Das war doch wirklich der einzig gültige Grund, um übers Wasser zu gehen. So recht gefallen wollte den Schwestern die Sache überhaupt nicht. Was konnte inzwischen mit dem Kinde passieren? Und dann überhaupt — gab es nicht in Deutschland große Bühnen genug? Wenn schon durchaus Theater gespielt werden mußte! Und als was begleitete eigentlich Ernst seine Frau? Er hatte undeutlich gemurmelt: „Ich werde dem Direktor zur Hand gehen.“

„Also stellvertretender Direktor?“ hatte Luise gefragt.

„Nicht ganz. Mehr gelegentlich ... wenn er meiner gerade bedarf.“

Das Ehrgefühl der Schwestern litt. Und sie fragten nicht mehr. Jetzt stießen sie mit den Gläsern an und dachten sich ihr Teil. Sie hatten etwas gegen Karla. Es kam sie bitter an, daß Karla einem gewissen Glanz entgegenging, während ihr Bruder taten- und ruhmlos im Schatten blieb.

„Na, vertragt euch nur immer“, sagte Luise.

„Und spart“, ergänzte Adele.

Draußen läutete es. Und da es bald halb zehn war, so blickten alle befremdet auf. Das Mädchen meldete, eine Frau wäre draußen und frage nach der jungen Frau Altmann.

Karla schlug in die Hände. Pauline — das war Pauline! Sie zog sie ins Speisezimmer, wo jetzt nur eine kleine Lampe brannte. Pauline brachte was Selbstgebackenes für die erste Reise. Karla umarmte sie.

„Ach, Pauline, wenn ich Schmerzchen bei Ihnen lassen könnte, wenn ....“

Pauline schüttelte kummervoll den Kopf.