Fuchs warf den Federhalter wütend auf den Tisch.
„Sie reden hier nicht mit kleinen Kindern, lieber Altmann! Was sind das für Geschichten!“
Altmann beherrschte sich.
„Sehr wichtige Geschichten, Herr Kommissionsrat. Denn wenn Herrn John Russel die Lust anwandelte, meine Frau für zweitausend Mark pro Abend in New York oder London singen zu lassen, mit einer Garantie von achtmal im Monat, so würde Herr John Russel über vierzehntausend Mark in diesem Monat an meiner Frau verdienen. Das ist zuviel.“
John Russel wachte auf. Er warf den Zigarettenstummel in den nächsten Aschbecher und schlug sich mit den dickrippigen, rötlichen Lederhandschuhen auf das Knie.
„Oh ich sehe, Herr ... Herr ... beg your pardon — Herr Altmann — Sie haben Ihre Beschäftigung bereits gefunden.“
Er stand auf, näherte sich lässig dem Tisch und blickte über Fuchsens Schulter in den Vertrag. Um seinen rissigen, schmalen Mund lag ein ironischer Zug.
„Es fragt sich doch noch sehr, Herr ... Herr Altmann, ob ein Präriepferd hohe Schule gehen kann. Nehmen Sie mir den Vergleich nicht übel. Aber mir fällt kein besserer ein. Well — nehmen wir an. Nehmen wir an, Ihre Frau wird eine Patti — wer macht sie dazu? Ich. Solche Stimmen wie Ihre Frau haben nicht sehr viele, nein ... aber immerhin einige. Wenn Sie lange Umstände machen, dann — shakehands und Gott befohlen. Business müssen bei mir schnell erledigt werden, sonst verlier’ ich die Lust. Also: Wenn Ihre Frau als Einzelkraft auftritt, bekommt sie als Gage die Hälfte von dem, was der Direktor des betreffenden Theaters zahlt. Wollen Sie, oder wollen Sie nicht? Ja oder nein? ... Ja?! Well“ ...
Es hätte gar nicht des verzweifelten Zupfens von Karla bedurft, die bald rot, bald blaß wurde. Altmann hatte seine letzte Spannkraft aufgeboten und wäre auch auf weniger eingegangen.
„Einverstanden“, sagte er mit trockenen Lippen.