Blätter: grundständig, wenn sie am Grunde des Stengels entspringen und dann rosettig, wenn sie dicht gedrängt stehen und nach allen Seiten ausgebreitet sind (Löwenzahn); wechselständig oder zerstreut, wenn sie einzeln in ungleicher Höhe am Stengel stehen (Schwarzwurz); gegenständig, wenn sich 2 Blätt. in gleicher Höhe des Stengels gegenüberstehen (Taubnessel); quirlständig, wenn in gleicher Höhe am Stengel mehr als 2 Blätt. entspringen (Waldmeister).
Fig. 1.
Nach der Art der Anheftung nennt man das Blatt: sitzend, wenn ein Blattstiel fehlt (Tulpe); herablaufend, wenn sich die Blattfläche noch ein Stück am Stengel herunterzieht (Schwarzwurz); stengelumfassend, wenn die Blattfläche ganz oder fast ganz um den Stengel herumgreift (Fig. [1], Schlafmohn); durchwachsen, wenn das Blatt mit seinem ungeteilten Grunde den Stengel umgibt, so daß dieser durch dasselbe hindurchgewachsen zu sein scheint (Fig. [2], durchwachsenes Hasenohr); verwachsen, wenn 2 gegenst. Blätter am Grunde miteinander verschmolzen sind (Jelängerjelieber); schildförmig, wenn der Stiel in der Mitte der Blattfläche angewachsen ist (Fig. [3], Wassernabel, Kapuzinerkresse).